Das Audimax der Universität Konstanz
Das Audimax der Universität Konstanz

Brücken schlagen: Das Studium Generale

Die Universität Konstanz bietet nicht nur ihren Studierenden ein breites Lehrangebot, sondern vermittelt Wissenschaft auch an die Öffentlichkeit.

Was behandeln die Vorträge?

Eine Reihe von Vorträgen beleuchtet ein aktuelles Rahmenthema aus naturwissenschaftlicher, kultureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht. Fachleute aus unterschiedlichen Fachrichtungen erschließen Ihnen wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem neuesten Stand der Forschung.

Wann finden die Vorträge statt?

Die Themen des Studium Generale Wintersemester 2018/19

22. Oktober 2018: Gläserne Bürger intransparente Datensammler: Wann greift der Landesdatenschutzbeauftragte ein?

Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg


 

 

29. Oktober 2018: Die Kumpel-Affen: Zur sozialen Evolution von Primaten

Prof. Dr. Julia Fischer, Georg-August-Universität Göttingen, Kognitive Ethologie


05. November 2018: 1968 - 50 Jahre danach

Prof. Dr. Sven Reichardt, Universität Konstanz, Fach Geschichte

Politische Rebellion, Kulturrevolte, Ausdruck soziokultureller Liberalisierungen,  Autoritätskritik, globale Revolutionsphantasmagorie, politischer Radikalismus, Dogmatismus und Gewaltfixierung, Bildungshunger, osteuropäisches Laboratorium für Reformen eines Dritten Weges, Aufstandsversuch gegen autoritäre Gesellschaftssysteme, Befreiungsbewegung gegen die Ausläufer der Kolonialherrschaft in der Dritten Welt – die Zuschreibungen von Bedeutung der Chiffre „1968“ sind vielfältig. Der Vortrag beginnt damit, die neuesten Trends und Ansätze zur Erforschung der 68er vorzustellen. Er gibt einen Überblick darüber, welche Themen und Interpretationen derzeit diskutiert werden und worin die Chancen und Grenzen dieser Deutungskämpfe liegen.
Im zweiten Teil des Vortrages werde ich in die empirische Forschung einsteigen und den Wandel des kulturellen Lebensstils im Gefolge der 68er-Studentenbewegung veranschaulichen. Anhand des linksalternativen Milieus der Bundesrepublik werde ich auf die Kleidung und das Körperverständnis sowie auf die Ästhetik der Wohngemeinschaften eingehen, um kulturelle Wandlungsprozesse plastisch zu veranschaulichen.
Abschließen werde ich den Vortrag mit Bemerkungen zur neuen Arbeitsformen in der Alternativökonomie. Rund 200 000 meist jungen und oft sehr gut gebildete Beschäftigten hatten sich in den späten siebziger und achtziger Jahre aufgemacht, hierarchische und profitorientierte Arbeitsverhältnisse in selbst verwalteten Betrieben abzuschaffen. Mit der eigenverantwortlichen Einteilung der Arbeitszeit, den flachen Gruppenhierarchien, der Selbstorganisation der Arbeitsabläufe und einem Freiraum für Spontaneität und Solidarität sind ihre Ziele umschrieben. Glückte ihnen dieser Schritt? Was wurde aus ihren Gemeinschaftsverpflichtungen, der Teamarbeit, den neuen Kommunikationskompetenzen und Selbstverpflichtungsstrategien?

Sven Reichardt ist seit 2003 an der Universität Konstanz tätig, zunächst als Juniorprofessor, dann als W3-Professor und seit 2014 als Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte. Promoviert hat er an der FU Berlin im Jahr 2000, war u.a. als Stipendiat am Deutschen Historischen Institut in Rom und als Feodor Lynen Stipendiat der Humboldt-Stiftung an der Rutgers University tätig. Zuletzt war er als Visiting Fellow an der New School for Social Research (2017) und an der Columbia University (2018) tätig.
Seine Forschungsgebiete umfassen die Geschichte der globalen Faschismen in Europa, Asien und der arabischen Welt sowie moderner Diktaturen im 20. Jahrhundert. Damit verbunden ist das Interesse an der interdisziplinären Erforschung der Geschichte der Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Geschichte (neuer) sozialer Bewegungen sowie linker Gegen- und Alternativkulturen bzw. soziokultureller Milieus. Drittens schließlich beschäftigt er sich mit Geschichtstheorien und soziologischen und anthropologischen Ansätzen zur Erforschung historischen Wandels.

Monographien:
1) Reichardt, Sven: Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA (2. Auflage Köln/Weimar/Wien: Böhlau, 2009) (italienische Fassung beim Verlag „il mulino“ 2009) (Preis für das beste Historische Buch von „h-soz-kult“ 2002)
2) Reichardt, Sven /Zierenberg, Malte: Damals nach dem Krieg. Eine Geschichte Deutschlands 1945 bis 1949 (2. Aufl. München: Goldmann, 2009);
3) Reichardt, Sven: Authentizität und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren (2. Aufl. Berlin: suhrkamp, 2014). (shortlist des NDR/SZ Sachbuchpreises 2014 und zweiter Platz für die beste Einzelstudie des Jahres 2014 von der Zeitschrift „damals“)
Insgesamt 11 herausgegebene Sammelbände bzw. Zeitschriftenhefte und über 70 Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden.


 

12. November 2018: Wie kommen die Blütendüfte ins Gehirn?

Prof. Dr. Giovanni Galizia, Universität Konstanz, Fachbereich Biologie

Wir erkennen Düfte ganz unterschiedlicher Herkunft, gute, schlechte, attraktive Parfüms und stinkende Käfer – und können uns an diese Düfte erinnern. Bienen haben auch einen hervorragenden Duftsinn: sie können einer Duftspur über viele Kilometer folgen, und erkennen viele unterschiedliche Gerüche. Sie können aus einer Duftmischung die einzelnen Komponenten herausriechen, und damit z.B. Blüten in der Mitte einer Wiese am Duft erkennen, und sie können den Duft von nektarreichen Blüten wiedererkennen um ihre Sammelleistung zu steigern. Dies erlaubt es den Imkern, selektiven Honig zu produzieren, z.B. Kastanienblütenhonig. Bienen nutzen Düfte auch um innerhalb des Volkes zu kommunizieren, und um zu navigieren.
Wie kann ein relativ einfaches Gehirn, mit knapp unter 1.000.000 Zellen, Millionen von Düften riechen, speichern, und wiedererkennen? Wir untersuchen an der Universität Konstanz, wie die neuronale Kodierung von Düften funktioniert, und wie das zu einer fast unbegrenzten Kapazität des Systems führt. Wie wird Information von einem Hirnareal auf ein anderes übertragen, um unterschiedliche Aspekte der Information zu verarbeiten – von den statistischen Dufteigenschaften, dem Zeitmuster von Düften und ihrer Gedächtnisse? Und was hat das mit dem täglichen Leben der Biene zu tun: wie wirken Pestizide auf das Gehirn der Biene? Warum sehen und riechen Bienen schneller als wir Menschen? Und warum sollte man keine Banane essen, wenn man sich einem Bienenvolk nähert?

C. Giovanni Galizia ist Professor for Zoologie und Neurobiologie am Fachbereich Biologie der Universität Konstanz, sowie Direktor des Zukunftskollegs, ein interdisziplinäres Institute of Advanced Studies für junge WissenschaftlerInnen an der Universität. Giovanni Galizia war 2000 Gründungsmitglied in der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina. Er hat verschiedene Bücher publiziert, unter anderem das Lehrbuch Neurosciences im Springer Verlag, mehrere internationale Symposia und Konferenzen organisiert, wirkt als Editor in verschiedenen Fachzeitschriften mit. Er forscht an der olfaktorischen Kodierung in Insekten, an Mechanismen des Gedächtnisses, und am Verhalten in sozialen Verbünden.

19. November 2018: Zeittakt von Eiszeiten - Was steht uns bevor?

Prof. Dr. Jörn Thiede, Geomar, Universität Kiel

Der Planet Erde hat im Laufe seiner Geschichte viele Vereisungsphasen durchlaufen, die sehr unterschiedlicher Natur waren. Aufgrund der Stellung der Erde in ihrem Orbit um die Sonne und der Geographie der Verteilung von Land und Meer, die sich erst durch die plattentektonischen Bewegungen in der Erdneuzeit entwickelt hat, wird das Klimasystem der jüngsten geologischen Vergangenheit durch eine bipolare Vereisung und große Temperaturunterschiede zwischen polaren und tropischen Klimazonen geprägt. Die Geometrie des Orbits unterliegt regelmässigen und vorhersagbaren Veränderungen, die die Intensität der Sonnereinstrahlung und damit den langfristigen  und vorhersagbarenWechsel von „Eiszeiten“ und „Warmzeiten“ in der Erdneuzeit gesteuert haben. Sehr kurzfristige Schwingungen zwischen „eiszeitlichem“ und „warmzeitlichen“ Klima sind dagegen wesentlich schwieriger zu deuten. Diese Klimaveränderungen erfolgten auf der nördlichen Hemisphäre in der Regel dramatischer und schneller als in der Südhemisphäre und besitzen oft sogar weitreichende Fernwirkungen für südlichere Gebiete der Erde. Über die zukünftige Klimaentwicklung gibt es viele und ungesicherte Spekulationen, aber es gibt kaum Zweifel an ihrer Bedeutung für das Schicksal der Menschheit.

Nach dem Studium der Geologie und Paläontologie von 1962 bis 1971 an den Universitäten Kiel, Wien und Buenos Aires nahm Jörn Thiede von 1967 bis 1982 verschiedene akademische Beschäftigungen an den Universitäten Aarhus (Dänemark), Bergen (Norwegen), Oregon State University (USA) und Oslo (Norwegen) wahr. Seit Ende 1982 wurde er auf eine Professur für Historische Geologie der Universität Kiel berufen, von 1987 bis 1997 war er Professor für Paläo-Ozeanographie an der Universität Kiel und Gründungsdirektor von GEOMAR in Kiel. Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven war er von 1997 bis 2007. 2008-2011 hat er eine Professur „Geologie und Klima“ an der Universität Kopenhagen (Dänemark) inne und war Professor bei UNIS (Svalbard). Seit Anfang 2011 ist er Professor an der Staatlichen Universität Saint Petersburg und leitet dort das Köppen-Labor des Institutes für Erdwissenschaften.

 


 

26. November 2018: Galaktische Archäologie - Der Entwicklung von Galaxien auf der Spur

Prof. Dr. Eva K. Grebel, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Astronomisches Rechen-Institut


Unser Sonnensystem ist mit über hundert Milliarden weiterer Sternsysteme Teil der Milchstraße, unserer Heimatgalaxis. Es gibt unzählige solcher Galaxien; sie sind die sichtbaren Anzeiger der großräumigen Materieverteilung im Universum. Aber wie bilden sich solche Strukturen? Die Entstehung und Entwicklung von Galaxien über kosmische Zeiträume können wir auf zwei Arten untersuchen: Zum einen durch entfernte Galaxien bei hoher Rotverschiebung, die sich aufgrund der endlichen Lichtlaufzeit in sehr viel früheren Entwicklungsphasen befinden. Jedoch lassen sich wegen der großen Entfernung in diesen jungen Galaxien keine Details wahrnehmen und nur die hellsten Objekte detektieren. Zum anderen kann man nahe Galaxien (einschließlich unserer Milchstraße) erforschen, in denen sich sogar einzelne Sterne analysieren lassen. Sterne verschiedenen Alters dienen als Fossilien vergangener Epochen und erlauben es uns, unterschiedliche Stadien der Galaxienentwicklung verfolgen. In der Milchstraße spielt hierbei der Gaia-Satellit eine wichtige Rolle, der mehr als eine Milliarde Sterne genau vermisst.

Eva Grebel promovierte 1995 im Fach Astronomie an der Universität Bonn. 
Nach Postdoc-Aufenthalten an verschiedenen amerikanischen Universitäten
wurde sie im Jahr 2000 zur Forschungsgruppenleiterin am MPI
für Astronomie in Heidelberg berufen. 2003 wurde sie Professorin an der
Universität Basel und übernahm 2004 die Leitung des dortigen
Astronomischen Instituts.  Seit 2007 ist sie ordentliche Professorin für
Astronomie an der Universität Heidelberg und Direktorin am Astronomischen
Rechen-Institut.  Sie ist Sprecherin eines Sonderforschungsbereichs
und Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Ihr
Forschungsschwerpunkt sind stellare Populationen und Galaxienentwicklung.
Ihre Arbeiten wurden mit etlichen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.

 

03. Dezember 2018: Shakespeares serielle Rückkehr: Vom frühneuzeitlichen Drama The Tempest (1610) zur Fernsehserie Westworld (2016)

Prof. Dr. Christina Wald, Universität Konstanz, Fachbereich Literaturwissenschaften

In der ersten Folge der amerikanischen Western-Sci-Fi-Fernsehserie Westworld weicht ein menschenähnlicher Roboter von seinem Skript ab und kündigt in fremd anmutender Diktion seine erbarmungslose Rache an den Anwesenden an. Robert Ford, der Schöpfer der Androide, kann sein Team beruhigen. Er zitiere Literatur, mit der er in einer früheren Rolle als Professor programmiert gewesen sei, allen voran Shakespeare: „No cause for alarm. Simply our old work coming back to haunt us.“ Mit diesem explizit markierten intertextuellen Verweis stellt sich Westworld in die Tradition des frühneuzeitlichen Dramatikers, so wie derzeit viele andere Fernsehserien, die dem Phänomen des sogenannten „Qualitätsfernsehen“ mit komplexen Erzählstrukturen und höchsten Produktionsstandards zuzurechnen sind. Was hat es mit dieser heimsuchenden Qualität des alten Werkes auf sich? Für welche aktuellen Fragestellungen werden Shakespeares Dramen reaktiviert?
Am Beispiel der Beziehungen zwischen Westworld und The Tempest / Der Sturm untersucht der Vortrag, wie Shakespeares frühmoderne Frage nach der Grenze menschlicher Schaffenskraft durch Magie und Wissenschaft zurückkehrt in einem Szenario, das die Unterschiede zwischen menschlicher Identität und künstlicher Intelligenz vor allem in Hinblick auf Erinnerungsvermögen und Sterblichkeit erkundet. Diese Erkundung vollzieht sich in Plotstrukturen, die ihrerseits von seriellen Rückkehr-Momenten geprägt sind, so von der Einholung der Gegenwart durch die Vergangenheit und von der Wiederkehr der Toten zum Leben.

Christina Wald ist Professorin für Englische und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie lehrte zuvor an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Harvard University, der Universität Augsburg und der Universität zu Köln. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der frühen Neuzeit und der Gegenwartsliteratur und -kultur. Publikationen umfassen The Reformation of Romance: The Eucharist, Disguise, and Foreign Fashion in Early Modern Prose Fiction (2014), Hysteria, Trauma and Melancholia: Performative Maladies in Contemporary Anglophone Drama (2007), Medieval Shakespeare (2012) und The Literature of Melancholia: Early Modern to Postmodern (2011). Christina Wald ist Mitherausgeberin des Journal of Contemporary Drama in English und war von 2011-2017 Vorstandsmitglied der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft. Im akademischen Jahr 2017/2018 forschte sie am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz zur Adaption von Shakespeares Dramen in aktuellen Fernsehserien. 

10. Dezember 2018: Vorstellung des Jahresgutachtens zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung

Prof. Dr. Lars Feld, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Volkswirtschaftslehre

17. Dezember 2018: Gerhard Richter: Malerei vor dem Dilemma

Dieter Schwarz,  Kunstmuseum Winterthur

Gerhard Richters Malerei ist seit ihren Anfängen geprägt von dem Dilemma, das er selber benannte, “dass zwar unser Sehen uns die Dinge erkennen lässt, dass es aber gleichzeitig die Erkenntnis der Wirklichkeit begrenzt und partiell unmöglich macht”. Darum kreist der Vortrag, der ausgeht von einem Schlüsselwerk, 4 Glasscheiben (1966), und dann einen Rundgang durch Richters Œuvre unternimmt. Dabei sollen einige der grundlegenden, vermeintlich oft widersprüchlichen Züge seiner Kunst behandelt werden. Dazu zählen die von den Glasscheiben thematisierten Eigenschaften des Bildes, seine Transparenz oder Opazität, der Spiegel als das perfekte Bild der Wirklichkeit. Andererseits bringt Richters Werk auf immer neue Weise die Frage nach dem Zufall ins Spiel, sei es in den Motiven der figürlichen Bilder, sei es in der Abstraktion. Richter ist sich der heiklen Situation des Künstlers bewusst, der in seiner Praxis gezwungen ist, Entscheide zu fällen. Zugleich weiss er um die Unmöglichkeit, diese gültig zu begründen. Als Beispiele dafür werden bedeutende Werke wie 1024 Farben in 4 Permutationen (1973) und 128 Fotos von einem Bild (1978) behandelt. Die Begriffe von Ordnung und Unordnung sind in Richters Schaffen stets gegenwärtig, und er hat dafür in seinen weniger bekannten Schautafeln Bilderverzeichnis und Übersicht einen Ausdruck gefunden. Obwohl Richter ein Maler geblieben ist und sich stets für die Tradition der gegenständlichen Malerei interessierte, soll er auch im Kontext zeitgenössischer minimalistischer, von ihm geschätzter Künstler wie Carl Andre, Sol LeWitt und Robert Ryman betrachtet werden. Der Vortrag schliesst mit dem jüngsten Werk Richters, dem Münsteraner Pendel, das im Sommer 2018 der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Dieter Schwarz, 1953 geboren in Zürich. Studium der deutschen und französischen Literatur, der Linguistik und Komparatistik in Zürich; 1981 Promotion mit einer Arbeit über das literarische Werk von Dieter Roth. 1981–1983 Editionsarbeit für die Adolf Wölfli-Stiftung am Kunstmuseum Bern. 1983–1985 Forschungsaufenthalt als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds in Paris; danach eine Publikation zu Stéphane Mallarmé. 1985–1990 Kurator am Kunstmuseum Winterthur. Von 1990 bis 2017 Direktor des Kunstmuseums Winterthur. Lebt in Zürich.
Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zur Kunst von der historischen Moderne bis zur Gegenwart, insbesondere zur neueren amerikanischen, italienischen und deutschen Kunst. 

07. Januar 2019: Mensch-Computer-Interaktion: Erfolgsgeschichte einer Forschungsdisziplin

Prof. Dr. Harald Reiterer, Universität Konstanz, Fachbereich Informatik und Informationswissenschaften

Ursprünglich war der Computer ein schwergewichtiges und raumfüllendes Werkzeug und nur ausgewählte Spezialisten hatten aufgrund der Komplexität der Bedienung Zugang zu dieser Technologie. Doch die rasante Entwicklung immer leistungsfähigerer, vernetzter Hardware, in Kombination mit neuen Bedienkonzepten, hat dazu geführt, dass der Computer die Welt der geschlossenen Rechenzentren verlassen und zunächst unsere Arbeitsplätze, dann unser Heim und schlussendlich unsere Hosentasche erobert hat. Als nächster Schritt der Entwicklung zeichnet sich die Integration von Computertechnologie in den menschlichen Körper ab, welche eine “Gedankengesteuerte Interaktion” ermöglichen wird (Brain-Computer Interface).

Der Vortrag wird anhand ausgewählter Meilensteine der Forschungsdisziplin „Mensch-Computer-Interaktion“ deren Beitrag zu der mittlerweile allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Computertechnologien veranschaulichen. Der digitale Wandel hätte niemals diese gesellschaftliche und vor allem auch wirtschaftliche Bedeutung erlangt, wenn nicht intuitive Bedienkonzepte zur „Demokratisierung“ der Computernutzung beigetragen hätten. Die Entwicklung derartiger Bedienkonzepte ist das primäre Forschungsziel der Disziplin „Mensch-Computer-Interaktion.“ Der Vortrag wird die eindrucksvolle Erfolgsgeschichte dieser Disziplin nachzeichnen sowie Wege zukünftiger Entwicklungen der Interaktion mit der „Schönen neuen (digitalen) Welt“ aufzeigen.

Prof. Dr. Harald Reiterer ist Inhaber der Professur „Mensch-Computer-Interaktion“ im Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft der Universität Konstanz. Seit über 20 Jahren lehrt und forscht er an der Universität Konstanz. Er hat in dieser Zeit eine Forschungsgruppe aufgebaut, die in verschiedenen Forschungslaboren (Media Room, Interaction Lab, Usability Lab) intuitive Bedienkonzepte entwickelt und erprobt. Die Arbeiten seiner Gruppe wurden auf den führenden Konferenzen und Fachzeitschriften seiner Fachdisziplin veröffentlich und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. 

 

14. Januar 2019: Sammlungspolitik zwischen Vergangenheit und Zukunft - wofür sammeln wir?

Prof. Dr. Ulrich Raulff, Deutsches Literaturarchiv Marbach


21. Januar 2019: Euro, Brexit, Trump: Was wird aus Europa?

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, ifo Institut, München

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist zufriedenstellend, und Deutschland profitiert noch von einer dynamischen Bau- und Exportkonjunktur, die beide auch mit der Nullzinspolitik der EZB zu tun haben. Die EZB hat aber ihr Pulver verschossen und kann nun nicht mehr viel gegen die dunklen Wolken am Horizont machen, die aus Amerika und Großbritannien kommen. Mit den USA bahnt sich ein Handelskrieg an, der zum Schaden der deutschen Automobilindustrie ausgehen könnte. Die Steuerreform von Präsident Trump wird die Zinsen in den USA hochtreiben und entweder den Dollar mitziehen oder Europa zwingen, selbst die Zinsen zu erhöhen. Der Brexit kommt in seine heiße Endphase. Es wird sich bald entscheiden, ob es einen harten Brexit oder eine Lösung gibt, die die EU-Kommission als Rosinenpflücken empfindet. Italien spielt mit dem Austritt aus der Eurozone, weil es nicht weiß, wie es sonst seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen sollte. Alternativ ließen sich die Italiener vielleicht mit dem Angebot einer Transferunion im Euro halten. Ob der Rest Europas, dieses Angebot zu unterbreiten, ist debattierbar.  Jedenfalls steht Europa ein heißer Herbst bevor.

 

 

28. Januar 2019: Was bedeutet die wirtschaftliche Lage für die Finanzstabilität?

Prof. Dr. Claudia M. Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank

ACHTUNG: Vortrag beginnt um 17.00 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung von:



Was ist das Studium Generale?

Die kostenlosen Ringvorlesungen des Studium Generale schlagen Brücken zwischen den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Sie richten sich an Studierende aller Fachrichtungen, interessierte BürgerInnen sowie an SchülerInnen und sind allgemein verständlich.

Die Vorträge des Studium Generale finden
jedes Wintersemester
montags
zwischen 18.15 und 19.45 Uhr
im Auditorium Maximum (Raum A 600) der Universität Konstanz statt.

Konzept: Günter Franke, Paul Leiderer, Bernhard Schink,  Clemens Wischermann

Unterstützen Sie das Studium Generale!

Auch in Zukunft möchte die Universität Konstanz ein qualifiziertes Veranstaltungsprogramm kostenfrei anbieten. Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei mit einer privaten Spende unterstützen.

Empfänger: Universität Konstanz
IBAN: DE92 6005 0101 7486 5012 74
BIC: SOLADEST
Kreditinstitut: BW-Bank Konstanz
Verwendungszweck: Studium Generale, Kst. 15964404, Spende

Den Verwendungszweck bitte unbedingt angeben!

Wir stellen Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Informationen zu den Vorträgen im Studium Generale, vom Wintersemester 2016/17 und Wintersemester 2014/2015, finden Sie im Rückblick!