Im Gespräch mit Peter Gottwald

Alumnus des Fachbereichs Politik- und Verwaltungswissenschaft und Vorsitzender des Vereins der Ehemaligen der Universität Konstanz

Herr Gottwald, der Verein der Ehemaligen möchte Studierende mehr in seine Angebote und Aktivitäten einbeziehen. Warum ist Ihnen und Ihren Vorstandskollegen dieses Anliegen so wichtig – als Studierender ist man doch noch vor Ort, an der Universität, und eben noch nicht "ehemalig"?

Ja, und genau das ist einer der Hauptgründe. Unser Ziel in der Ehemaligen-Arbeit ist ja, eine Beziehung aufzubauen. Diese Beziehung entsteht natürlich am besten, solange die Studierenden vor Ort sind. Es ist von großer Bedeutung, dass wir als Alumni-Verein zum Leben auf dem Campus dazugehören. Dazu müssen wir unsere Angebote mehr auf die Interessen von Studierenden ausrichten. Natürlich ist der Vergleich nicht eins zu eins übertragbar, aber im Sport ist die Nachwuchsförderung ein wesentlicher Aspekt in der Vereinsarbeit - spätestens seit die Hälfte der jungen Fußballspieler des U21 Europameisters von 2009 einige Jahre darauf Weltmeister wurde, schaut alle Welt auf den Nachwuchs. Was ich damit sagen möchte ist ganz einfach: Die Studierenden von heute sind die Alumni von morgen.

Als Signal dafür, dass auch Studierende im Verein der Ehemaligen besonders willkommen sind, hat die Mitgliederversammlung am 28. April darüber entschieden, dass der Beitrag für Studierende und bis zu zwei Jahre nach dem Studium auf Null gesetzt wird. War das eine eindeutige oder eine schwierige Entscheidung?

Der Beschluss, den die Mitgliederversammlung gefasst hat, war am Ende eindeutig. Die Entscheidung, die zu diesem Beschluss geführt hat, war es natürlich nicht. Jede Veränderung ist erst einmal schwierig. Die Idee der befristet beitragsfreien Mitgliedschaft war in der Vergangenheit schon einmal Thema. Und es gibt, wie immer, auch in dieser Argumentation eine berechtigte Gegenseite. Hinter dem - bis auf eine Enthaltung - mehrheitlichen Beschluss steht ein gedanklicher Prozess, der die Zukunft mitdenkt; wir bauen mit der kostenfreien Mitgliedschaft für Studierende auf das Prinzip von "geben" und "nehmen" und sind der Meinung, dass ein Alumni-Verein, der während der Studienzeit vertrauensvoll und zielgruppengerecht in die Studierenden investiert, eine große Chance hat, diese Studierenden lange über das Studium hinaus an sich zu binden.

Und wie ist die Resonanz unter den Studierenden, wird das Angebot der kostenfreien Mitgliedschaft und die damit verbundenen Angebote gut angenommen?

Ja, sehr gut! Im Gespräch mit Studierenden erhalten wir durchweg positive Resonanz. Zum Auftakt des Jubiläums, auf der großen Geburtstagsparty der Universität, durften wir an die hundert studentische Neumitglieder im Verein der Ehemaligen begrüßen. Für Studierende ist der Austausch mit Ehemaligen sehr fruchtbar. Wir haben durch alle Fachbereiche hindurch Verbindungen zu Alumni in interessanten Positionen und im Hinblick auf den Berufseinstieg ergibt es aus studentischer Sicht großen Sinn, dass der Verein der Ehemaligen mehr Begegnungen für diesen Austausch schafft. Natürlich geht es uns bei der Zusammenarbeit mit Studierenden nicht nur um die Absoventen-Perspektive und mögliche Karrierewege nach der Uni. Der Verein der Ehemaligen fördert auch viele Projekte, die dem direkten studentischen Leben zugute kommen, wie beispielsweise Ersti-Hütten, Fachschaftstagungen oder wissenschaftliche Konferenzen.

Können sich Studierende denn eigeninitiativ mit Ideen oder Projekte an den Verein der Ehemaligen wenden?

Selbstverständlich – wir freuen uns über alle sinnvollen Projektanträge und Ideen (seien die Initiatoren Vereinsmitglied oder nicht), die wir gemäß unserer Satzung fördern können.


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