Forschung sondergleichen

Sonderforschungsbereiche spielen eine markante Rolle im Forschungsprofil der Universität Konstanz. Aber was ist das eigentlich, ein Sonderforschungsbereich?

Was ist das eigentlich, ein Sonderforschungsbereich?

Was ist das eigentlich, ein Sonderforschungsbereich? Ein Sonderforschungsbereich, kurz SFB genannt, ist ein großes Verbundforschungsprojekt – ein Großprojekt, das aus mehreren koordinierten Teilprojekten besteht. Viele Forschungsfragen sind so komplex oder so weitreichend, dass sie nicht von einer einzelnen Person oder einer einzelnen Arbeitsgruppe gelöst werden können. In einem Sonderforschungsbereich bündeln mehrere Forschungsgruppen – nicht selten aus unterschiedlichen Disziplinen – ihre wissenschaftliche Arbeit und ihre Expertisen, um den Forschungsstand in einem komplexen Themenfeld gemeinschaftlich voranzubringen. Jede dieser Arbeitsgruppen liefert mit ihrer Forschung ein Puzzleteil; alle Puzzleteile zusammen schaffen ein neues Gesamtbild der erörterten Forschungsfrage und erbringen einen beachtlichen Wissensfortschritt für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft.

Sonderforschungsbereiche werden in einem kompetitiven Verfahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben und gefördert. Nicht selten bilden diese SFB neue Forschungsschwerpunkte an den beteiligten Universitäten, häufig über mehrere Fachgebiete hinweg, und prägen die Forschungsausrichtung der Hochschulen für viele Jahre. Die DFG legt höchste Qualitätskriterien an Sonderforschungsbereiche an und prüft die vorgeschlagenen Projekte ausgiebig, bevor sie die Zusage zu solch einem komplexen und aufwändigen Großprojekt gibt. Nur wissenschaftlich hochrelevante und zugleich methodisch und organisatorisch akribisch durchdachte Verbundprojekte werden bewilligt. Die Beantragung eines Sonderforschungsbereichs ist mühsam und aufwändig; die Bewilligung des SFB ist eine große Auszeichnung für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Um interdisziplinäre und internationale Verbundforschungsvorhaben wie Sonderforschungsbereiche anzustoßen, hat die Universität Konstanz eigens in ihrem Zukunftskonzept im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder sogenannte Forschungsinitiativen eingerichtet. In Forschungsinitiativen können Verbünde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Forschungsfelder erschließen und angehende Forschungsfragen ausleuchten. Sie geben den Beteiligten die Rahmenbedingungen, um drittmittelfinanzierte Verbundforschungsprojekte vorzubereiten.

Die Universität Konstanz hat gegenwärtig vier Sonderforschungsbereiche:

Anisotropic Particles as Building Blocks: Tailoring Shape, Interactions and Structures (SFB 1214)

Chemical and Biological Principles of Cellular Proteostasis (SFB 969)

Controlled Nanosystems: Interaction and Interfacing to the Macroscale (SFB 767)

Quantitative Methods for Visual Computing (SFB-TRR 161)