Neuropsychologie: Eine Kultur der Vielfalt und Interdisziplinarität

32. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie e.V. 2017

Die Jahrestagung 2017 findet vom 21. bis 23. September 2017 an der Universität Konstanz statt.

Die Organisatoren sind Prof. Dr. Thomas Elbert und Frau Dr. Jennifer Randerath.

Online-Anmeldung

Hinweis

Deadline Einreichung von Abstracts: 31. Mai 2017

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Programmübersicht

Donnerstag 21.09.2017:

Treffen der Arbeitskreise (GNP), Mitgliederversammlung, Eröffnungsvortrag, Get together / Eröffnung der Industrie-Ausstellung

Freitag 22.09.2017:

Eingereichte Symposien und Poster, Geplante Symposien, Preisverleihungen, Gesellschaftsabend

Samstag 23.09.2017:

Eingeladener Redner, eingereichte Symposien, geplante Symposien, Workshops, Praxis-Symposium Kliniken Schmieder

Eingeladene Redner:

  • Dieter F. Braus, Wiesbaden (Deutschland): EinBlick ins Gehirn: Neuroplastizität und Lernen (Donnerstag, 21.09, 19.00 Uhr)
  • Georg Goldenberg, Wien (Österreich): Kommunizieren und Manipulieren – Dualität der Handfunktion und Dualität der Apraxien (Samstag, 23.09, 11.30 Uhr)

Geplante Symposien:

  • Christian Büchel, Hamburg: Affektive Neurowissenschaften
  • Christian Dettmers, Konstanz: Fatigue
  • Shu-Chen Li, Dresden & Michael Nitsche, Dortmund: Neurokognitive Plastizität im hohen Alter
  • Paul Pauli, Würzburg & Andreas Mühlberger, Regensburg: Virtuelle Realität
  • Jens Pruessner, Montreal (CAN): Altern und kognitive Marker
  • Hans Otto Karnath & Marc Himmelbach, Tübingen: Apraxie in den Neurowissenschaften

Wissenschaftliches Kommitee

Mitglieder

Vorsitz: Jennifer Randerath und Thomas Elbert, Universität Konstanz

Prof. Dr. Dr. Hans-Otto Karnath, Universität Tübingen

Prof. Dr. Joachim Liepert, Kliniken Schmieder Konstanz

Prof. Dr. Dr. Martin Peper, Universität Marburg

Prof. Dr. Brigitte Rockstroh, Universität Konstanz

Prof. Dr. Christian Wienbruch, Universität Konstanz

Prof. Dr. Klaus Willmes-Hinckeldey, RWTH Aachen

Praxisorientiertes Programm am Samstagnachmittag, 23.09: 14.00-17.00

Während am Freitag und am Samstagvormittag der Schwerpunkt auf den wissenschaftlichen Vorträgen und Postern liegt, bietet das Samstagnachmittag-Programm praxisorientierte Beiträge , die von den Tagungsteilnehmern kostenfrei gebucht werden können. Die praxisorientierten Beiträge sind akkreditiert für die Postgraduierte Weiterbildung Klinische Neuropsychologie. Die Veranstaltungen können nur für eine begrenzte Teilnehmerzahl angeboten werden. Sie können an einem Workshop an der Universität (je 4 Unterrichtseinheiten) oder an dem Praxissymposium (max. 2 Unterrichtseinheiten) in den Kliniken Schmieder in Allensbach teilnehmen. Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung. Weitere  Infos finden Sie hierunter, oder zum Download in der rechten Spalte (Programm).

Workshop-Programm an der Universität

Workshop A: Physiologie, psychologische Effekte und Anwendung der transkraniellen elektrischen Stimulation (tES)

Leitung: Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Michael A. Nitsche, & Dr. Min-Fang Kuo
vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung Dortmund

Der Workshop ist im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltung zum/r Klinischen Neuropsychologen/in mit 4 Unterrichtseinheiten akkreditiert für den Curriculumspunkt 06 Allgemeine Neuropsychologie: Neuroplastizität und neuropsychologische Interventionsansätze.

Der Workshop beinhaltet folgende Themen:

  • Physiologische Grundlagen der transkraniellen Gleich- und Wechselstromstimulation
  • Anwendung der tDCS und tACS zur Modulation von psychologischen und Verhaltensprozessen
  • Praktische Anwendung der Interventionsverfahren

Dauer: 3 Stunden
Max. Teilnehmerzahl: 25
Kosten: keine

Beispiel-Referenz: Shin YI, Foerster Á, Nitsche MA. Transcranial direct current stimulation (tDCS) - application in neuropsychology. Neuropsychologia. 2015 Mar;69:154-75.

Workshop B: Eine praktische Einführung in die Kurzversion des Diagnostikinstruments für Gliedmaßen-Apraxie (DILA-S) – Von der Imitation bis zum tatsächlichen Objektgebrauch.

Leitung: Dr. Dipl. Psych. Jennifer Randerath, M. Sc. Psych. Ilka Buchmann & M. Sc. Psych. Lisa Finkel
von der Universität Konstanz / Lurija Institut

Der Workshop ist im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltung zum/r Klinischen Neuropsychologen/in mit 4 Unterrichtseinheiten akkreditiert für den Curriculumspunkt 03 Allgemeine Neuropsychologie: Neurologische Krankheitsbilder (Diagnostik, Verlauf, Therapie).

Der Workshop beinhaltet folgende Themen:

  • Gliedmaßen-Apraxie - historischer und neurologischer Hintergrund
  • Apraxie-Diagnostik (Schwerpunkt: praktische Übungen zur anschaulichen Vermittlung.)

Dauer: 3 Stunden
Max. Teilnehmerzahl: 25
Kosten: keine

Beispielreferenz: Buchmann I. & Randerath J. (Cortex, in press). Selection and application of familiar and novel tools in patients with left and right hemispheric stroke: Psychometrics and normative data.

Workshop C: Möglichkeiten und Grenzen der neuropsychologischen Demenzdiagnostik bei Patienten mit Migrationshintergrund – ein Update zum Transkulturellen Assessment (TRAKULA)

Leitung: Prof. Dr. Dipl. Psych. Josef Kessler, Dipl.-Psych. Ümran Sema Seven & M.Sc. Psych. Görkem Anapa
vom Universitäts-Klinikum Köln

Der Workshop ist im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltung zum/r Klinischen Neuropsychologen/in mit 4 Unterrichtseinheiten akkreditiert für den Curriculumspunkt 03 Allgemeine Neuropsychologie: Neurologische Krankheitsbilder (Diagnostik, Verlauf, Therapie).

Der Workshop umfasst praktische Übungen zur anschaulichen Vermittlung folgender Themen:

  • Bedeutung der Kultur und Religion im Hinblick auf Krankheit und Gesundheit
  • Besonderheiten in der Kommunikation
  • Demenzdiagnostik bei Menschen mit Migrationshintergrund

Dauer: 3 Stunden
Max. Teilnehmerzahl: 25
Kosten: keine

Beispielreferenz: Seven, Ü.S., Braun I.V., Kalbe E. & Kessler, J. (2015). Demenzdiagnostik bei Menschen türkischer Herkunft-TRAKULA. In Dibelius, O., Feldhaus-Plumin, E. & Piechotta-Henze, G. (Hrsg.), Lebenswelten von Menschen mit Migrationserfahrung und Demenz (S.51-87). Bern: Hogrefe.

Hinweis: GNP-Akkreditierung pro Workshop 4 UE

Praxis-Symposium in den Kliniken Schmieder in Allensbach

Seminar A: Konversionsstörungen in Neurologie und Neuropsychologie

Prof. Roger Schmidt, Ärztliche Leitung Psychotherapeutische Neurologie

Funktionelle neurologische Störungen

(Konversionsstörungen) sind häufiger als allgemein vermutet und medizinisch

relevant, gerade in der Neurologie. Im klinischen Alltag werden sie freilich

viel zu häufig übersehen und/oder lange nicht angemessen behandelt. Das dürfte

neben anderem auch daran liegen, dass solche Störungen, so wie das medizinische

Versorgungssystem heute organisiert ist, leicht ins Niemandsland zwischen

Neurologie und Psychiatrie (J. Stone) geraten. Als Ausdruck einer komplexen

somato-psycho-sozialen Störung benötigen sie tatsächlich eine der Komplexität

angemessene multimodale Versorgung, die medizinischen und psychosozialen

Erfordernissen gleichzeitig Rechnung trägt.

Ausgehend von epidemiologischen Daten und

typischen klinischen Bildern und einer Fallvorstellung wird ein pragmatisches

Diagnose- und Therapiemodell dargestellt. Dabei liegt der Fokus - eingebettet

in aktuelle Forschungsergebnisse und die nötigen klinischen Verständnis- und

Handlungsmodelle - auf den Aspekten, die für eine klinische Versorgung

besonders wesentlich sind: Diagnostische Klärung - Aktive Beziehungsgestaltung

- Simulation und Krankheitsgewinn - Emotionalität - Sprache des Körpers –

Multimodale Therapie.

Akkreditierung: CP9, Definition, Diagnostik und Therapie neuropsychologischer Störungsbereiche

Seminar B: Sprachlich-exekutive Störungen

Berthold Gröne, Fachkompetenzleitung Sprachtherapie

Die Kommunikationsfähigkeit von Patienten mit

einer Aphasie ist häufig nicht ausschließlich durch sprachsystematische

Störungen von Phonologie, Lexikon oder Syntax/Grammatik beeinträchtigt, sondern

auch durch die Störung sprachlicher Exekutivfunktionen. Hierbei handelt es sich

insbesondere um die Fähigkeit sprachliche Handlungen zu planen (den roten Faden

halten), dabei den Gang von Gesprächen zu verfolgen, sich gegebenenfalls zu

korrigieren (Monitoring -Prozesse) und adäquat auf Einwürfe/Fragen Dritter

reagieren zu können (Umstellungsfähigkeit). Weiter erfordert ein Gespräch, je

nach situativem Kontext mehr oder weniger stringent, die Fähigkeit, sich

thematisch fokussieren und zwischen relevanten und irrelevanten Informationen

unterscheiden zu können. Dabei müssen interne, assoziative und externe Ablenker

bewusst ausgeblendet werden (Interferenzkontrolle). Auch stellt die korrekte

situative Einbettung von Gesprächsbeiträgen eine Voraussetzung für eine gelungene

Kommunikation dar. Welche Themen und Personen muss ich einführen? Was kann ich

als bekannt voraus setzen? Was will ich erzählen? Was habe ich bereits

vermittelt? Bei den letztgenannten Punkten kommt den Funktionen des

Arbeitsgedächtnisses eine zentrale Rolle zu.

Für Patienten mit einer Aphasie ist beim

Auftreten der geschilderten Symptome meist nicht sicher unterscheidbar, ob

diese exekutiven Probleme sekundär durch die hohe Anforderung an die

Exekutivfunktionen aufgrund der gestörten Sprachverarbeitung oder primär durch

direkte Störung dieser Funktionen verursacht werden.

Auf der anderen Seite gibt es Patienten, die

primär Störungen ihrer sprachlichen Exekutivfunktionen aufweisen, und bei denen

eine aphasische Störung zu vernachlässigen oder überhaupt nicht nachweisbar

ist.

Der Symposiumsbeitrag möchte den theoretischen

Rahmen sprachlich-exekutiver Störungen skizzieren, an Patientenbeispielen

illustrieren und zur Diskussion stellen.

Akkreditierung: CP9, Definition, Diagnostik und Therapie neuropsychologischer Störungsbereiche

Seminar C: Neuropsychologie und Neurologische Berufstherapie in den Kliniken Schmieder

Dr. Dolores Claros-Salinas, Fachkompetenzleitung Berufstherapie & Oliver Neumann, Fachkompetenzleitung Psychologie

Die Fachbereiche Neuropsychologie und

Neurologische Berufstherapie haben in den Kliniken Schmieder eine lange

Tradition, aufbauend auf den Ansprüchen höchst möglicher Qualität und

Innovation.

Das Ziel hier ist, die diagnostischen und

therapeutischen Angebote, einerseits phasenübergreifend im Bereich der

Neuropsychologie und andererseits in der Berufstherapie mit der spezifischen

Ausrichtung auf die Teilhabe der Patienten am Arbeits- und Berufsleben,

darzustellen, um dann an Beispielen die enge Verzahnung dieser beiden

Disziplinen aufzuzeigen. So werden unter anderem Einblicke in das MBOR-Konzept

der Kliniken Schmieder oder auch Möglichkeiten der Betreuung von Patienten am

Arbeitsplatz gegeben. Im Sinne eines praxisnahen Angebots sollen die

dargestellten Konzepte und Standards der Kliniken Schmider zum

Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmer dienen.

Akkreditierung: CP12 , Soziale und berufliche Reintegration


Hausführungen

Leitung: Dipl. Psych. Oliver Neumann & Prof. Dr. med. Roger Schmidt, von den Kliniken Schmieder

Hinweis: GNP-Akkreditierung pro Seminar 1 UE (d.h. max. 2 UE), Jedes Seminar wird 2x angeboten, Dauer jeweils ca. 45 Minuten, begrenzte Teilnehmerzahl (inkl. Transfer zwischen Universität und Klinik),