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Sammlung Wilhelm Kamlah
Wilhelm KamlahWilhelm Kamlah wurde am 3.9.1905 in Hohendorf an der Bode geboren. Er studierte Musikwissenschaft, Geschichte, Theologie und Philosophie, in Göttingen, Tübingen, Heidelberg und Marburg, unter anderem bei Rudolf Bultmann und Martin Heidegger. 1931 in Göttingen mit einer Arbeit über frühmittelalterliche Kommentare zur Johannesapokalypse beim Historiker Percy Ernst Schramm promoviert, wird Kamlah 1932 Assistent am Historischen Seminar in Göttingen, bis er 1934 aus politischen Gründen Lehrverbot erhält. 1939 wird er als Soldat eingezogen. 1940 erfolgt seine Habilitation an der Universität Königsberg. Im Juli 1943 wird er in Orel an der Ostfront schwer verwundet. 1945 kann er sich in Göttingen umhabilitieren und nimmt dort die Lehrtätigkeit im Fach Philosophie auf. 1950 wird er dort apl. Prof., 1951 a. o. Prof. an der Technischen Hochschule Hannover. 1954 wird er auf den Lehrstuhl für Philosophie an die Universität Erlangen berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1970 bleibt. Wilhelm Kamlah stirbt am 24.9.1976 in Erlangen.

Kamlahs Ansatz ist eine neuartige Konzeption philosophischer Anthropologie, die sich – in kritischer Auseinandersetzung mit Orientierungen Gehlens, Heideggers und Bultmanns –, bemüht, existentielle Fragen dem vernünftigen Denken zugänglich zu machen. Dieses Bemühen wird ab 1962 durch enge Zusammenarbeit mit dem auf Kamlahs Betreiben nach Erlangen berufenen Mathematiker und Logiker Paul Lorenzen gefördert. Alternativ zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und dem Logischen Empirismus der Analytischen Philosophie entwickelte sich über beider Zusammenarbeit der Methodische Konstruktivismus in der Philosophie – nach dem Ort seiner institutionellen Wurzeln, auch Erlanger Schule genannt.

Der Nachlaß umfaßt 48 Mappen mit durchschnittlich ca. 120 Blatt. Enthalten sind Manuskriptmaterial, Arbeitsunterlagen wie Exzerpte und Literaturlisten, Rezensionen der Veröffentlichungen Kamlahs und Korrespondenz, die sich vorwiegend auf Arbeiten Kamlahs bezieht. Der Nachlaß ist vollständig erfaßt. Das Inventar kann von hier aus im WWW eingesehen und abgesucht werden.

 
 
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