Politische Dimension von Ungleichheit

Ungleichheit hat politische Folgen. Ungleichheit hat politische Ursachen. Obwohl die Erforschung von Ungleichheit eine hohe Relevanz in den Sozialwissenschaften besitzt, bilden die Zusammenhänge zwischen Ungleichheit und politischen Prozessen dennoch einen blinden Fleck in der Forschung.

Das Thema Ungleichheit ist ein etabliertes Feld in den Sozialwissenschaften, aber die bestehende Forschung hat die politischen Ursachen und Konsequenzen der Ungleichheit vernachlässigt.
Prof. Dr. Marius Busemeyer, Professor für Politikwissenschaft

Das Forschungsthema „ die politische Dimension von Ungleichheit“ hat zur Aufgabe, diese Lücke zu schließen. Im Zentrum steht die Analyse des Kreislaufs aus Wahrnehmungen politischer Ungleichheit, politischer Mobilisierung und Gesetzgebung, woraus zugleich drei Kernbereiche der Forschung hervorgehen:

  • Wahrnehmungen und Präferenzen: Unter welchen Bedingungen wird eine bestimmte Verteilung von Ressourcen als ungleich wahrgenommen? Wie beeinflussen diese Wahrnehmungen politische Präferenzen?
  • Politische Partizipation und Mobilisierung: Wann führen die Wahrnehmungen und Präferenzen zu politischer Partizipation und Mobilisierung, wann unterdrücken sie diese?
  • Gesetzgebung und Institutionen: Wie reagiert schließlich die Politik auf öffentliche Forderungen und politische Mobilisierung, die von Ungleichheit ausgehen? Wie beeinflussen diese Policies wiederum die öffentliche Meinung?

Die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen haben diesen Kreislauf aus Wahrnehmungen, Partizipation und Policies bislang nur in einzelnen Segmenten untersucht, nicht aber in seiner Gesamtheit und seinen wechselseitigen Interaktionen. Um den Kreislauf in Gänze zu verstehen, initiiert der Forschungsverbund eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Politikwissenschaft, den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie und der empirischen Bildungsforschung.