Schreibkompetenzen ausbauen

Das Schreibzentrum ist zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um studentisches Schreiben.

Gute Schreibfähigkeiten sind wichtig für Studienerfolg in allen Fächern und werden in fast allen akademischen Berufen benötigt. Die Universität Konstanz betrachtet es deshalb als wichtige Aufgabe, ihre Studierenden systematisch und nachhaltig dabei zu unterstützen, diese Schlüsselkompetenz weiter zu entwickeln. Dazu wurde an der Universität Konstanz ein Schreibzentrum eingerichtet, das Studierenden sowie Lehrenden als zentrale Anlaufstelle bei allen Fragen rund um studentisches Schreiben dient.

Das Schreibzentrum

Um Studierende der Universität Konstanz in ihrer Schreibentwicklung zu fördern, hat das Schreibzentrum ein Gesamtkonzept entwickelt. Zentral ist dabei die enge Verknüpfung der Schreibförderung mit der fachlich-inhaltlichen Lehre, weshalb eine enge Zusammenarbeit mit den Fachbereichen erfolgt. Neben der schreibdidaktischen Unterstützung der Lehrenden bietet das Schreibzentrum direkte Hilfen für Studierende. Durch Schreibevents, Infoveranstaltungen und Mitarbeit in universitären Gremien und Arbeitskreisen macht das Schreibzentrum auf die Wichtigkeit der Schlüsselkompetenz Schreiben aufmerksam und gibt schreibdidaktisches Wissen weiter. Der vom Schreibzentrum initiierte Arbeitskreis „Schreiben an der Uni Konstanz” trifft sich in der Regel einmal pro Semester.

Das Schreibzentrum ist als Teil des Projekts b³ – beraten, begleiten, beteiligen eingerichtet worden und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Qualitätspakt Lehre). Es ist im Referat Lehre der Abteilung Studium und Lehre angesiedelt und nahm im September 2012 seine Arbeit auf. Ziel ist, die Schreibförderung im Rahmen der Studiengänge dauerhaft zu etablieren. Deshalb liegt das besondere Augenmerk auf der intensiven Zusammenarbeit mit Fachbereichsreferentinnen und -referenten sowie Studiendekanen und -dekaninnen und der Schaffung nachhaltiger Strukturen. Um die Schreibkulturen der Universität Konstanz besser zu verstehen und das Angebot bedarfsgerecht zu gestalten, beteiligte sich die Universität an einer Studie von Otto Kruse, ZHAW Winterthur. Die daraus abgeleiteten Implikationen für die Schreibförderung gingen in das Gesamtkonzept mit ein.

Das Schreibzentrum arbeitet proaktiv und diversitätsorientiert. Es sorgt dafür, dass alle Studierenden entsprechend ihren individuellen, fachlichen und je nach Studienphase unterschiedlichen Bedürfnissen beim Ausbau ihrer Schreibkompetenz gefördert werden. Dadurch leistet es einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Lehre an der Universität und hilft, erfolgreiche Studienverläufe zu begünstigen. Ergänzend schafft es besondere Angebote, wenn gezielte Schreibförderung in einzelnen Bereichen oder für spezielle Gruppen von Studierenden angezeigt ist. Einen Überblick über die Arbeit des Schreibzentrums gibt der Zwischenbericht vom Mai 2015. Die im ersten Förderzeitraum des Qualitätspakts Lehre (2012 - 2016) umgesetzten Maßnahmen und erzielten Ergebnisse werden im Abschlussbericht erste Förderphase dargestellt.


Schreiben lernen

Gute Schreiberinnen und Schreiber verfügen über eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Fähigkeiten. Sie haben ihren Schreibprozess im Griff und verfassen kontextentsprechend gute Texte. Dabei greifen sie auf verschiedene Wissensgebiete, wie Fachwissen, Sprachwissen und Textsortenwissen, sowie allgemeinere Fertigkeiten, z.B. Recherche, Zeitmanagement, Umgang mit Medien, zurück. So kann Schreibkompetenz ein Leben lang weiter entwickelt werden und nicht losgelöst vom jeweiligen Anwendungsgebiet betrachtet werden. Wissenschaftliches Schreiben müssen Studierende – aufbauend auf in der Schule erworbenen Kenntnissen – im Rahmen ihres Studiums an der Universität lernen, weshalb sich das Schreibzentrum als Angebot für alle Studierenden versteht.

Schreiben lernt und verbessert man durch Schreiben und durch die Reflexion darüber. Das Schreibzentrum schafft deshalb Schreibräume an der Universität, in denen Austausch und Anregung zum individuellen Schreiben stattfinden. Die Peer-Schreibberatung ermöglicht Studierenden, individuell und auf Augenhöhe über ihre Schreibprojekte zu sprechen sowie Rückmeldung zu eigenen Texten zu erhalten, um diese weiterentwickeln zu können. Außerdem werden Kurse und Workshops für Studierende angeboten.

Wissenschaftliches Schreiben lernt und verbessert man, indem man es an konkreten Schreibaufgaben im Rahmen des Studiums übt und konstruktive Rückmeldungen dazu erhält. Deshalb liegt der Fokus der Arbeit des Schreibzentrums darin, die Schreiblehre an der Universität weiter zu entwickeln und Fachlehrende sowie Fachbereiche dabei mit schreibdidaktischem Wissen zu unterstützen.


Schreiben lehren

Im Rahmen kompetenzorientierter Studiengänge gehört Schreiben zu den zentralen überfachlichen Fähigkeiten, die Studierende erwerben müssen. Da für die Universität Konstanz der Schlüssel zu einer guten Qualifizierung ihrer Studierenden in der hohen Forschungsorientierung der Lehre liegt, spielt das wissenschaftliche Schreiben in allen Studienphasen eine wichtige Rolle. Schreibförderung findet deshalb sowohl als Teil der Fachlehre als auch in speziellen Veranstaltungen statt.

In fachwissenschaftlichen Veranstaltungen kann studentisches Schreiben durch geeignete Lehr-Lern-Settings sowie Formen des Leistungsnachweises gefördert werden. Dadurch wird auch die aktive und vertiefte Auseinandersetzung mit den Lerninhalten gefördert, so dass Schreibaufgaben als Denk- und Lernwerkzeug dienen. Das Schreibzentrum unterstützt Dozierende aller Fächer durch Weiterbildung, Lehrberatung sowie die Bereitstellung von Materialien. Außerdem können Lehreinheiten gebucht werden, bei denen eine Schreibzentrumsmitarbeiterin im Rahmen einer Fachveranstaltung Schreibwissen direkt an die Studierenden vermittelt.

Ergänzend sind spezielle Kursangebote zum wissenschaftlichen Schreiben und Arbeiten sinnvoll, besonders wenn es sich dabei um Einführungen am Studienanfang oder um Kurse zu bestimmten Teilkompetenzen des wissenschaftlichen Schreibens, wie z.B. das Schreiben in der Fremdsprache Englisch, geht. Hierbei kooperiert das Schreibzentrum intensiv mit dem Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM), um integriert Informations- und Schreibkompetenz zu vermitteln. Fachübergreifend finden solche Kurse innerhalb des Programms für Schlüsselqualifikationen statt. Außerdem unterstützt das Schreibzentrum die Fachbereiche dabei, Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten für ihre Studiengänge zu konzipieren und curricular einzubinden.

Veröffentlichungen