„100 Jahre Frauenwahlrecht - Haben Frauen die Wahl?“

Veranstaltungsreihe 2018

Lesung bestenfalls alles - Von pittoresken Identitätskrisen und der Suche nach dem Selbst

08.03.2018, HTWG Konstanz, Alfred-Wachtel-Str. 8, 78462 Konstanz, Raum L007

Apéro: 20 Uhr, Lesungsbeginn: 20.30 Uhr

Die Autorin und Spoken Word-Performerin Tania Witte liest im Rahmen einer Lesereise der IBH-AG Gender & Diversity aus dem dritten Teil ihrer Romantrilogie, die von der Presse gerne mit Amistead Maupins „Stadtgeschichten“ verglichen wurde. Die Trilogie lebt von ihren queeren Charakteren und deren Suche nach einem Platz in der Gesellschaft und den Wurzeln ihrer Identität. Dabei führt bestenfalls alles zwei Protagonist*innen auf einen turbulenten Roadtrip von Berlin nach Friedrichshafen und Zürich, wo sie erkennen müssen, dass Suchen zwar spannend, Finden aber nicht immer erstrebenswert ist.

Ergänzt wird die Lesung durch Erzählsequenzen, eine Spoken-Word-Performance und eine Diskussion mit dem Publikum.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Tania Witte

Tania Witte lebt in Berlin und Den Haag. Die diplomierte Medienpädagogin und Erwachsenenbildnerin schreibt Romane und Kurzgeschichten, aber auch Kolumnen, Porträts und Essays für verschiedene Zeitungen und Magazine. Sie erhielt Stipendien in den USA, den Niederlanden und Deutschland und wurde 2017 mit dem Martha-Saalfeld- Förderpreis ausgezeichnet; im Jahr zuvor erhielt ihre Kolumne im ZEITmagazin den Felix-Rexhausen-Sonderpreis für engagierten Journalismus. Außerdem ist Tania Witte Teil diverser interdisziplinärer Kunstkooperationen und leidenschaftliche Spoken-Word- Performerin.

Tania Witte
Foto: Reinhard Simon

Wir danken unseren Kooperationspartner_innen:

Geheimsache Rosa Luxemburg: Eine Theaterinszenierung mit Anita Zieher (portraittheater Wien)

16.05.2018, Wolkensteinsaal (Kulturzentrum)

Abendkasse und Einlass: 19 Uhr

Apéro: 19.30 Uhr

Beginn: 20 Uhr

Rosa Luxemburg (1871 – 1919): Eine Frau, die fordert, handelt, polarisiert. Viele Menschen kennen nur ihren Namen. Doch was hat diese Frau tatsächlich gedacht und getan?

Die bedeutende Kämpferin und Theoretikerin der europäischen Arbeiterbewegung fasziniert durch ihre unerschütterliche politische Haltung. In einer Zeit, in der Frauen noch kein Wahlrecht haben, wird sie zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der internationalen Sozialdemokratie. portraittheater macht Luxemburgs Werk und Leben als Theaterstück erlebbar.

In der Regie von Sandra Schüddekopf lassen Anita Zieher (Schauspiel) und Ingrid Oberkanins (Percussion) ein komplexes Bild der bedeutenden und umstrittenen Vordenkerin entstehen.

Preis: 8€

VVK in Raum E616 bzw. E602 an folgenden Tagen:

  • Mittwoch, 02.05., 9.00-12.00 Uhr
  • Donnerstag, 03.05., 13.00-16.00 Uhr
  • Dienstag, 08.05., 9.00-12.00 Uhr
  • Mittwoch, 09.05., 13.00-16.00 Uhr
  • Dienstag, 15.05., 13.00-16.00 Uhr
  • Mittwoch, 16.05., 9.00-12.00 Uhr
  • Restkarten an der Abendkasse

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Wir danken unseren Kooperationspartner_innen:

Forschergruppen „Mediale Teilhabe“ (DFG), „Questions at the Interfaces“ (FOR 2111 DFG) und „What if?“ (DFG), Universität Konstanz

Anita Zieher als Rosa Luxemburg
Foto: Reinhard Werner

"Haben Frauen die Wahl? – 100 Jahre Frauenwahlrecht" Eine interdisziplinäre Diskussion

11.07.2018, Universität Konstanz, Ebene K7

17.30 Uhr

Die Einführung des Frauenwahlrechts jährt sich 2018 in Deutschland zum 100. Mal. Ein Anlass, zu feiern und ganz genau hinzuschauen und Fragen zu stellen: In welchen Bereichen wurden für Frauen seither weitere Freiheiten erkämpft? Wo gilt es, noch immer und umso vehementer für gleiche Rechte (und Pflichten) einzutreten? Und in welcher Weise kann jede_r von uns zu einer Gesellschaft beitragen, in der alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben?

Begrüßung

Marion Woelki, Leiterin Referat für Gleichstellung, Familienförderung und Diversity, Universität Konstanz

Moderation

Prof. Dr. Sophie Schönberger, Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Medienrecht, Kunst- und Kulturrecht, Universität Konstanz

Diskussionsrunde

  • Tina Groll, Journalistin der ZEIT ONLINE (Ressort Wirtschaft) sowie Beitragende des Buchs „100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! … und weiter?“
  • Vincent Immanuel Herr, Aktivist und Campaigner, u. a. zum Thema Gender Equality
  • Dr. Anja Osei, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Politik und Verwaltung der Universität Konstanz
  • Dr. Isabel Rohner, Literaturwissenschaftlerin und Mitherausgeberin des Buchs „100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! … und weiter?“
  • Prof. Dr. Wolfgang Seibel, Professor für Politik- und Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz und Adjunct Professor an der Hertie School of Governance in Berlin

Das Fishbowl-Format ermöglicht Ihnen den unmittelbareren Austausch mit den Expert_innen aus unterschiedlichen Disziplinen. Wir laden Sie ein, mit diesen in eine lebendige Diskussion einzusteigen!

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Tina Groll

„An der Vereinbarkeitsfrage und am Gender Pay Gap zeigt sich der wahre Stand der Gleichberechtigung. Frauen haben nur dann die Chance auf eine halbwegs gleiche Teilhabe, wenn sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin die klassischen Rollen tauschen.“

Tina Groll (Jg. 1980) studierte Journalistik und Wirtschaft in Bremen und in Manipal, Indien. Nach einer ersten Station beim Bremer „Weser-Kurier“ kam sie 2009 zu ZEIT ONLINE, wo sie seither der Wirtschaftsredaktion angehört. Groll schrieb u. a. die Bücher „Beruf Journalistin“ über Karriere von Frauen in den Medien und „Kinder + Karriere = Konflikt?“. Von der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di ist sie als Mitglied in den Deutschen Presserat entsendet. Sie ist Betriebsratsvorsitzende von ZEIT ONLINE und derzeit Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von ZEIT und ZEIT ONLINE. Zusammen mit der Wirtschaftsjournalistin Sabine Hockling betreibt sie den Blog www.diechefin.net.

Vincent Immanuel Herr

„Eine These, die mich aufregt: ‚Es gibt doch wirklich größere Probleme als Gleichberechtigung!‘“

Vincent Immanuel Herr studierte Geschichte, Soziologie und Politik in den USA und Deutschland. Seine Themen sind Europa, Youth Empowerment und Gender Equality. Er veröffentlicht Artikel (ZEIT, SZ, Tagesspiegel, The European, u.a.) und startet Kampagnen (#FreeInterrail, #EuropeLovesUK, #EsIstZeit, u.a.).

Dr.'in Anja Osei

"Demokratien: die bessere Staatsform, wenn es um die Teilnahme von Frauen am politischen Leben geht?"

Dr.'in Anja Osei arbeitet am Fachbereich Politik und Verwaltung der Universität Konstanz.

Sie promovierte an der Universität Leipzig zu Wähleranbindungsstrategien in Afrika.

Ihre Forschung an der Universität Konstanz beschäftigt sich mit politischen Eliten, Demokratie und Autokratie, und politischer Repräsentation durch Parlamente in Sub-Sahara Afrika.

Dr.'in Isabel Rohner

"Der Einsatz für Gleichberechtigung und Frauenrechte gilt auch heute noch als gesellschaftliches Nischen-Thema."

Dr.'in Isabel Rohner, studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik in Zürich und Köln sowie Politikmanagement in Berlin. Nach ihrer Promotion arbeitete sie an der FernUniversität Hagen im Bereich Politische Kommunikation. Seit 2013 ist sie Fachreferentin für Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Die Verfasserin der Hedwig Dohm-Biografie "Spuren ins Jetzt" gibt zusammen mit Nikola Müller die Gesamtausgabe der Werke Dohms heraus. Als Mitherausgeberin und Autorin des Sammelbandes "100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! ...und weiter?" ist sie aktuell bundesweit auf Vortragsreise.

Prof. Dr. Wolfgang Seibel

„Ge-genderte Sprache ist nett, reale Gleichstellung ist besser.“

Wolfgang Seibel ist Professor für Politik- und Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz und Adjunct Professor an der Hertie School of Governance in Berlin. Er gehört dem Vorstand des Exzellenzclusters "Kulturelle Grundlagen von Integration" an und ist Mitglied des Senats der Universität Konstanz und zahlreicher wissenschaftlicher Organisationen. Seine letzten Buchveröffentlichungen sind "Verwaltung verstehen", "Verwaltungsdesaster. Von der Loveparade bis zu den NSU-Ermittlungen" und "Persecution and Rescue. The Politics of the 'Final Solution' in France, 1940-1944“. 2017 wurde ihm ein Reinhart Koselleck Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zuerkannt.

Brauchen wir Feministen? – Männer im 21. Jahrhundert: Ein Workshop mit Vincent Immanuel Herr

12.07.2018,  Universität Konstanz, Raum H244

9-12 Uhr

„Die weitverbreitetste Form von Diskriminierung in Europa (und weltweit) ist Sexismus, die Benachteiligung von Mädchen und Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Dabei kann man generell sagen, dass es Frauen in Europa besser geht und sie weniger Unterdrückung erfahren, als in vielen anderen Teilen der Welt. Heißt das, wir können uns entspannt zurücklehnen? Ganz sicher nicht! Denn auch in Europa haben wir es mit jeder Menge Sexismus zu tun.”

(Vincent Immanuel Herr: Von Mann zu Mann, Brief an Europa: Männer Europas, http://www.treffpunkteuropa.de/von-mann-zu-mann)

Der Aktivist und Campaigner Vincent Immanuel Herr möchte in seinem Workshop mit männlichen Studierenden und Promovierenden der Universität Konstanz und der HTWG darüber ins Gespräch kommen, welche Männerbilder in der heutigen Gesellschaft bestehen, und mit ihnen herausarbeiten, wie sie durch ihr Handeln einen Beitrag zu einer gleichberechtigten Gesellschaft leisten können.

Eine Anmeldung für den Workshop ist bis zum 05.07.2018 per Mail an roxane.soergel@uni-konstanz.de möglich.

Vincent Immanuel Herr
Vincent Immanuel Herr

Wir danken unseren Kooperationspartner_innen:

Recht und Geschlecht – Das "dritte" Geschlecht

Ein Vortrag von Prof.‘in Konstanze Plett, LL.M.

17.07.2018, Universität Konstanz, Raum A704, 15 Uhr

Auffassungen von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert. Als Stichworte seien beispielhaft genannt: Verteilung von Pflichten und Rechten innerhalb der Familie; gleichgeschlechtliche Lebensweisen; Transgender; zuletzt „drittes Geschlecht“. Bei allen Veränderungen interagieren gesellschaftlicher Wandel, politisches Handeln sowohl auf staatlicher als auch zivilgesellschaftlicher Ebene sowie das Handeln staatlicher Institutionen.

Am Beispiel der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum „dritten“ Geschlecht vom Herbst 2017 zeigt Konstanze Plett die daraus erwachsenden Folgen auf. Zugleich stellt sie diese eine Gerichtsentscheidung in den Kontext der anderen Entwicklungen.

Intergeschlechtlichkeit als Thema wird derzeit zwar primär von Recht und Medizin bearbeitet, aber die Geschlechterfrage ist eine allgemein gesellschaftliche und geht alle an. Der Vortrag wird daher keineswegs auf die juristischen Fragen von Geschlecht verengt werden, sondern das Dreieck Gesellschaft-Politik-Recht mitsamt den darin auftretenden Wechselwirkungen in den Blick nehmen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Prof.'in Dr. Konstanze Plett, LL.M.

Konstanze Plett ist Juristin und Professorin (i.R.) am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen.

Vorherige Stationen ihrer wissenschaftlichen Laufbahn waren die Universität Hamburg, das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, die University of Wisconsin-Madison (USA) und das Zentrum für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen.

Konstanze Plett hat seit 1980 vor allem empirisch-rechtsssoziologisch gearbeitet. Seit Anfang der 1990er Jahre befasst sie sich mit Themen zu Recht und Geschlecht. Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt sie die Frage, wie die Menschenrechte intersexuell geborener Personen gewahrt werden können.

Prof. Dr. Konstanze Plett, LL.M.
Prof. Dr. Konstanze Plett, LL.M.

Rechtliche und tatsächliche Gleichstellung: Die Rolle des Verfassungsrechts

Ein Vortrag von PD Dr.’in Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge)

30.11.2018, Universität Konstanz, Tagungsraum K7, 11 Uhr

Der Kampf um die Gleichberechtigung von Frauen ist nicht nur sozial ausgefochten worden, sondern war von Anfang an von dem Bemühen begleitet, auch gleiche Rechte zu zu erstreiten.

In der Weimarer Verfassung, noch deutlicher dann im Grundgesetz sind Vorschriften enthalten, die dem Staat die Schaffung von Gleichberechtigung als Aufgabe übertragen. Diese Aufgabe besteht neben der vollständigen rechtlichen Gleichstellung vor allem darin, auch tatsächliche Gleichstellung zu erreichen.

Der Vortrag zeichnet die Parallelität sozialer und rechtlicher Kämpfe um Gleichberechtigung nach.

PD Dr. 'in Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge)

Anna Katharina Mangold ist Schumpeter Fellow an der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

Nach ihren wissenschaftlichen Stationen an den Universitäten Freiburg und Cambridge habilitierte sie sich am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt/Main mit der Venia Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsphilosophie.

Sie ist Associate Editor des Verfassungsblogs für die Themenbereiche Antidiskriminierung und Gender.

PD Dr. 'in Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge)
PD Dr. 'in Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge)