Barrierefrei studieren

Psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen sind auch an Hochschulen weit verbreitet. Sie können neben dem persönlichen Leiden die Studienleistung stark beeinträchtigen.

Die Universität Konstanz hat sich zum Ziel gesetzt, Barrieren abzubauen und die Studienbedingungen zu verbessern. Deshalb unterstützen wir individuell Studierende in besonderen Lebenslagen, insbesondere mit physischen und/oder psychischen Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten.

Die Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen beraten Sie und helfen Ihnen bei Fragen u. a. zur Studien- und Lebenssituation und zu Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs.

Gerne können Sie mit uns in Kontakt treten oder eine persönliche Sprechstunde vereinbaren. Ein Gespräch mit uns ist immer vertraulich.

Aktuelles

„Kritische Fragen im Vorstellungsgespräch“ Vortrag mit Diskussion
Donnerstag, 30.11.2017, 16:00-17:30 Uhr, Raum F427, Universität Konstanz

Frau Dr. Betina Fecker, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der BRP Renaud und Partner mbH in Stuttgart, wird in einem Impulsvortrag aufzeigen, welche Fragen (etwa zur gesundheitlichen Situation oder in Bezug auf Familienplanung) in Vorstellungsgesprächen (un)zulässig sind, an welcher Stelle Sie wahrheitsgemäße Angaben machen müssen und wo Sie mit der Wahrheit „kreativer“ umgehen dürfen. Im Anschluss an den Vortrag besteht für Sie die Möglichkeit, all Ihre Fragen zu den rechtlichen Dos and Don‘ts im Vorstellungsgespräch loszuwerden. Bitte melden Sie sich für Vortrag und Diskussion bis zum 16.11.2017 verbindlich an unter info-mentoring@uni-konstanz.de

„Selbsthilfegruppe für Erwachsene im Autismus-Spektrum“
Freitag, 10.11.17, 19:00–21:00 Uhr, Raum E 610, Universität Konstanz

Bei dir ist das Asperger-Syndrom bereits diagnostiziert worden oder du bist auf dem Weg zur Diagnosestellung? Dann triff dich mit uns (ggf. mit Begleitperson) in unserer Selbsthilfegruppe von Autisten für Autisten (jeweils 2. Freitag im Monat). Kontakt/Information/Anmeldung: shg-asperger-unikonstanz@web.de

Unterstützung bei Wohn-, Studienfinanzierungs- und Finanzierungsbeihilfefragen

Bei Fragen zum Wohnen, zur Studienfinanzierung oder zu Finanzierungsbeihilfen berät Sie die Sozialberatung des Seezeit Studierendenwerks Bodensee.

Wohnen für Studierende mit Beeinträchtigungen

Im Jan-Hus-Haus , einem Studentenwohnheim des Studierendenwerkes Seezeit in der Rheingutstraße, sind insgesamt sieben behindertengerechte Einzelappartements eingerichtet. Auch im Studentenwohnheim Petershauser Bahnhof gibt es eine barrierfreie und rollstuhlgerechte Wohngemeinschaft.

Nachteilsausgleich im Studium

Studienregelungen, die für alle Studierenden gleich und maßgeblich sind, können für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zu erheblichen Nachteilen und Studienerschwernissen führen. Diesen zusätzlichen Erschwernissen sollen Nachteilsausgleiche entgegen wirken. Sie sind ein zentrales Instrument der Chancengleichheit und tragen dazu bei, dass vorhandene Barrieren in Einzelfällen überwunden werden können. Sie sind keine Bevorzugung und wirken nicht qualitätsmindernd auf die zu erbringenden Leistungen.

Wer kann einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen?

Alle Studierende, deren Studium aufgrund ihrer individuellen Behinderungen oder einer chronischen Erkrankung erschwert wird. Die rechtlich bindende Definition von Behinderung und chronischer Erkrankung ist:

„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist.” (§2 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX)

Diese Definition umfasst auch chronische, d.h. länger andauernde Erkrankungen, wie auch Erkrankungen mit einem episodischen Verlauf (z.B. psychische Erkrankungen, Epilepsie, Herz-Kreislauferkrankungen). Sie umfasst sichtbare, wie nicht sichtbare Beeinträchtigungen und so genannte Teilleistungsstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie.

Was können Nachteilsausgleiche sein?

Nachteilsausgleiche können beim Studienzugang, während des Studiums und bei Prüfungsleistungen Erschwernisse abbauen. Sie können dauerhaft oder einmalig gewährt werden. Sie sollten immer im Einzelfall geprüft und mit dem individuellen Bedarf der bzw.  des Studierenden abgeglichen werden.

Beispiele für Nachteilsausgleiche bei Prüfungsleistungen:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit bei Prüfungen, Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten (z.B. bei Legasthenie, motorischen Einschränkungen, krankheitsbedingten Konzentrationsverlusten, ADS, Asperger Syndrom)
  • Erholungspausen bei Prüfungen (z. B. bei Sehbeeinträchtigungen, Einnahme von konzentrationsbeeinträchtigenden Medikamenten)
  • eigener Bearbeitungsraum bei Prüfungen (z. B. bei krankheitsbedingten Konzentrationsstörungen, Asperger Syndrom)
  • Aufteilung von Prüfungsleistungen in Teilleistungen
  • Personelle oder technische Unterstützung bei Prüfungen (z. B. Gebärdensprachendolmetscher_innen)
  • Ersatz einer Prüfungsform durch eine andere (z. B. mündlich statt schriftlich, Einzel- statt Gruppenprüfung, Hausarbeit statt Referat)

Beispiele für Nachteilsausgleiche im Studienverlauf:

  • Ton- und Videomitschnitte der Lehrveranstaltung
  • Ersatz obligatorischer Präsenzzeiten (z. B. bei chronischen Erkrankungen)
  • Vorlesungsskripte und Handouts zur Vor- und Nachbereitung
  • Modifikation von Praktika

Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?

Um einen Nachteilsausgleich zu beantragen, müssen Studierende in der Regel:

  • einen formlosen Antrag stellen und
  • ein ärztliches Attest beifügen oder nachreichen.

Das Attest kann von Therapeuten, Fach- oder Hausärzten stammen. In manchen Fällen ist ein betriebsärztliches Attest notwendig. Diagnostische Tests (z. B. bei Lese- und Rechtschreibschwäche) sollten nicht älter als 5 Jahre sein.

Der Antrag und das Attest müssen enthalten:

  • wichtige Angaben zu der Krankheit,
  • die daraus resultierenden, konkreten Erschwernisse für Ihr Studium und
  • Lösungsvorschläge für einen individuellen Nachteilsausgleich.

Eine Diagnose muss in beiden Schreiben nicht genannt werden.

Die Unterlagen reichen Sie bei dem/der zuständigen Fachbereichsreferent_in oder dem entsprechenden Prüfungsamt ein.

Wichtig: Beachten Sie die Antragsfristen – Anträge auf Nachteilsausgleiche für Prüfungsleistungen müssen rechtzeitig gestellt werden!

Anmerkung für Lehrende

 Laut bundesweiten Erhebungen des Deutschen Studentenwerks haben ca. 8% der Studierenden studienerschwerende Beeinträchtigungen. Dennoch machen nur wenige Betroffene von ihrem Recht auf einen Nachteilsausgleich Gebrauch, auch aus Sorge vor Sonderbehandlung, Stigmatisierung und Verdächtigungen auf Missbrauch oder Nichteignung für ein Studium.

Wirken Sie als Lehrkraft diesen Ängsten entgegen, sorgen Sie für Transparenz bei relevanten Nachteilsausgleichen und gehen Sie ermutigend auf betroffene Studierende zu! Nachteilsausgleiche können zusätzliche Erschwernisse beheben und Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ermöglichen, ihr Studium sorgenfreier und erfolgreich abzuschließen.

Tipps für Studierende

- Holen Sie sich Beratung und Unterstützung, wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind.
- Überlegen Sie sich, welche Auswirkungen Ihre Beeinträchtigungen auf Ihr Studium haben können und welche Nachteilsausgleiche Ihnen zusätzliche Erschwernisse ersparen könnten.
- Beachten Sie wichtige Fristen bei Anträgen auf Nachteilsausgleiche.

Studierende im Rollstuhl

Die Universität Konstanz bietet günstige Studienbedingungen für rollstuhlfahrende Studierende: Fast sämtliche Räume in allen Gebäudeteilen können Sie über Aufzüge und Rampen erreichen. Es gibt mehrere behindertengerechte Telefone und Toiletten. Sonderparkplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung finden Sie  direkt vor den Haupteingängen der Universität.

Parkausweise und Bustransfer

Einen Parkausweis für die Sonderparkplätze direkt vor den Haupteingangsgebäuden, die für Studierende mit einer Beeinträchtigung reserviert sind, erhalten Sie beim Gebäudeservice der Universität. Ihr Ansprechpartner beim Gebäudeservice ist  Waldefried Hurrle.

Ein Transport von und zur Universität ist auch über soziale Dienste wie beispielsweise den Malteser Hilfsdienst  möglich.

Studierende mit Hörbeeinträchtigung 

In allen Hörsälen der Universität sind Lautsprecheranlagen installiert. Zudem besitzt die Universität Anlagen für den Einsatz tragbarer Mikrofone („Microports“).

An wen kann ich mich wenden?

Wenn Sie mehr Informationen zum Thema haben wollen, dann finden Sie im Referat für Gleichstellung, Familienförderung und Diversity die richtige Anlaufstelle:

Beauftragte für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Anna Blank

anna.blank@uni-konstanz.de

Studis mit Studis

"Studis mit Studis" ist ein Begleitungsangebot für Studierende mit oder nach einer psychischen Erkrankung. Die Begleitung versteht sich u.a. als Ergänzung zur Studienberatung oder zur ambulanten psychotherapeutischen/ psychiatrischen Behandlung wie auch als Hilfe bei einem Wiedereinstieg in den Studienalltag nach einer stationären oder teilstationären Behandlung. Es stehen eine tutorielle Einzelbegleitung und/ oder ein Gruppenangebot zur Verfügung.

Einzelbegleitung

In der Einzelbegleitung wird eine individuelle und praktische Unterstützung beim Wiedereinstieg ins Studium gegeben. Die Tutor_innen, die selbst auch Studierende an der Universität Konstanz sind, können bei folgenden Themen behilflich sein:

  • Beratung zur Gestaltung des Studienalltags
  • Semesterplanung
  • Lern- und Arbeitstechniken
  • Stressmanagement, Umgang mit Prüfungsangst, Aufschiebeverhalten
  • Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Lehrenden und Beratungsstellen
  • Aufarbeitung des verpassten Lernstoffs
  • etc.

Gruppenangebot

In dem Gruppenangebot können Themen zum Studium mit anderen Studierenden, die seit einiger Zeit in ambulanter und/oder stationärer psychiatrischer/psychotherapeutischer Behandlung sind (bzw. waren), besprochen werden. Die Gruppenmitglieder können sich zu persönlichen, sozialen und organisatorischen Problemen austauschen (z.B. Motivationsprobleme, Lernschwierigkeiten, Angst vor Prüfungssituationen, krankheitsbedingte Unterbrechungen des Studiums, Unsicherheiten im sozialen Kontakt an der Universität, Strukturierungsprobleme im Alltag,…), sich gegenseitig unterstützen sowie gemeinsam Bewältigungsstrategien bearbeiten.

Persönliche Krisen und/oder psychische Probleme im Studium und Leben

Bei persönlichen Krisen und Problemen können Sie sich an die Psychotherapeutische Beratungsstelle (PBS) wenden.

Die psychotherapeutische Ambulanz bietet psychotherapeutische Behandlungen (Schwerpunkt Verhaltenstherapie) bei psychischen Erkrankungen an.

Falsches Fach gewählt? Fachwechsel?

Die Zentrale Studienberatung bietet Informationen und Beratungsangebote zum Studium im Allgemeinen (z.B. Fachwahl und –wechsel, Studiumsabbruch, Lern- und Prüfungsschwierigkeiten).

Ein anonymes Gespräch

In den Abendstunden, wenn die offiziellen Beratungsstellen der Hochschulen und des Studentenwerks nicht mehr erreichbar sind, bietet die Nightline Konstanz die Möglichkeit zu einem anonymen Telefongespräch.

Angebote zur Kompetenzstärkung

Hier finden Sie eine Zusammenstellung unterschiedlicher Kurse und Angebote zur Kompetenzstärkung:

PrüfungsangstHase
PrüfungsangstHase

Prüfungsangst

Sie beherrschen den Stoff eigentlich - können ihn aber in der Klausur nicht abrufen? Schon der Gedanke an eine Prüfung löst bei Ihnen Schweißausbrüche aus? Sie fühlen sich nicht gut genug vorbereitet oder schaffen es nicht, Ihren (Noten-)Ansprüchen zu genügen?

Was ist Prüfungsangst?

Prüfungsangst beschreibt eine Aufgeregtheit oder Sorge angesichts von Bewertungssituationen oder Leistungsanforderungen. Diese Aufgeregtheit kann sich durch eine innere Unruhe bemerkbar machen, kann aber auch zu körperlichen Symptomen wie zittrigen Händen oder Schweißausbrüchen führen. Es können auch Beschwerden wie Schwindel oder Übelkeit als Folge der Angst auftreten.

Die Angst kann sich auf verschiedene Aspekte der Prüfung beziehen:

  • Angst vor der Prüfungssituation
  • Angst während der Prüfung, Blackouts
  • Angst vor den Folgen eines Misserfolgs

Eine gewisse Nervosität oder Aufregung vor Prüfungen ist normal - und gut, denn sie steigert die Konzentration. Wenn eine gewisse Schwelle überschritten ist, kehrt es sich jedoch um: ein Zuviel an Nervosität kann Sie blockieren.

Die gute Nachricht: Prüfungsängste lassen sich gut in den Griff bekommen - wenn man sie einmal (an)erkannt hat.

Was kann ich gegen Prüfungsängste tun?

Prüfungsängste können sich bei jedem anders anfühlen und unterschiedliche Ursachen haben. Verschiedene Strategien können Ihnen helfen, Ihre Prüfungsängste in den Griff zu bekommen.


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