Fliegender Storch
Fliegender Storch

ICARUS – Tierbeobachtung aus dem Weltraum

ICARUS-Antennensystem auf der Internationalen Raumstation (ISS) ist am 10. Juli 2019 in Betrieb genommen worden – Ab jetzt startet eine rund viermonatige Testphase, anschließender Beginn der Forschungsprojekte voraussichtlich im Herbst/Winter 2019 – "Live-Call" mit Alexander Gerst am 9. Oktober 2018 auf der Insel Mainau – Bei einem Spacewalk am 15. August 2018 wurde die ICARUS-Antenne an der Außenseite der Internationalen Raumstation (ISS) angebracht – Grundsteinlegung des Center for Visual Computing of Collectives am 24. Juli 2018

Das ICARUS-Antennensystem auf der Internationalen Raumstation (ISS) ist am 10. Juli 2019 in Betrieb genommen worden. Nach einer rund viermonatigen Testphase werden voraussichtlich ab Herbst/Winter 2019 Wissenschaftler weltweit mit ICARUS arbeiten können.

Die Tierbewegungsdaten von ICARUS sind über die bereits bestehende Datenbank Movebank frei zugänglich. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg bewilligte aktuell das Projekt „Movebank 2.0“ zur Weiterentwicklung der Datenbank für die Verarbeitung größerer und komplexerer Datenmengen.

-

"Live-Call" mit Alexander Gerst: Im Rahmen des nationalen Ideenwettbewerbs für Schülerinnen und Schüler "Beschützer der Erde", bei dem es um kreative Ideen zur Bewahrung der Erde ging, hat es einen "Live-Call" mit dem ESA-Astronauten Alexander Gerst gegeben. Die Veranstaltung fand am 9. Oktober, zwischen 12 und 16 Uhr im Palmenhaus auf der Insel Mainau statt.

ESA-Astronaut Reinhold Ewald und DLR-Missionsmanagerin Freya Scheffler-Kayser haben die Veranstaltung eröffnet.  Der Konstanzer Professor Martin Wikelski, Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie (MPIO) und Leiter von ICARUS  hat das ICARUS-Projekt vorgestellt.  Highlight war der 20-minütige Live-Call. Ausgewählte Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit erhalten, Alexander Gerst Fragen zu seinem Leben auf der ISS, seiner beruflichen Laufbahn oder auch zum ICARUS-Projekt zu stellen. 

-

Nach 16 Jahren der Vorbereitung wurde die ICARUS-Antenne am 15. August 2018 erfolgreich an der Außenseite der Internationalen Raumstation (ISS) angebracht. „International Cooperation for Animal Research Using Space“ (ICARUS) ist ein gemeinsames Projekt der Universität Konstanz und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell. Das Weltraummodul wird die globale Beobachtung der Wanderbewegungen von Tieren (z. B. Zugvögel, Fledermäuse, Meeresschildkröten) ermöglichen, die mit Sendern ausgestattet sind. Darüber hinaus wird ICARUS es ermöglichen, Umweltdaten (z. B. Windstärke und -richtung, aber auch die Ausbreitung von Virenstämmen) aus der Umgebung der besenderten Tiere zu erheben. Auf diese Weise wird ICARUS uns nicht nur in die Lage versetzen, das Zusammenspiel zwischen Tierwanderungen und dem globalen Ökosystem besser zu verstehen, sondern auch bei der Vorhersage von Naturkatastrophen unterstützen.

ICARUS ist ein tragender Bestandteil des Forschungsbereiches Collective behaviour. Am 24. Juli 2018 wurde der Grundstein für das Gebäude „Center for Visual Computing of Collectives“ (VCC) zur Erforschung von Schwarm- und Kollektivverhalten an der Universität Konstanz gelegt. Das neue Spitzenforschungszentrum soll 2021 fertiggestellt werden und sieben Speziallabore enthalten, in denen 120 Biologen und Informatiker gemeinsam Daten von Tiergruppen erheben und  tierisches Kollektivverhalten erforschen werden.

Wissenschaftlicher Leiter von ICARUS ist Prof. Dr. Martin Wikelski, einer der beiden Direktoren des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell sowie Honorarprofessor der Universität Konstanz. Das ICARUS-Programm wird in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos durchgeführt und von der Europäischen Weltraumbehörde ESA unterstützt.