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Graduiertenkollegs "Das Reale in der Kultur der Moderne"

Aktuelles:

Ausschreibung:

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs „Das Reale in der Kultur der Moderne“ ist die Stelle
einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters
1x TV-L E13, 65% (Promotionsstelle, Höchstförderungsdauer: 3 Jahre)
zum 1. April 2015 zu vergeben.
Das Kolleg geht der Frage nach, wie kulturelle Wirklichkeitsreferenz organisiert ist und wie sie auch und gerade in ihren Paradoxien funktioniert.
Beteiligte Fächer: Literaturwissenschaft (Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Romanistik, Slavistik), Medienwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Wissenschaftsgeschichte, Ethnologie.
Von dem/der Bewerber(in) wird erwartet, dass sie ihren Wohnsitz in Konstanz nimmt und sich regelmäßig und aktiv am Studienprogramm des Kollegs beteiligt. Nähere Informationen zu Fragestellung und Forschungsschwerpunkten des Kollegs unter:
http://www.uni-konstanz.de/programm/.
Rückfragen bitte an: Alexander.Zons@uni-konstanz.de.

Bewerbungen sind mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugniskopien), einem max. 10 Seiten umfassenden Exposé des Arbeitsvorhabens mit Zeitplan und einer einseitigen Kurzfassung bis zum 9. Januar 2015 zu richten an:
Universität Konstanz
Graduiertenkolleg „Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fach D 153
D-78457 Konstanz
oder elektronisch (eine pdf-Datei) an: Alexander.Zons@uni-konstanz.de.

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Kurze Zusammenfassung des Profils (deutsch):

Mit dem Realen hat es in der Moderne eine eigentümliche Bewandtnis. Während es für ein spontanes Weltverhalten auf unproblematische Weise gegeben scheint, haben sich Dichter, Künstler, Philosophen und ihr Tun reflektierende Wissenschaftler notorisch schwer mit Aussagen darüber getan, wie die Welt ‚wirklich ist‘. Denn was sich in sprachlichen Repräsentationen oder wissenschaftlichen Experimentalanordnungen zeigt, ist schon nicht mehr das Reale ‚als solches‘, sondern gefiltert durch den Eigensinn menschlicher Erfahrung, kultureller Zeichensysteme und technischer Apparate. 
Diese Unzugänglichkeit des Realen, das in seinem Begriff einerseits die Vorstellung von etwas Eigentlichem und Wesenhaftem erweckt, dessen man andererseits aber nur in gleichsam entstellter Form habhaft zu werden vermag, grundiert die Selbstwahrnehmung der Moderne als einer Epoche, die ihrer Verankerung in der Welt nicht gewiss ist – trotz aller technisch-wissenschaftlichen Erfolge.
Das Graduiertenkolleg hat nicht den Anspruch, dieses sowohl ästhetische wie erkenntnistheoretische Dilemma aufzulösen. Stattdessen soll die dilemmatische Struktur des Wirklichkeitsbezugs der Moderne ihrerseits als kulturelle Gegebenheit angenommen und in ihren wechselnden Gestaltungsweisen analysiert werden. Das Ziel ist es also, das Reale als permanenten Verhandlungsgegenstand der Kultur der Moderne zu profilieren. Dem liegt die Arbeitshypothese zugrunde, dass die Plastizität des Realen ein funktionales Erfordernis moderner Gesellschaften darstellt. Nur so lässt sich auf befriedigende Weise erklären, warum eine derart realitätsmächtige Weltperiode wie die Moderne sich zugleich als eine Epoche imaginiert, die ihren Bezug zur Natur und zum Wesensgrund der Dinge verloren hat.
In der ersten Bewilligungsphase standen die krisenhaft-katastrophischen Ausprägungen dieser Gespaltenheit im Vordergrund. In der zweiten Förderperiode sollen eher die unspektakulären Heuristiken des Realen im gesellschaftlichen ‚Normalbetrieb‘ mitsamt den entsprechenden wissenskulturellen Operationalisierungen in den Blick gerückt werden. Wie bisher geschieht dies aus kultursemiotischer Perspektive, in der Konstanzer Tradition einer Allgemeinen Literaturwissenschaft – im Verbund mit medien- und wissenschaftsgeschichtlichen Ansätzen sowie, neuerdings, einer auf Praktiken und Materialitäten fokussierenden Ethnologie. Das Kolleg ist Teil des Schwerpunkts kulturwissenschaftlicher Grundlagenforschung am Ort und überdies in hochrangige internationale Kooperationen eingebettet.

Short Profile-Overview (english):

Modernity has a peculiar relationship with the real. Whereas in a spontaneous comportment toward the world the real seems to be given in an unproblematic way, writers, artists, philosophers, and scholars and scientists reflective on their own activities have notoriously struggled with claims of how the world 'really is': what reveals itself in linguistic representations or scientific experimental orders is indeed no longer the real 'as such' but is filtered through the stubbornness of human experience, cultural sign systems, and technical apparatuses.
This inaccessibility of the real—a term that inspires, on the one hand, the notion of something actual and essential that one tries, on the other hand, to get hold of in a disfigured form, as it were—grounds the self-perception of modernity as an epoch that is uncertain in its anchoring in the world despite its technical-scientific successes.
The Graduiertenkolleg does not claim to resolve this aesthetic and epistemological dilemma. Rather, the dilemmatic structure of the reference to reality in modernity is assumed as itself a cultural given and analyzed in its varying forms. Thus, the aim is to profile the real as a permanent object of negotiation in the culture of modernity. Underlying this is the working hypothesis that the plasticity of the real represents a functional condition of modern societies. Only in this way can one explain satisfactorily why a historical period so empowered with reality as modernity imagines itself at the same time as an epoch that had lost its relationship to nature and to the essential foundation of things.
The first grant stage foregrounded the critical, catastrophic instances of this schism. The second funding period will bring the unspectacular heuristics of the real in social “everyday business” along with the relevant operationalizations of knowledge cultures. As before, this takes place from the perspective of cultural semiotics in the Konstanz tradition of general literary studies, together with approaches to the history of media and science and, newly, an ethnology focused on practices and materialities. The Kolleg is part of the extant research focus on cultural studies (Kulturwissenschaft) and is embedded in prestigious international cooperations as well.

 

 

 

 

 

 

 


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„Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fach D 153
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