Warum benötigte die Universität Konstanz einen neuen Bebauungsplan?

Die Universität Konstanz hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1966 kontinuierlich weiterentwickelt. Der Campus, der ursprünglich für 3.000 Studierende vorgesehen war, wird derzeit von über 13.000 Personen (über 11.000 Studierende, 2.300 Beschäftigte sowie zahlreiche Gäste) genutzt. Aktuell umfasst der Hochschulkomplex auf dem Gießberg eine Nutzfläche von rund 120.000 Quadratmetern. Bis zum Jahr 2060 rechnet die Universität mit einem zusätzlichen Flächenbedarf von 55.000 Quadratmetern. Dieser Entwicklungsraum bildet die Grundlage, um wissenschaftliche Schwerpunktprojekte in Konstanz verwirklichen zu können – zum Beispiel profilbildende Großprojekte im Rahmen der Exzellenzstrategie, neue Sonderforschungsbereiche und weitere Verbundforschungsprojekte, Forschungsvorhaben mit spezialisierter Infrastruktur sowie auch infrastrukturelle Rahmenbedingungen für moderne Lehre

Das räumliche Entwicklungspotenzial des ursprünglichen Bebauungsplans aus dem Jahr 1969 ist nahezu vollständig ausgeschöpft und ließe keine weiteren baulichen Entwicklungen zu. Damit die Entwicklung der Universität Konstanz nicht durch räumliche Begrenzung eingeschränkt wird, wurde frühzeitig mit der Planung der Änderung des Bebauungsplans begonnen.

Da Bebauungsplanverfahren und die dafür erforderlichen Prüfungen (unter anderem in den Bereichen Natur- und Denkmalschutz, Verkehrskonzepte etc.) sehr aufwändig sind, wurde das Verfahren zur Erweiterung des Bebauungsplans für die Universität Konstanz mit einem langfristigen Blick angelegt: Das bereits 2011 eröffnete Verfahren der Stadt Konstanz soll einen baulichen Entwicklungshorizont der Universität bis 2060 geben. Dies bedeutet nicht nur Entwicklungspotenzial für die Wissenschaft, sondern auch für einen zentralen Innovationsfaktor der Bodenseeregion und die zugleich größte Arbeitgeberin der Stadt Konstanz. Mit ihrer baulichen Erweiterung möchte die Universität Konstanz bereits heute die Rahmenbedingungen schaffen, um auch in den kommenden Jahrzehnten ihre international führende Rolle in der Wissenschaft weiter ausbauen zu können und den Standort Konstanz weiter zu stärken.