Klimawandel in der Wissenschaft

Öffentliche Tagung vom 11. - 12. November 2022

Öffentliche Tagung zum Thema "Klimawandel in der Wissenschaft"

11. - 12. November 2022

Der Klimawandel stellt auch die Wissenschaft vor besondere Herausforderungen. So ist das Phänomen offensichtlich interdisziplinär und erfordert die Zusammenarbeit oder zumindest die Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Fachrichtungen. Die Modellierung der Prozesse in der Erdatmosphäre ist zwar primär eine Aufgabe der Physik, doch die Auswirkungen für Pflanzen, Tiere und Menschen erfordern den Einbezug aller Wissenschaften inkl. der Sozialwissenschaften wenn es darum geht, diese Auswirkungen zu beschreiben und Lösungsansätze zu entwickeln.

Es stellt sich bei diesem Thema verschärft auch die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft für die Kommunikation mit Politik und Öffentlichkeit. Wie soll die Wissenschaft mit einer Bedrohung wie dem Klimawandel umgehen, insbesondere da sich dieser langsam vollzieht und viele spezifische Ursache-Wirkungszusammenhänge mit Unsicherheit behaftet sind? Inwieweit darf oder muss diese Unsicherheit angesichts des Ernstes der Lage mitkommuniziert und vermittelt werden? Die Wissenschaft trägt eine Verantwortung aber nicht nur im Erkennen und Benennen der Probleme, sondern ebenso in der Erarbeitung von Lösungsansätzen. Diese sind auf technischer Ebene, aber auch auf sozialer, ökonomischer und politischer Ebene angesiedelt.

Schließlich stellt sich auch die Frage, inwieweit sich die Wissenschaft selbst im und durch den Klimawandel verändert oder verändern muss. Dies betrifft nicht nur den wissenschaftlichen Erkenntnis- und Kommunikationsprozess selbst, sondern auch die Universitäten als Institutionen, die ebenfalls „klimafest“ gestaltet werden müssen und dabei möglicherweise eine Vorreiterrolle übernehmen könnten.

Unter dem Titel „Klimawandel in der Wissenschaft“ diskutiert das Konstanzer Wissenschaftsforum diese Herausforderungen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft unter Einbezug einer breiteren Öffentlichkeit. Forschende verschiedener Fachgebieten stellen ihre Ergebnisse vor, zeigen auf mit welchen Fragestellungen sie sich beschäftigen und wie sie mit anderen Fachgebieten zusammenarbeiten, erläutern, wo ihre Erkenntnisse gefestigt sind und wo noch Unsicherheiten bestehen und wo sie konkret Lösungsansätze liefern können. In Diskussionsrunden gehen wir Fragen nach den Herausforderungen des Klimawandels für die Wissenschaft nach und beschäftigen uns auch mit den ethischen Fragen v.a. der Generationen- und globalen Gerechtigkeit, die der Klimawandel aufwirft.