Aleida und Jan Assmann. Foto: Corinna Assmann

Balzan-Preisträger 2017

Konstanzer Wissenschaftspaar Aleida und Jan Assmann mit internationalem Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Aleida Assmann, Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz, und Prof. Dr. Jan Assmann, Honorarprofessor der Universität Konstanz und Professor em. am Institut für Ägyptologie Universität Heidelberg, wurden mit dem renommierten und hochdotierten Balzan-Preis 2017 in der Kategorie „Kollektives Gedächtnis“ ausgezeichnet. Wie die Stiftung Balzan-Preis am 11. September 2017 mitteilte, wird der mit 750.000 Schweizer Franken (rund 660.000 Euro) dotierte Preis den Wissenschaftlern für die gemeinsame, interdisziplinäre Erarbeitung des Konzepts „kulturelles Gedächtnis“ verliehen.

Thomas Maissen, Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris und Professor für neuere Geschichte der Universität Heidelberg, betonte in seiner Begründung für die Vergabe des Preises an Aleida und Jan Assmann die Arbeit des Forscherpaares „(…) für den reichen jahrzehntelangen Austausch über sehr unterschiedliche historische Realitäten und Modelle, die sich in völlig außergewöhnlicher Weise als komplementär erwiesen; für zwei darüber hinausreichende individuelle Oeuvres, die das kollektive Gedächtnis als Voraussetzung von religiösen und politischen Identitätsstiftungen und Gemeinschaften präsentieren“.

Die internationale Stiftung Balzan-Preis mit Sitz in Zürich und Mailand zeichnet seit 1957 in jedem Jahr Persönlichkeiten sowohl der Geistes- wie der Naturwissenschaften aus. Der Zweck der Balzan-Preise besteht darin, die Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für Humanität, den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern, unabhängig von Nationalität, Rasse und Religionszugehörigkeit, zu fördern. Die vier auszuzeichnenden Fachgebiete wechseln von Jahr zu Jahr und entstammen dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie der Physik, der Mathematik, der Naturwissenschaften und der Medizin. Die offizielle Preisübergabe wird am Freitag, 17. November 2017, im Nationalratssaal in Bern in Anwesenheit von Bundespräsidentin Doris Leuthard stattfinden. Die Preisträgerinnen und Preisträger müssen die Hälfte des Preisgeldes für die Finanzierung von Forschungsprojekten verwenden.

Aleida Assmann studierte Anglistik und Ägyptologie in Heidelberg und Tübingen und hatte von 1993 bis 2014 die Professur für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz inne. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Generationen in Literatur und Gesellschaft, Deutsche Erinnerungsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg, Kulturwissenschaftliche Gedächtnisforschung und Gedächtnistheorie, Geschichte des Lesens und der Schrift, Menschenbilder – historische Anthropologie. Sie war maßgeblich beteiligte Wissenschaftlerin und Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz. Seit 2016 ist sie Permanent Fellow des Kulturwissenschaftlichen Kollegs Konstanz.

Jan Assmann war von 1976 bis 2003 Professor für Ägyptologie an der Universität Heidelberg und ist seit 2005 Honorarprofessor für Kulturwissenschaft und Religionstheorie an der Universität Konstanz. Seine Forschungsschwerpunkte sind:Ägyptische Religion und Literatur in theoretischer und vergleichender Perspektive, Kulturtheorie, allgemeine Religionswissenschaft sowie die Rezeption Ägyptens in der europäischen Geistesgeschichte. Er ist maßgeblich beteiligter Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz.

Die beiden Wissenschaftler wurden vielfach für ihre Forschung ausgezeichnet. Sie sind Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Wissenschaftsakademien; Jan Assmann gehört auch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an.

Faktenübersicht:

  • Balzan-Preis 2017 in der Kategorie „Kollektives Gedächtnis“ für Aleida und Jan Assmann
  • Preisgeld 750.000 Schweizer Franken (rund 660.000 Euro)
  • Preisverleihung am Freitag, 17. November 2017, im Nationalratssaal in Bern
  • Preisträgerinnen und Preisträger verwenden die Hälfte des Preisgeldes für die Finanzierung von Forschungsprojekten
  • Bereits 1996 wurde der Konstanzer Historiker Prof. Dr. Arno Borst mit dem Balzan-Preis ausgezeichnet.