Felix Petersen, Universität Konstanz

Naturschutz und Nachhaltigkeit

Die Universität Konstanz hat einen grünen Campus – und das soll auch so bleiben. Naturschutz und Nachhaltigkeit sind bei unseren baulichen Planungen von zentraler Bedeutung und werden umfassend berücksichtig.

In das Bebauungsplanverfahren, das die Grundlage für die weitere bauliche Entwicklung der Universität bildet, wurden die Naturschutzverbände von Anfang an einbezogen. Eine besondere Rolle spielten die Naturschutzgebiete, die die Universität umgeben und in deren Nachbarschaft  die vorgesehenen neuen Bauflächen liegen. Der Campus ist eingebettet in den Grünzug Lorettowald, Hockgraben und Universitätswald. Diese Umgebung unterliegt unterschiedlichen Schutzkategorien, die die Rahmenbedingungen des Bebauungsplanverfahrens vorgegeben haben. Bereits frühzeitig wurde eine umfangreiche Bestandserhebung und Bewertung der Flora und Fauna durchgeführt. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurde eine Raumwiderstandskarte erstellt, welche die möglichen Entwicklungsräume in Bezug auf Umwelt- und Artenschutz aufzeigt.

Primäres Ziel ist, Eingriffe in den hochwertigen Naturraum so gering wie möglich zu halten. So ist die bauliche Entwicklung vorwiegend auf bereits asphaltierten bzw. bebauten Flächen (darunter die Parkflächen Nord und Süd) vorgesehen. Ein Großteil der neuen Baufläche wird somit auf bereits versiegelter Fläche entstehen.

Wo das nicht möglich ist, finden ökologische Ausgleichsmaßnahmen statt. Hierzu zählen unter anderem der Rückbau von nicht mehr benötigten Straßen, Begrünungen bzw. Dachbegrünungen sowie Gehölzpflanzungen.

Im zentralen Zufahrtsbereich des Campus (Busschleife) wird ein neuer, verkehrsberuhigter Bereich geschaffen. Der südliche Straßenverlauf der Busschleife wird rückgebaut und macht einem grünen Aufenthaltsbereich Platz. Wo bislang Autos fuhren, entsteht ein Begegnungsort im Grünen für kommende Wissenschaftsgenerationen.

Prinzipiell gilt: Gebäude werden saniert, bevor neu gebaut wird. Das Hörsaal-, Seminar- und Bürogebäude X bietet der Universität Ersatzflächen für die Sanierung bestehender Gebäude. Das gibt der Universität den notwendigen Spielraum, um Sanierungen durchführen zu können, ohne den Lehr- und Wissenschaftsbetrieb einschränken zu müssen. Die (energetische) Sanierung der Bestandsgebäude ist Kern der Klimaschutzmaßnahmen für einen klimaneutralen Universitätsbetrieb. Bei der Umsetzung der Baumaßnahmen orientiert sich der Landesbetrieb Vermögen und Bau, Amt Konstanz am Energie- und Klimaschutzkonzept für landeseigene Liegenschaften der Landesregierung Baden-Württemberg.

Nachhaltigkeit ist auch für den laufenden Betrieb der Universitätsgebäude ein wesentlicher Faktor. Universitätsdächer wurden und werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet bzw. begrünt. Für die Kühlung von Gebäuden und Großgeräten nutzt die Universität Bodenseewasser. Die Universität hat ferner ein eigenes Heizkraftwerk, das durch Kraft-Wärme-Kopplung sehr effizient Strom und Heizwärme für den Universitätsbetrieb zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus werden aktuell weitere Energiesparpotentiale identifiziert und in die Praxis umgesetzt. Ziel ist, eine bestmögliche Energieeinsparung bei möglichst geringen Einschränkungen für den Universitätsbetrieb zu erreichen.