EnRaciner/DéRaciner: Mobilität und Rezeption von Dramen im 18. Jahrhundert (Frankreich, Italien, Spanien) (Philipp Lammers)

Die Präsenz der ‚eigenen‘ Theatertradition in kulturell ‚fremden‘ Kontexten wird im 18. Jahrhundert zum Ausweis erfolgreicher (Theater)-Politik in Europa. Gleichzeitig finden sich Abwehrbewegungen gegen Einflüsse von außen. Das Teilprojekt fragt nach dem Zusammenhang solcher Theaterpolitiken mit der Stabilisierung, Irritation und Tradierung literarischer Formen. Es untersucht die Wanderung und Rezeption nicht-kodifizierter und kodifizierter Dramen zwischen Spanien, Italien und Frankreich im 17. bis 18. Jahrhundert. Wir setzen damit auf einer mittleren Ebene zwischen der abstrakten Modellierung transkultureller Mobilität und werkorientierten Rezeptionsstudien an.

Das Projekt macht spezifische Formen der Dramen-Wanderung und Rezeption aus (Übersetzung, Edition, Auftritt). Es analysiert, wie sich Dramenformen im Zuge ihrer Translation durch Vermittlerfiguren (Übersetzer, Schauspieler, salonnières, poéticiens) verändern und wie mittels der Rezeption von Dramen neue poetologische und politische Konstellationen entstehen.