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Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Was sind psychische Belastungen?

Psychische Belastungen sind laut der DIN EN ISO 10075 „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“.

Sie führen zu psychischen Beanspruchungen, die anregend oder beeinträchtigend empfunden werden können. Die Begriffe Belastung und Beanspruchung sind in diesem Zusammenhang neutral gemeint. Ob sie sich positiv oder negativ auswirken hängt von den individuellen Stärken (Ressourcen) sowie von der Situation ab.

Beispiel: Aufgabenvielfalt wirkt auf Person A abwechslungsreich und anregend, auf Person B jedoch überfordernd und einengend.

Welche Aufgabe haben ArbeitgeberInnen?

Psychische Fehlbelastungen (z. B. hoher Termindruck, unklare Aufgaben, Konflikte am Arbeitsplatz) können sich negativ auf die Gesundheit auswirken, das Unfallrisiko erhöhen und Erkrankungen nach sich ziehen (z. B. Kopfschmerzen, Magenprobleme, Schlaflosigkeit).

ArbeitgeberInnen sind im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen zu  erhalten und zu verbessern. Darüber hinaus haben sie Maßnahmen zu ergreifen, die eine menschengerechte Arbeit möglich machen und weder zur Über-, noch zur Unterforderung führen. Hierzu sind sie angehalten, regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, die sowohl physischen (Ergonomie, Beleuchtung, Lärm, Schadstoffe etc.) als auch die psychischen (z. B. Handlungsspielraum, Klarheit der Aufgaben, soziale Unterstützung) Einflüsse auf die Arbeitsplätze ermitteln, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Wie werden psychische Belastungen an der Universität Konstanz ermittelt?

Die Universität Konstanz hat sich dazu entschieden, eine Beschäftigtenbefragung durchzuführen, um psychische Fehlbelastungen zu identifizieren und Handlungsfelder zu ermitteln.

Als Befragungsinstrument wurde der „Bielefelder Fragebogen“ ausgewählt. Der Fragebogen basiert im Wesentlichen auf dem von Prof. Dr. Badura entwickelten Fragebogen zur „Erhebung der Zusammenhänge zwischen Organisationsbedingungen und Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (PROSOB).

Er entspricht den Leitlinien der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz und berücksichtigt verschiedene Beschäftigungsgruppen (ProfessorInnen, WissenschaftlerInnen und MitarbeiterInnen im wissenschaftsunterstützenden Dienst). Die Skalen und Items wurden dem Hochschulkontext angepasst. Hierbei wurde u. a. nach folgenden Themenfeldern gefragt: Allgemeine Arbeitssituation, Führungskultur, Kultur der Zusammenarbeit, Commitment, Engagement und Arbeitszufriedenheit oder Gesundheit.

Die Befragung erfolgte freiwillig und anonym, die Herstellung eines Personenbezugs war zu keinem Zeitpunkt möglich. Die Durchführung der Befragung sowie die Auswertung der Daten erfolgte über die Salubris Badura & Münch GbR in Bielefeld.  

Wie geht es nach der Befragung weiter?

Nach der Befragung beginnt für die Universität Konstanz die eigentliche Arbeit: Die Daten wurden vom Bielefelder Institut Salubris ausgewertet und im April an die Universität übermittelt.

Die Ergebnisse wurden mit verschiedenen Gremien diskutiert und der Universitätsöffentlichkeit am 10. Mai 2016 präsentiert. Die Ergebnisse sind im geschützten Bereich für MitarbeiterInnen der Universität abrufbar. Bitte loggen Sie sich dazu oben rechts unter "Meine Universität" ein.

Zudem wurde eine Steuerungsgruppe zur Maßnahmenentwicklung und -koordination eingerichtet. An ihr sind beteiligt: der Kanzler, die Personalleitung, der Personalrat, die Arbeitssicherheit, die Gesundheitsförderung sowie Kommunikation und Marketing. 

Im Juli 2016 starteten die Workshops zu den wichtigsten Handlungsfeldern, um über Ihre Rückmeldungen Ansatzpunkte für die Maßnahmenentwicklung zu erhalten, damit die zukünftigen Angebote auch Ihren Wünschen entsprechen.

Sie haben Anregungen und Wünsche zur Maßnahmenentwicklung? Dann teilen Sie uns diese unter ma-befragung@uni.kn mit.

Workshops für MitarbeiterInnen

Räumliche Ausstattung und äußere Rahmenbedingungen

Sowohl ProfessorInnen, WissenschaftlerInnen als auch MitarbeiterInnen im wissenschaftsunterstützenden Dienst haben in der Befragung die räumliche Ausstattung ihrer Arbeitsbereiche als wichtiges Handlungsfeld genannt. Der Workshop hatte daher zum Ziel, Anregungen zu sammeln, wie die räumliche Situation im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten angenehmer gestaltet werden könnte.

Datum und Uhrzeit: 25.07.2016 (10:00-12:00 Uhr)
Zielgruppe: Alle Beschäftigtengruppen
Moderation: Maren Rühmann

Wertschätzung

Die MitarbeiterInnen des wissenschaftsunterstützenden Diensts haben der ihnen entgegengebrachten Wertschätzung mittlere Noten erteilt und das Thema als  wichtiges Handlungsfeld bewertet. Im Workshop wollten wir herausfinden, was für Sie Wertschätzung am Arbeitsplatz bedeutet und wie Ihre Leistungen von Seiten Ihrer Führungskraft und der Universität gewürdigt werden könnte.

Datum und Uhrzeit: 26.07.2016 (10:00-12:00 Uhr)
Zielgruppe: nur wissenschaftsunterstützender Dienst
Moderation: Dr. Christine Abele

Entwicklungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven

Im Rahmen der Beschäftigtenbefragung zum Thema psychische Belastungen

am Arbeitsplatz haben 35% der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des wissenschaftsunterstützenden Diensts einen Handlungsbedarf für das Thema Entwicklungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven" genannt.

Im Vertiefungsworkshop gingen wir u. a. folgenden Fragen nach: Was bedeuten Entwicklungsmöglichkeiten für Sie? Welche Unterstützung erwarten Sie sich von Ihrer Führungskraft? Welche von der Universität als Arbeitgeberin?

Datum und Uhrzeit: 6. Oktober (10:00-12:00 Uhr)
Zielgruppe: Wissenschaftsunterstützender Dienst
Moderation: Björn Gross (Career Life Cycle Consultancy, Tägerwilen)

Gelebte Kultur an der Uni Konstanz

Im Rahmen der Beschäftigtenbefragung zum Thema psychische Belastungen am Arbeitsplatz haben 35% der Mitarbeiter und MitarbeiterInnen im wissenschaftsunterstützenden Dienst angegeben, dass die gelebte Kultur an der Universität verbessert werden sollte. In einem vertiefenden Workshop wollen wir diesem Thema nun mit Ihnen näher auf den Grund gehen.

Im Workshop ginge wir u. a. folgenden Fragen nach:

Wie erleben Sie derzeit die Organisationskultur an der Universität? Wo sehen Sie Diskrepanzen zwischen den offiziellen Vorgaben und der tatsächlichen Umsetzung? Was braucht es aus Ihrer Sicht für ein „gutes Klima“ - in welchen Bereichen hat die Universität Konstanz noch Nachholbedarf?

Für die Entwicklung von Maßnahmen ist uns Ihre Meinung wichtig. Nur so können wir Veränderungen anstoßen, die Ihren Wünschen entsprechen.

Datum und Uhrzeit: Dienstag, 22. November 2016, 9:30 bis 11:30 Uhr
Moderation: Roberto Hirche (ssi Akademie Bodensee, Konstanz)
Zielgruppe: MitarbeiterInnen des wissenschaftsunterstützenden Dienstes ohne Führungsverantwortung

Gesunde Arbeitsbedingungen für NachwuchswissenschaftlerInnen

Promovierende und Postdocs müssen im Rahmen ihrer wissenschaftlichen und lehrenden Aufgaben zahlreichen Anforderungen standhalten, die sich gesundheitsbeeinträchtigend auswirken können.

Der Workshop  ging u. a. folgenden Fragen nach: Wie lassen sich gesunde Bedingungen im Wissenschaftsbetrieb gestalten?  Welche Gesundheitsthemen beschäftigen Sie? Was kann aus Ihrer Sicht die  Universität tun, um Arbeitsbedingungen gesundheitsorientiert zu entwickeln?

Datum und Uhrzeit: Dienstag, 31.01.2017 (10:00-12:00 Uhr)
Raum: E 610
Moderation: Silke Hell (Academic Staff Development, Universität Konstanz)
Zielgruppe: Promovierende und Postdocs

Was tut die Universität Konstanz, um psychische Fehlbelastungen zu reduzieren?

Die Universität Konstanz bietet auch gegenwärtig bereits eine Vielzahl an Maßnahmen, um Belastungen im Arbeitsalltag entgegenzuwirken:

1. Flexible Arbeitsorganisation

Die Möglichkeiten der flexiblen Arbeitsorganisation unterstützen Sie dabei, private und gesundheitliche Belange mit beruflichen Anforderungen zu koordinieren. Die Universität Konstanz bietet Ihnen dazu:

  • Gleitzeit
  • Teilzeitangebote
  • Telearbeitsangebote

Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem/Ihrer Vorgesetzten und stellen Sie ggf. einen Antrag in der Personalabteilung (bei Teilzeit- oder Telearbeitswunsch).

2. Individuelle Unterstützungsangebote

3. Hilfe bei persönlichen Konflikten und Krisen

Konflikte im Privatleben oder am Arbeitsplatz sowie persönliche Krisen belasten schwer. Die Universität Konstanz möchte Sie dabei unterstützen, schwierige Phasen zu bewältigen.

In Kooperation mit dem Caritasverband Konstanz e. V. bietet Ihnen die Universität Konstanz eine kostenlose, vertrauliche und anonyme psychosoziale Beratung an.

Weitere Informationen finden Sie im Faltblatt zum Beratungsangebot Caritasverbands Konstanz.

Kontaktdaten:
Jochen Trautner
07531 1200-250
trautner@caritas-kn.de

4. Kurse zur Entspannung und Stressprävention

Die Universität Konstanz bietet Ihnen jedes Semester verschiedene Angebote zur besseren Stressbewältigung und Resilienzstärkung: