Bild: Universität Konstanz, Jana Kaiser

Transfer.Together

Am 12. und 13. März 2024 trafen sich rund 50 WissenschaftlerInnen der Universität Konstanz im Tagungszentrum Hegne, um die verstärkten Transfer-Aktivitäten der Universität zu diskutieren. WissenschaftlerInnen erhielten die Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen im Bereich „Transfer“ in Forschung und Lehre auszutauschen und sich mit der neu verabschiedeten Transfer-Strategie vertraut zu machen.

Die Universität Konstanz hat in den letzten Jahren ihre Transfer-Aktivitäten in verschiedenen Bereichen intensiviert. So wurde der die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft bzw. Industrie stark erweitert. Eine breit angelegte Gründungsberatung etablierte sich, während die Lehre mit externen PartnerInnen durch die Einrichtung eines zentralen Teams unterstützt wurde. Außerdem wurde eine Stabstelle für Transfer geschaffen und die Aufgabenbestimmung des Prorektorats für Forschung um Transfer erweitert. Besonders wichtig: eine neu verabschiedete Transfer-Strategie gibt sämtlichen Maßnahmen einen Rahmen.

Internationalen Transfer bot eingangs die Keynote von Professor Steven Hill, Director of Research von Research England. Diese stellt eine der wichtigsten britischen Einrichtung für Forschungsförderung dar, etwa vergleichbar mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mehr als hierzulande geht bei Research England Transfer oder impact, wie es im britischen System heißt, mit 25% in die Begutachtung von Forschungsanträgen ein. Diese aktiv geförderte Transfer-Anstrengung sowie die deutlich längere Transfer-Erfahrung in Großbritannien veranlassten Hill folgende sechs Lehren zu vermitteln:

  • Forschung kann sehr unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Wirkung erzeugen.
  • Wer gesellschaftliche Gegebenheiten verändern will, tut gut daran, sich inter- und transdisziplinär zu organisieren.
  • Die Qualität akademischer Arbeiten profitiert von Transferaktivitäten.
  • Die Wirkung von Forschung verwirklicht sich in ganz unterschiedlichen zeitlichen Rahmen.
  • Sie wird auch in ganz unterschiedlichen räumlichen Dimensionen offenbar.
  • Gesellschaftliche Effekte auf Basis von Forschung sind planbar.

Nach der Keynote wurden die britischen Lehren auf die Konstanzer Vorhaben übertragen, in einem moderierten Podiumsgespräch mit dem amtierenden Prorektor Dirk Leuffen und seinem Vorgänger Malte Drescher. Dabei wurden die Eckpunkte der neuen Transfer-Strategie – ihre breite Anlage, ihre zentralen Säulen – thematisiert.

Im weiteren Verlauf der Tagung brachten Gesprächsformate wie das World Café die WissenschaftlerInnen miteinander in Austausch. In Gruppen diskutierten sie grundlegende Aspekte der Konstanzer Transfer-Strategie, etwa welche Strukturen und Rahmenbedingungen für erfolgreichen Transfer bereitzustellen sind. Oder wie Wissen im Austausch mit der Gesellschaft entwickelt werden kann. Später konnten die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen über die Möglichkeiten von Industriekooperationen, über neue Formate öffentlicher Vermittlung von Wissenschaft oder mit Transfer-Spielräumen der Universität Konstanz teilen (u.a.).

Zwei Impulsvorträge von VertreterInnen von Forschungsförderinstitutionen rundeten das Tagungsprogramm ab. Johannes Wimmer von der Carl-Zeiss-Stiftung brachte die Angebote der Zeiss-Stiftung dem Publikum näher. Die Stiftung sei grundsätzlich auf die MINT-Fächer fokussiert und fördere derzeit einige wenige große Projekte (in Millionenhöhe) in den Bundesländern Thüringen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Zeiss-Stiftung befinde sich aktuell in einem internen Prozess zur Definition der Transfer-Förderung. Die Botschaft von Cristina Condovici, Beraterin Projektmanagement bei der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KOWI), lautete „Lassen Sie sich nicht abschrecken“. Auf das Podium gesellte sich Physiker Lukas Schmidt-Mende als Vertreter der Wissenschaft. Insbesondere die Suche nach projektbezogenen, kurzzeitigen Personalmitteln stand zur Diskussion.

Abschließend erwies sich die Tagung als ein wichtiger Schritt, um eine lebendige Transferkultur der Universität Konstanz weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse werden aufbereitet, um zu weiteren Diskussionen innerhalb der Universität anzuregen.