Barrierefrei studieren

Die Universität Konstanz hat sich zum Ziel gesetzt, Barrieren abzubauen und die Studienbedingungen zu verbessern. Deshalb unterstützen wir individuell Studierende in besonderen Lebenslagen, insbesondere mit physischen und/oder psychischen Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten.

Die Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten beraten und helfen Ihnen bei Fragen u. a. zur Studien- und Lebenssituation und zu Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs.

Unterstützung bei Wohn-, Studienfianzierungs- und Fianzierungsbeihilfefragen

Bei Fragen zum Wohnen, zur Studienfinanzierung oder zu Finanzierungsbeihilfen berät Sie die Sozialberatung des Seezeit Studierendenwerks Bodensee.

Wohnen für Studierende mit Beeinträchtigungen

Im Jan-Hus-Haus , einem Studentenwohnheim des Studierendenwerkes Seezeit in der Rheingutstraße, sind insgesamt sieben behindertengerechte Einzelappartements eingerichtet. Auch im Studentenwohnheim Petershauser Bahnhof gibt es eine barrierfreie und rollstuhlgerechte Wohngemeinschaft.

Nachteilausgleich im Studium

Wer kann einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen?

Alle Studierende, deren Studium aufgrund ihrer individuellen Behinderungen oder einer chronischen Erkrankung erschwert wird.

Die rechtlich bindende Definition von Behinderung und chronischer Erkrankung ist:

„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige

Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger

als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht

und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist.”

(§2 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX)

Diese Definition umfasst auch chronische, d.h. länger andauernde

Erkrankungen, wie auch Erkrankungen mit einem episodischen Verlauf (z.B.

psychische Erkrankungen, Epilepsie, Herz-Kreislauferkrankungen). Sie

umfasst sichtbare, wie nicht sichtbare Beeinträchtigungen und so

genannte Teilleistungsstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie.

Was können Nachteilsausgleiche sein?

Nachteilsausgleiche können beim Studienzugang, während des Studiums

und bei Prüfungsleistungen Erschwernisse abbauen. Sie können dauerhaft

oder einmalig gewährt werden. Sie sollten immer im Einzelfall geprüft

und mit dem individuellen Bedarf der bzw.  des Studierenden abgesprochen

werden.

Beispiele für Nachteilsausgleiche bei Prüfungsleistungen:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit bei Prüfungen, Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten (z.B. bei Legasthenie, motorischen Einschränkungen, krankheitsbedingten Konzentrationsverlusten, ADS, Asperger Syndrom)
  • Erholungspausen bei Prüfungen (z. B. bei Sehbeeinträchtigungen, Einnahme von konzentrationsbeeinträchtigenden Medikamenten)
  • eigener Bearbeitungsraum bei Prüfungen (z. B. bei krankheitsbedingten Konzentrationsstörungen, Asperger Syndrom)
  • Aufteilung von Prüfungsleistungen in Teilleistungen
  • Personelle oder technische Unterstützung bei Prüfungen (z. B. GebärdensprachendolmetscherInnen)
  • Ersatz einer Prüfungsform durch eine andere (z. B. mündlich statt schriftlich, Einzel- statt Gruppenprüfung, Hausarbeit statt Referat)

Beispiele für Nachteilsausgleiche im Studienverlauf

  • Ton- und Videomitschnitte der Lehrveranstaltung
  • Ersatz obligatorischer Präsenzzeiten (z. B. bei chronischen Erkrankungen)
  • Vorlesungsskripte und Handouts zur Vor- und Nachbereitung
  • Modifikation von Praktika

Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?

Um einen Nachteilsausgleich zu beantragen, müssen Studierende in der Regel:

  • einen formlosen Antrag stellen und
  • ein ärztliches Attest beifügen oder nachreichen.

Das Attest kann von Therapeuten, Fach- oder Hausärzten stammen. In

manchen Fällen ist ein Betriebsärztliches Attest notwendig.

Diagnostische Tests (z. B. bei Lese- und Rechtschreibschwäche) sollten

nicht älter als 5 Jahre sein.

Der Antrag und das Attest müssen enthalten:

  • wichtige Angaben zur der Krankheit,
  • die daraus resultierenden, konkreten Erschwernissen für Ihr Studium und
  • Lösungsvorschläge für einen individuellen Nachteilsausgleich.

Eine Diagnose muss in beiden Schreiben nicht genannt werden.

Die Unterlagen reichen Sie beim dem/der zuständigen FachbereichsreferentIn oder dem entsprechenden Prüfungsamt ein.

Wichtig: Beachten Sie die Antragsfristen – Anträge auf Nachteilsausgleiche für Prüfungsleistungen müssen rechtzeitig gestellt werden!

Anmerkung für Lehrende

Laut bundesweiten Erhebungen des Deutschen Studentenwerks haben ca.

8% der Studierenden studienerschwerende Beeinträchtigungen. Dennoch

beanspruchen nur wenig Betroffene dieses Recht, auch aus Sorge vor

Sonderbehandlung, Stigmatisierung und Verdächtigungen auf Missbrauch

oder Nichteignung für ein Studium. Wirken Sie als Lehrkraft diesen

Ängsten entgegen, sorgen Sie für Transparenz bei relevanten

Nachteilsausgleichen und gehen Sie ermutigend auf betroffene Studierende

zu!. Nachteilsausgleiche können zusätzlicheErschwernisse vermeiden und

Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ermöglichen,

ihr Studium sorgenfreier und erfolgreich abzuschließen.

Tipps für Studierende

- Holen Sie sich Beratung und Unterstützung, wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind.
- Überlegen Sie sich, welche Auswirkungen Ihre Beeinträchtigungen auf Ihr Studium haben kann und welche Nachteilsausgleiche Ihnen zusätzliche Erschwernisse ersparen könnten.
- Beachten Sie wichtige Fristen bei Anträgen auf Nachteilsausgleiche.

Studierende im Rollstuhl

Die Universität Konstanz bietet günstige Studienbedingungen für rollstuhlfahrende Studierende: Fast sämtliche Räume in allen Gebäudeteilen können Sie über Aufzüge und Rampen erreichen. Es gibt mehrere behindertengerechte Telefone und Toiletten. Sonderparkplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung finden Sie  direkt vor den Haupteingängen der Universität.

Parkausweise und Bustransfer

Einen Parkausweis für die Sonderparkplätz direkt vor den Haupteingangsgebäuden, die für Studierend mit einer Beeinträchtigung reserviert sind, erhalten Sie beim Gebäudeservice der Universität. Ihr Ansprechpartner beim Gebäudeservice ist  Waldefried Hurrle.

Ein Transport von und zur Universität ist auch über soziale Dienste wie beispielsweise den Malteser Hilfsdienst  möglich.

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