Für eine nachhaltige Wertschöpfung

Der Dialog und der Austausch mit gesellschaftlichen Partnern gehört zum Modell Konstanz. Das Selbstverständnis, den Wissens- und Technologietransfer als zentrale Aufgabe immer mitzudenken, hat die Universität Konstanz in einem Selbstverständnis fixiert.

Wissenschaft fasziniert die Menschen.

Zu besichtigen ist dies bei Veranstaltungen wie der Langen Nacht der Wissenschaft an Menschen aller Altersgruppen. Während sich Kinder hochkonzentriert chemischen Experimenten widmen, sitzen ihre Eltern staunend in Veranstaltungen, in denen ihnen Elektronenmikroskope vorgeführt oder Erklärungen geliefert werden, warum Mehrsprachigkeit heute in der Sprachwissenschaft als großer Gewinn betrachtet wird. Dieser Wissbegierde der Menschen entgegenzukommen wird an der Universität Konstanz nicht als Nebenschauplatz verstanden, der bespielt wird, wenn irgendwann Kapazitäten frei sind. Der Kontakt und den Austausch mit den Menschen, das Verständnis und die Begeisterung von Wissenschaft in der Gesellschaft zu fördern gehört zur Gesamtstrategie des „Modells Konstanz“.

Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Wissenschaft, Grenzgänger Wissenschaft, Studium Generale oder Kinder-Uni sind unter dem Stichwort „Kommunizieren“ Teil des Selbstverständnisses, mit dem Wissens- und Technologietransfer an der Universität Konstanz umgesetzt werden. Die Frage, die hier immer wieder neu gestellt wird, lautet: Wie kann die Universität Gesellschaft, Öffentlichkeit, Politik, Kultur und Wirtschaft erreichen und mit ihnen in einen Dialog treten?

Der Wissens- und Technologietransfer wird bewusst sehr weit aufgestellt.

Es sind grundsätzlich alle Bereiche der Universität eingebunden, wenn es um Möglichkeiten geht, neue Fragestellungen zu generieren, neue Antworten zu finden oder einfach einen „Realitätsabgleich“ vorzunehmen. Die Aufgabenstellungen für die Universität sind entsprechend vielschichtig. So wurde im Januar 2017 unter der Überschrift „Selbstverständnis und Vision“ ein Konzept zum Wissens- und Technologietransfer an der Universität Konstanz verabschiedet, in dem diese sich explizit zur stetigen Weiterentwicklung des Dialogs als gesellschaftliche Verantwortung bekennt. Das Handlungsfeld „Kommunizieren“ wird dort durch die weiteren Handlungsfelder „Beraten“ und „Anwenden“ ergänzt. Damit wird der Aufgabenbereich von der Wissenschaftskommunikation über die wissenschaftliche Politikberatung und Gutachtenerstellung bis hin zur Ausgründung abgesteckt.

Das Konzept fußt auch auf dem Transfer-Audit des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung, das die Universität Konstanz 2015/2016 durchlief und in dem sie ihren Kooperationsstrategien mit externen Partnern sowie dem Bereich des Wissens- und Technologietransfers nochmals weitere Impulse verschaffte: Wissens- und Technologietransfer verstanden als wechselseitiger Rückkopplungsprozess zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei beeinflussen sich die drei Handlungsfelder Kommunizieren, Beraten, Anwenden gegenseitig und erzielen ein Maximum an Synergieeffekte. Als Bindeglied dient das Bekenntnis einer „nachhaltigen Wertschöpfung“.