Wissenschaft so nah

Die Lange Nacht der Wissenschaft ist längst ein Publikumsmagnet geworden. Die vierte Ausgabe ist mit einer Feststellung überschrieben: „Wissenschaft bewegt.“

„Lacht Putin über uns?“

Damit beginnt das gedruckte Programm, mit dem die Universität Konstanz in die 4. Lange Nacht der Wissenschaft am 13. Mai 2017 startet. Die nachgeschobene Frage „Sind Sanktionen je erfolgreich?“ stellt klar, worum es eigentlich geht. Nicht darum, was der russische Präsident an „uns“ komisch findet, sondern darum, was Sanktionen in der Politik ausrichten in der Wirtschaft anrichten können. Die Kreativität der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat sich offensichtlich nicht nur auf die Inhalte ihrer Vorträge ausgewirkt, sondern auch auf deren Titel. Noch eine Kostprobe: „Bei Anruf Mathematik: Das Handy als kleiner Rechenkünstler“.

Wissenschaft prägt den Alltag der Menschen.

„Wissenschaft bewegt.“, wie über der vierten Ausgabe der Langen Nacht der Wissenschaft steht. Auch für die Schirmherrin ein „gut gewähltes“ Motto: „Nichts treibt unsere Gesellschaft so voran, nichts schafft so viel Wandel und Veränderung wie die Wissenschaft!“, schreibt Theresia Bauer, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg in ihrem Grußwort.

Die 4. Lange Nacht der Wissenschaft macht mit ihrem Titel prominent zum Thema, für was Wissenschaft in einer modernen Gesellschaft steht: für begründetes Wissen, für Visionen, für Fortschritt, für Innovation schlechthin. Aber auch für fundamentale menschliche Eigenschaften, ohne die es keine Wissenschaft gäbe: Die Fähigkeit, staunen, träumen und die Welt neu denken zu können. Illustrierende Beispiele wird es bei der Wissenschaftsnacht viele und vielfältige geben: Mit „Von der Lupe zum Hochauflösungsmikroskop“ ist eine Veranstaltung überschrieben, die zeigt, wie die Fluoreszenzmikroskopie kleinste subzelluläre Strukturen sichtbar macht. „Was war vor dem Urknall?“ lautet eine Frage, die von der Neugierde auf die Welt zeugt und gleichzeitig belegt, dass Wissenschaft kritisch mit sich selbst umgeht – selbst mit weithin herrschenden Konzeptionen wie der Urknalltheorie.

Die erste Lange Nacht der Wissenschaft 2010 ging auf eine Initiative der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen am Bodensee zurück. Um den komplexen Themen, die sich die langen Wissenschaftsnächte gegeben haben, gerecht zu werden, richteten von Anfang an mehrere ganz unterschiedliche Einrichtungen die wissenschaftliche Großveranstaltung aus: Mit von der Partie sind seit 2010 neben der Universität Konstanz die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), die Stadt Konstanz und die Insel Mainau. Gleich bei der zweiten Ausrichtung 2012 schloss sich die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) an. Damit wurden nicht nur Fachgrenzen und institutionelle Grenzen überwunden, sondern auch die Landesgrenze zur benachbarten Schweiz überschritten. In diesem Jahr wird sich mit der Binational School of Education eine Einrichtung in die Lange Wissenschaftsnacht einbringen, die als Kooperation der Universität Konstanz und der PH Thurgau Lehrerinnen und Lehrer ausbildet.

Rund 7.000 Menschen kamen zuletzt im Jahr 2014 zu den vier Standorten Universität, HTWG, Münsterplatz und Mainau, um sich über wissenschaftliche Entwicklungen zu informieren und auch zu erfahren, was direkt vor Ort geleistet wird. Bei der vierten Ausgabe werden rund 140 Vorträge, Vorführungen, Diskussionen, Führungen und Experimente zu erleben sein. „Wäre ich eine gute Wissenschaftlerin oder ein guter Wissenschaftler?“ lautet ein Programmpunkt, bei dem sich die Besucher in eine knifflige Entscheidungssituation begeben. „Kommen Sie in unsere virtuelle Welt“ fordert die Arbeitsgruppe Kollektivverhalten auf und bietet mit Hilfe aktuellster Virtual-Reality-Techniken faszinierende Einblicke in die Geheimnisse der Tierbewegungen und des Kollektivverhaltens. Und wieder werden „Ehrendocs der Langen Nacht der Wissenschaft“ verliehen, die sich bei den jungen Wissenschaftsfans, für die allein rund 50 Veranstaltungen vorbereitet sein werden, großer Beliebtheit erfreuen. Beispiel: Chemisches Experimentieren im Schülerlabor.

Mehrsprachigkeit, gesundheitliche Fitness, aber auch Führungen durch die Bibliothek, den Botanischen Garten, Slacklining oder gar eine Seifenkiste bauen sind Programmpunkte, die unterschiedlichsten Interessen an der Wissenschaft und um sie herum ansprechen. Nicht fehlen darf ein Science Slam, in dem sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeweils in acht Minuten ihr Publikum mit Wissenschaftsbewegendem unterhalten. Wer auch immer als Sieger aus dem Kurzvortragsturnier hervorgehen wird, ein Gewinner steht jetzt schon fest: Wir alle.

Weitere Informationen unter: www.konstanzer-wissenschaftsnacht.de

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