Wissenschaftliche Werkstätten

So vielseitig wie die Aufgaben sind auch die Gefährdungen


Ohne den Service der wissenschaftlichen Werkstätten der Uni Konstanz wäre die Forschung insbesondere im naturwissenschaftlich-technischen Bereich nur schwer möglich bzw. stark eingeschränkt.

Vor allem der Bau von Prototypen unterscheidet diese Einrichtung von üblichen mechanischen Werkstätten. Und die Holzwerkstätten sind für den Betrieb der Uni insgsamt ein wichtiges Standbein.

So vielseitig wie die Aufgaben sind allerdings auch die möglichen Gefährdungen. Fast die komplette Bandbreite der Gefährdungsfaktoren ist hier anzutreffen:


Schweißen © CC0

Beim Schweißen mit unterschiedlichen Verfahren enststehen neben großer Hitze nicht nur glühendes bzw. flüssiges Metall sondern auch giftige Schweißrauche. Mit dem geschmolzenen metall können ernste Verbrennungen entstehen, Schweißrauche können beim Einatmen zu Vergiftungen führen. zum Schweißen werden unter anderem explosive Gase oder beim Elektroschweißen große Ströme eingesetzt. Abgekühlte Schweißperlen (also nicht die auf der Stirn, die zweifellos auch entstehen!) können unkontrolliert herumfliegen.

Typische Gefährdungsfaktoren beim Schweißen sind:

  • Elektrische Gefährdung
  • Mechanische Gefährdung durch unkontrolliert bewegte Teile
  • Gefahrstoffe
  • Gefährdung durch Brände und Explosionen
  • Physikalische Gefährdungen durch Lärm und Hitze
  • Belastung durch das Tragen von Schweißerschutzkleidung sowie
  • Ergonomische Faktoren wie schwere körperliche Arbeit und einseitige Belastungen

Fräser © CC0

Die Metallbearbeitung ist ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld (Schweißen und Löten gehört natürlich dazu). In erster Linie ist allerdings die mechanische Bearbeitung gemeint, wie Drehen, Fräsen, Schneiden, Biegen, etc.

Für alle Tätigkeiten werden teils große Maschinen eingesetzt und nicht alle sind vollautomatisch. Unter Umständen können Metallspäne herumfliegen. Das bearbeitete Metall wird heiß, Verbrennungen können die Folge sein und zum Schneiden und Bohren werden in der Regel Kühlschmierstoffe verwendet, die teils als Gefahrstoffe eingestuft sind. Drehmaschinen und Bohrmaschinen sowie Trennschleifer, etc sind zwar kontrolliert bewegte Teile, können aber durch Einfangen aber auch durch scharfe Kanten ernsthafte Verletzungen bis zu Amputationen von Gliedmaßen nach sich ziehen. Natürlich muss auch für diese Tätigkeiten PSA getragen werden.

Typisch Gefährdungsfaktoren sind:

  • Mechanische Gefährdungen durch kontrolliert und unkontrolliert bewegte Teile. es besteht Gefahr durch gefangen werden, Quetschungen, Augenverletzungen bis zu Amputation.
  • Physikalische Gefährdungen durch Hitze führt zu Verbrennungen und durch Lärm zu Gehörschäden
  • Kühlschmierstoffe sind ggf. als Gefahrstoffe eingestuft
  • Belastungen durch das Tragen von PSA
  • Schwere körperlich Arbeit beim Zurichten von Halbzeugen und Rohmaterial. Heben und Tragen schwerer Lasten und einseitige Belastungen sind eher die Regel als Ausnahme.
  • Bei handgehaltenen Maschinen wie Trennschleifer etc. können Hand-Arm-Vibrationen auftreten.

Werkzeuge © CC0

Für die Holzbearbeitung gilt prinzipiell dasselbe wie für Metall, außer dass Holz nicht so heiß wird, dass man sich daran verbrennen kann. Dafür aber am heißen Werkzeug. Kühlschmierstoffe werden eher nicht eingesetzt, dafür sind manche sehr feine Holzstäube als krebserregend eingestuft. PSA ist obligatorisch!

Gefährdungsfaktoren wie bei Metall und zusätzlich:

  • Holzstaub kann unter Umständen als Gefahrstoff (krebserregend) eingestuft sein.