Methoden für die Online-Lehre

Lernen geschieht nicht nur im Kopf, sondern setzt die aktive Teilhabe an sozialen Aushandlungsprozessen voraus (Hoidn 2017). Die Aktivierung sowie die soziale Interaktion der Studierenden sind für den Lernerfolg an der Hochschule wesentlich (Schneider & Preckel 2017). Dies wird auch in dem Konzept des "student engagement" erläutert. Die digitale Lehre steht dabei vor besonderen Herausforderungen.

Die Studierendenbefragung „Sag’s uns“, die Lehrveranstaltungsevaluation sowie die Lehrendenbefragung zum digitalen Sommersemester 2020 haben gezeigt: Den Studierenden fehlt besonders der soziale Kontakt sowie generell Möglichkeiten zum Austausch mit den anderen Studierenden. Die Lehrenden wiederum finden es schwierig, die Studierenden zu aktivieren sowie Kommunikation und Kooperation unter ihnen zu fördern.

Die folgenden Methoden und Tools zeigen Möglichkeiten, wie Sie als Lehrende die Studierenden auch im digitalen Rahmen von Beginn an aktivieren und einbinden können und somit den Lernerfolg verbessern können.

Hinweis

Bitte prüfen Sie bei Einsatz digitaler Tools, die nicht von der Universität Konstanz angeboten werden (z.B. Padlet, Mentimeter), datenschutzrechtliche Bedingungen sowie ggf. anfallende Kosten. Weisen Sie Ihre Studierenden auf die Freiwilligkeit der Nutzung hin! Die Nutzung darf nicht Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an einer Lehrveranstaltung sein.
Das Videokonferenztool BigBlueButton, das von der Universität Konstanz gehostet wird, bietet maximale Sicherheit und Datenschutz für Ihre Lehrveranstaltungen. Erläutern Sie den Studierenden, warum es didaktisch sinnvoll ist, mit Klarnamen zu kommunizieren und Kamera bzw. Ton anzuschalten: Das gegenseitige Hören und Gesehenwerden erleichtert die soziale Interaktion, ermöglicht das Entstehen einer Lerngemeinschaft und trägt erheblich zum Lernerfolg bei.

Blitzlicht

Kurzbeschreibung:
Alle Studierenden äußern sich kurz zu einer Frage bzw. einem Thema.

Vorgehen:

  • Die Lehrperson stellt eine Frage bzw. nennt ein Thema.
  • Alle Studierenden äußern sich der Reihe nach kurz (1-2 Sätze) zu der Frage bzw. zum Thema. Dies kann auch schriftlich im Chat, auf einem Whiteboard oder auf Padlet o.ä. geschehen.
  • Während des Blitzlichts werden die Stellungnahmen nicht diskutiert. Nachfragen werden erst am Ende gestellt und unklare Äußerungen diskutiert.
  • Es sollte ein Fazit gezogen werden.
  • Dauer: 10-15 Min. (je nach Anzahl)
  • Material: keins
  • Wichtig: Bei mündlichem Blitzlicht sollten die Studierenden ihre Kameras anschalten.

Beispiel:

  • „Was fällt Ihnen zu (Thema der Veranstaltung/Sitzung) ein“?
  • „Welche Themen möchten Sie gerne bearbeiten?“

Didaktische Funktionen:
Kennenlernen, Einführung ins Thema

Formate:
Seminar

Digitale Pinnwand (Whiteboard)

Kurzbeschreibung:

Digitale Pinnwände (Whiteboards) eignen sich gut für kollaborative Lehr- und Lernformen und als Prozessbegleitung.

Vorgehen:

Wichtig ist eine gute Moderation des Arbeitsprozesses. Die Lehrperson muss den Wechsel zum digitalen Tool vorbereiten, die Aufgabenstellung erläutern, die Zeit der Bearbeitung sowie den Abschluss bzw. die Rückkehr klar festlegen.

Geben Sie im neuen Tool ggf. auch eine kurze technische Einführung in die für die Arbeit wichtigsten Funktionen, damit die Studierenden zügig selbstständig arbeiten können. Evtl. hilft es, die Pinnwand vorzustrukturieren: Je nach Ziel und Arbeitsauftrag könnten Sie z.B. vorab bestimmte Themen auf die Pinnwand setzen oder Arbeitsbereiche grafisch vorgestalten, z.B. "Hypothese" - "Argumente" - "Studien" - "Schlussfolgerungen". Damit erleichtern Sie den Arbeitsprozess und können die Diskussion moderieren.

Didaktische Funktionen:

Ermitteln und Aktivieren des Vorwissens; Anregen, Unterstützen und Lenken von Lernprozessen; Rückmeldung geben

Weiterführende Links:

  • Link zur Homepage von "Lucidspark"
     
  • Link zur Homepage von "Miro"
    Eine gute Einführung findet man hier:
  • Link zur Homepage von "Padlet"
  • Eine Anleitung findet man hier:
     
  • Verschiedene Tools im Vergleich

Erwartungsabfrage

Kurzbeschreibung:
Die Erwartungsabfrage eignet sich, um herauszufinden, welche Vorstellungen die Studierenden hinsichtlich einer Lehrveranstaltung haben.

Vorgehen:

Den Studierenden wird vor bzw. zu Beginn der Lehrveranstaltung ein Link geschickt z.B. zu einer digitalen Pinnwand. Alternativ kann auch eine Umfrage eingesetzt werden (z.B. in BigBlueButton). Dort nennen die Studierenden ihre Erwartungen bzw. beantworten Fragen der Lehrperson. Die Ergebnisse der Abfrage werden anschließend präsentiert und besprochen. Die Lehrperson gleicht die anschließend mit dem Kursprogramm ab.

Wichtig: Das Ergebnis Abfrage sollte während des Kurses immer wieder eingeblendet werden und zum Ende des Kurses abgeglichen werden mit dem tatsächlich Verlauf des Kurses.

Didaktische Funktionen: Motivation, Orientierung, Interaktion, nachhaltiges Lernen

 

Weiterführende Links:

Link zur Homepage von "Padlet"

Eine gute Einführung findet man hier

Foren

Kurzbeschreibung:

Ein Forum bietet vielfältige Möglichkeiten zur asynchronen also zeitversetzter Kommunikation zwischen Studierenden und / oder Dozierenden und ist  ein virtueller Ort zum Austausch von Gedanken, Meinungen und Erfahrungen. Jeder kann Beiträge lesen, beantworten oder kommentieren.

Vorgehen:

Wie Sie ein Forum sinnvoll auf ILIAS einrichten können, ist hier beschrieben:

Foren erstellen (Universität Halle-Wittenberg)


Didaktische Funktionen:

Ein Forum mit anonymen Beiträgen kann z.B. einen geschützten Raum für Diskussionen bieten, die Hemmschwelle der Beteiligung ist niedrig und der Austausch innerhalb der Studierenden aktiviert. In einem personalisierten Forum werden die Beiträge transparent, Argumentationslinien werden sichtbar, Lernprozesse strukturiert. Dabei kann ein personalisiertes Forum auch als Leistungsnachweis funktionieren, indem Beiträge als Studienleistungen (Äquivalent zu mündlichen Beiträgen) bewertet werden. Moderierte Foren ermöglichen es Lehrenden durch Fragestellungen Diskussionen zu lenken und Lernprozesse anzustoßen. Unmoderierte Foren dienen besonders dem niedrigschwelligen Austausch und der individuellen Vertiefung von Wissen und der Präzision von Fragestellungen. Foren sind sehr vielseitig und können vorbereitend, begleitend als auch nachbereitend genutzt werden.

Befragung: Vor Beginn der Veranstaltung verfassen die Studierenden Fragen und bewerten die Fragen ihrer KommilitonInnen. Die am häufigsten gestellten und am besten bewerteten Fragen dienen als Einstieg in das Thema.

Debatte: Vor Beginn der Veranstaltung wird ein kurzer kontroverser Text ins Forum eingestellt mit der Aufforderung zur Diskussion. Fragen, die während der Veranstaltungen aufgekommen sind, können in Foren erörtert werden.

Vorstellungsrunde/Themenvorschläge: Foren können bei großen Gruppen für Vorstellungsrunden oder Themenvorschläge genutzt werden.

Diskussion mit Expert*innengruppen: Im Laufe einer Diskussion kann es sich anbieten, Expert*innengruppen für bestimmte Themen zu bilden und diese auf Foren auszulagern.

Frage-Antwort-Spiel: Die Studierenden formulieren in ihren Gruppen Fragen zu einem Thema und versuchen die Fragen der anderen Gruppen zu beantworten.

Gruppenarbeit

Kurzbeschreibung:
Die Gruppenarbeit verbindet soziales und inhaltliches Lernen.

Vorgehen:
Aufgabenstellung bzw. Arbeitsauftrag erklären, Gruppen bilden (jeweils reine Offline- und Online-Gruppen). Digital zugeschaltete Studierende werden in Break-out-rooms eingeteilt. Art der Ergebnissicherung und -präsentation festlegen ((z.B. auf Flipcharts bzw. digitaler Pinnwand, kollaborativem Texteditor), Zeit festlegen und ggf. Rückfragen klären. Anschließend wird das Material zugänglich gemacht (z.B. Link zur Lernplattform).

Wichtig: Für den Lernerfolg kommt es darauf an, anspruchsvolle Aufgaben zu wählen und die Rollen bzw. Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe zu klären.

  • Gruppen erarbeiten die Aufträge, die Lehrperson gibt bei Bedarf Impulse oder Hilfestellungen und achtet auf die zielgerichtete Bearbeitung des Themas, die Gruppenphase sollte erst dann beendet werden, wenn die Ergebnisse gesichert sind.
  • Alle Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse, anschließend kritische Diskussion und Vergleich der verschiedenen Ergebnisse.
  • Abschluss mit Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
  • Dauer: 15-30 Min.

Didaktische Funktionen:
Wissen erarbeiten, Wissen anwenden/vertiefen

Formate:
Seminar

Kollaboratives Schreiben

Kurzbeschreibung:

Wenn mehrere Personen gleichzeitig an einem Text arbeiten, wird dies als kollaboratives Schreiben bezeichnet. Dies eignet sich für das gemeinsame Lernen und Arbeiten in Lehrveranstaltungen.

Vorgehen:

Zunächst sollte die Aufgabenstellung bzw. der Arbeitsauftrag sowie der Zeitrahmen der Bearbeitung geklärt werden. Anschließend legt eine Person das Dokument an (z.B. auf Nextcloud, Edupad, Zumpad o.ä.) und verschickt den Link an die übrigen Mitglieder der Arbeitsgruppe. Dann kann mit der Stoffsammlung, Gliederung usw. begonnen werden. Evtl. müssen noch Rollen verteilt werden, d.h. jedes Mitglied ist für einen anderen Teilaspekt des Textes zuständig. Für die organisatorische Abstimmung der Zusammenarbeit ist die Nutzung eines begleitenden Chats sinnvoll.

Didaktische Funktionen:

Wissen erarbeiten, Wissen anwenden, Lernergebnisse präsentieren, Interaktion und Kommunikation fördern

Nützliche Links:

Nextcloud (Uni KN)

EduPad

ZUMPad

Muddiest Point

Kurzbeschreibung:
Einfache, schnelle Feedbackmethode zu konkreten Aspekten einer Lehrveranstaltung (oder einzelner Sitzungen).

Vorgehen:
Zunächst legt die Lehrperson fest, wofür sie genau in welcher Form Feedback erhalten möchte, wieviel Zeit dafür eingeräumt wird und was mit den Antworten geschieht. Das Feedback kann summativ, d.h. am Ende der Veranstaltung, oder aber während des Semesters zu formativen Zwecken, d.h. zur Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung und besseren Förderung der Studierenden erhoben werden.

  • Die Lehrperson formuliert die Frage auf einem digitalen Whiteboard (z.B. Miro) oder einer digitalen Pinnwand (z.B. Padlet oder Mentimeter). Der Link wird allen Studierenden zugänglich gemacht (z.B. über Chatfunktion des Videokonferenztools).  Dann lässt sie die Studierenden die Frage beantworten.
  • Die Lehrperson gibt zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Rückmeldung zu den Antworten. Sie erläutert das weitere Vorgehen.
  • Dauer: 10 Min. (plus ggf. 10 Min. in der nächsten Sitzung)

Beispiel:
„Was war aus Ihrer Sicht der schwächste Teil der Veranstaltung und warum?“

Didaktische Funktionen:
Lernerfolgskontrolle, formatives Assessment, Feedback

Format:
Seminar, Vorlesung

Murmelgruppen

Kurzbeschreibung:
Die Studierenden tauschen sich paarweise zu einer bestimmten Fragestellung aus.

Vorgehen:
Zwei Studierende tauschen sich zu einer Frage- oder Problemstellung der Lehrperson aus (z.B. über private Chat-Funktion oder Break-out-Rooms des Konferenztools). Die Lehrperson teilt die Paare ein.

  • Das Ergebnis wird ins Plenum zurückgegeben.
  • Dauer: ca. 5 Min.
  • Material: keins
  • Wichtig: Die Studierenden sollten die Kamera eingeschaltet lassen.

Variation:
Bei grossen Gruppen werden Dreiergruppen gebildet. Ergebnisse werden nur exemplarisch im Plenum abgerufen.

Didaktische Funktionen:
Einführung ins Thema, Lernstand erheben, Wissen anwenden/vertiefen

Format:
Vorlesung, Seminar

One-Minute-Paper

Kurzbeschreibung:
Schnelle und gezielte Abfrage von Wissensstand oder Meinung der Studierenden.

Vorgehen:

  • Die Lehrperson schreibt eine bis drei Fragen an ein digitales Whiteboard (z.B. Miro) bzw. eine digitale Pinnwand (z.B. Padlet). Der Link zur digitalen Plattform wird den Studierenden zugänglich gemacht (z.B. über Chatfunktion des Videokonferenztools). Die Studierenden beantworten die Fragen. Die Antworten werden ggf. eingesammelt, durchgesehen und in der nächsten Sitzung besprochen.
  • Dauer: max. 5 Min.

Beispiel:

  • „Was nehmen Sie aus der heutigen Sitzung mit?“
  • „Definieren Sie in einem Satz, was XY ist.“
  • „Welche Fragen sind bei Ihnen offen geblieben?“

Didaktische Funktionen:
Lernstand erheben, Wissen anwenden/vertiefen, Wiederholen/Festigen, Lernerfolgskontrolle, Feedback

Format:
Seminar

Peer-Feedback

Kurzbeschreibung:

Gezielte und konstruktive Rückmeldung von Studierenden auf Arbeitsergebnisse von Mitstudierenden.

Vorgehen:

- Gründe für das Peer-Feedback und die Einbindung in das didaktische Konzept erläutern (z.B. als Teilleistung für Seminarnote)

- Festlegen, worauf Peer-Feedback gegeben wird (z.B. Referat, Essay, Hausarbeit)

- Kriterien und Regeln für das Peer-Feedback gemeinsam erarbeiten und festlegen (z.B. für schriftliche Texte: Anleitung Schreibzentrum)

- Feedback-Geben anhand eines Beispiels gemeinsam einüben

- Feedback-Nehmer und Feedback-Geber zuweisen (anonymisiert oder personalisiert)

- Feedback verfassen und dem Feedback-Nehmer zugänglich machen

- Gelegenheit zu Rückfragen sowie zur Überarbeitung des Textes anhand der Rückmeldung

- Besprechung des Feedback-Prozesses im Plenum

- Qualität des Feedbacks durch die Lehrperson bewerten

Didaktische Funktionen:

soziales Lernen, Motivation

Anonymes Peer-Feedback in ILIAS einrichten:

Beim Peer-Feedback in ILIAS-Übungen kann jedem Teilnehmer und Teilnehmerin aufgetragen werden, eine bestimmte Anzahl von anderen Beiträgen im Rahmen eines 5-Sterne-Ratings zu bewerten und eine Rückmeldung über ein Textfeld oder eine hochgeladene Datei abzugeben. Der Vorgang läuft dann folgendermaßen ab:

  1. Erst nachdem das Abgabedatum verstrichen ist, wird den Teilnehmenden die Möglichkeit angeboten, Feedback zu geben. Dazu wird eine bestimmte, konfigurierbare Anzahl an zufällig ausgewählten anderen Einreichungen zur Bewertung vorgelegt.
  2. Nur wenn eine Lösung eingereicht und die Mitwirkung im Form des Feedbacks geleistet wurde, wird dem Teilnehmer ermöglicht, erhaltenes Feedback anzuzeigen. Die Identität der Feedback-Geber kann dabei anonymisiert werden.
  3. Das Ergebnis des Peer-Feedbacks ist im Reiter "Abgaben und Noten" auch für den Verwalter der Übung sichtbar und kann bei der Bewertung in Betracht gezogen werden. Es hat aber keinen unmittelbaren Einfluss auf das Bestehen der Übungseinheit.

Um eine Übungsaufgabe mit anonymem Peer-Feedback anzulegen, gehen Sie folgendermaßen vor:

Sie befinden sich im Formular zur Erstellung einer neuen Übungseinheit. Mit Ausnahme des Typs „Datei als Team einreichen“ spielt es keine Rolle, welchen Typ Sie für die Übungseinheit ausgewählt haben. Nachdem Sie die üblichen Angaben zur Übungseinheit wie Aufgabenstellung, Abgabedatum usw. gemacht haben, markieren Sie zusätzlich die Option „Peer-Feedback“ im unteren Bereich.

  1. Nun erscheinen zusätzliche Eingabemöglichkeiten:
    • Anzahl an gegebenem Feedback, um eigene Bewertungen zu sehen: Legen Sie hier fest, wie vielen anderen Teilnehmern ein Benutzer sein Feedback geben muss, um sein Soll zu erfüllen.
    • Endtermin Feedback: Bis zu dem hier gewählten Termin kann Feedback gegeben werden. Das erhaltene Feedback ist erst ab dann (und falls das eigene Soll an Feedback erfüllt wurde) einsehbar.
    •  Ebenso besteht auch die Möglichkeit, die Abgabe des Feedbacks zum Kriterium zu machen, ob eine Übungseinheit bestanden wurde (sofern der Teilnehmer selbst auch eine Lösung eingereicht hat).

Nützliche Links:

ILIAS der JLU Gießen - Peer-Feedback (uni-giessen.de)

ILIAS E-Learning - Dokumentation für Autoren

Formate:

Seminar

Pro-Contra-Diskussion

Kurzbeschreibung:
Die Studierenden überlegen sich Argumente für bzw. gegen eine These und tragen diese vor.

Vorgehen:

  • Die Studierenden werden in zwei Gruppen (Pro und Contra) aufgeteilt. Jeder Gruppe wird ein Break-out-Room zugeteilt.
  • Die Lehrperson erläutert die These, zu der die Studierenden Stellung nehmen sollen.
  • Die Gruppen bekommen Zeit, sich Argumente zu überlegen. Im Break-out-Room können sich die Gruppen jeweils intern austauschen.
  • Anschließend wird gemeinsam über die These diskutiert, indem (z.B. abwechselnd) Argumente der Pro- und der Contra-Seite vorgetragen werden.
  • Dauer: variabel

Beispiel:
These: "Vorlesungen müssen abgeschafft werden."

Didaktische Funktionen:
Wissen anwenden/vertiefen, Diskussion

Formate:
Seminar

Soziogramm

Kurzbeschreibung:
Die Studierenden nehmen zu einer oder mehreren vorbereiteten Fragen oder Antwort-Alternativen Stellung.

Vorgehen:

  •  Die Lehrperson bereitet ein digitale Pinnwand (z.B. Padlet) oder ein digitales Whiteboard (z.B. Miro) vor. Der Link wird den Studierenden zugänglich gemacht (z.B. über Chatfunktion des Videokonferenztools). Je nachdem können sich die Studierenden jetzt zu einer oder mehreren Fragen äußern oder einer Position zuordnen.
  • Anschließend werden alle oder einige aufgefordert, ihre Stellungnahmen zu kommentieren.
  • Dauer: ca. 10-15 Min. (je nach Gruppengröße)

Beispiel:
Weltkarte als Vorlage auf Padlet nutzen: "Wer ist heute am weitesten von der Lehrperson entfernt?"

Didaktische Funktionen:
Kennenlernen

Think-Pair-Share

Kurzbeschreibung:
Die Methode Think-Pair-Share ist ein Verfahren des kooperativen Lernens, das in drei verschiedene Phasen gegliedert ist.

Vorgehen:

  • Think: Die Studierenden denken für sich über eine bestimmte Frage nach, bearbeiten (eine) bestimmte Aufgabe(n).
  • Pair: Die Studierenden tauschen sich paarweise über ihre Antworten, Lösungen aus (z.B. über private Chatfunktion oder Breakout-Rooms des Videokonferenztools) aus. Die Lehrperson teilt die Paare ein.
  • Share: Das Ergebnis wird ins Plenum zurückgegeben.
  • Dauer: ca. 10 Min.
  • Wichtig: Die Studierenden sollten ihre Kameras eingeschaltet lassen.

Didaktische Funktionen:
Wissen erarbeiten, Wissen anwenden/vertiefen, Diskussion

Format:
Seminar

Umfrage/Quiz

Kurzbeschreibung:
Umfragen lassen sich mit verschiedenen digitalen Tools einbauen (z.B. mit Umfragetools auf ILIAS, BigBlueButton oder Mentimeter).

Vorgehen:

Zunächst ist zu überlegen, welche Funktion die Umfrage primär erfüllen soll. Anschließend wird das passende Tool bzw. Format gewählt. Es sollte zwischen offenen (Freitext) und geschlossenen (single/multiple-choice) Fragen unterschieden werden. Offene Fragen, bei denen keine Antwortkategorie vorgegeben ist, regen das Lernen an und dienen somit einer nachhaltigen Aktivierung der Studierenden. Geschlossene Fragen bieten sich an zur schnellen Aktivierung, Lernstandserhebung bzw. dem Kennenlernen.

Didaktische Funktionen:

  • Kennenlernen
  • Stimmungs- oder Meinungsabfrage
  • Aktivieren
  • Lernstandserhebung und -überprüfung
  • Lernen fördern
  • Evaluationen

Mit  den Objekten "LiveVoting", "Abstimmung" und "Umfrage" stehen in ILIAS mächtige Werkzeuge zur Verfügung mit denen sich auf sehr einfache Umfragen erstellen lassen.

Weiterführende Links:

Vorstellungsrunde

Kurzbeschreibung:
Bewährte Methode zum Sich-Vorstellen und Kennenlernen zu Beginn einer Veranstaltung. Lässt sich beliebig variieren mit inhaltlichen Bezügen etc.

Vorgehen:

  • Studierende stellen sich nacheinander vor. In der Regel wird vorab geklärt, worauf die Studierenden bei ihrer Vorstellung Bezug nehmen sollen.
  • Dauer: 5-20 Min.
  • Material: keins
  • Wichtig: Die Studierenden sollten ihren Ton nur wenn sie selbst sprechen anschalten, ihre Kamera sollte jedoch während der gesamten Vorstellungsrunde einschaltet sein.

Beispiel:
Inhaltliche Bezugspunkte können sein: Name, Fach, Semesterzahl, Motivation etc. Bei Online-Formaten: Was sehe ich, wenn ich aus dem Fenster schaue? Oder einen Gegenstand aus meiner Reichweite in die Kamera halten und einen Satz dazu sagen.

Didaktische Funktionen:
Kennenlernen

Format:
Seminar

Wikis

Kurzbeschreibung:

Wikis eignen sich für den einfachen bis komplexen und vernetzten Wissensaustausch und das Wissensmanagement innerhalb von Lehrveranstaltungen. Sie können Großthemen strukturell erschließen und bilden Lernprozesse ab.

Wikis können in Lehrveranstaltungen sehr gut mit Foren kombiniert werden und diese begleiten. Das Forum dient dabei der Diskussion und dem Austausch. Die Ergebnisse und Erkenntnisse können dann in einem weiteren Schritt verknüpft und vernetzt in einer Wiki dokumentiert werden. Ziel ist es, Erfahrung und Wissen in Form von kollektiver Intelligenz zu sammeln und in einem kollaborativen Schreibprozess zu strukturieren. Die Vorteile des Einsatzes von Wikis in Referatsgruppen ist, dass die Arbeitsweise der Gruppe in strukturierter Form dokumentiert wird. So können Lehrende Einsichten in Arbeitsabläufe erhalten.

Vorgehen:

Link zum Tutorial und Microtemplate auf ILIAS (mit vorheriger Anmeldung in ILIAS)

Didaktische Funktionen:

Projektkoordination und -dokumentation

Der Einsatz von Wikis eignet sich gleichfalls für die Ideensammlung und Dokumentation innerhalb einer Projektgruppe. Die Texte innerhalb des Wikis werden dabei von den Projektmitgliedern als gemeinsame Arbeitsgrundlage angesehen, so dass ein dynamischer und kollaborativer Entwicklungsprozess entsteht, bei dem Fragen im Wiki eingestellt und bereits vorab kommentiert und diskutiert werden können. Wikis können außerdem zur Dokumentation von Veranstaltungen eingesetzt werden, als Archiv für Dokumente Diskussionen und Ideen.

Lehrende sollten im Vorfeld klären, in welchem Zusammenhang ein Wikis in Ihrer Lehrveranstaltung sinnvoll sind. Die kollaborativen Möglichkeiten von Wikis werden nur ausgenutzt, wenn innere oder äußere Anreize für das gemeinschaftliche Arbeiten erkennbar werden und „communitybuilding“ gefördert wird.

Wikis sind Systeme, die nur funktionieren, wenn die Nutzenden die Zusammenarbeit ernst nehmen und gewillt sind, festgelegte Regeln einzuhalten Der Kooperation dienlich ist das Festlegen dieser Regeln vor dem Beginn der Veranstaltung, im Sinne eines „code of conduct".

Nützliche Links:

Wiki — e-teaching.org (e-teaching.org)