(v.l.n.r.) Junior-Professoren Dr. Matthias Heinz, Associate Professor Dr. Heiner Schumacher, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und der Konstanzer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Urs Fischbacher. (Bild: Joachim Herz-Stiftung/Claudia Höhne)

Abweichungen vom „Homo oeconomicus“

Dem Konstanzer Ökonom Prof. Dr. Urs Fischbacher wurde der Joachim Herz-Wirtschaftspreis verliehen

Wann entscheiden Menschen anders, als es die rationalen Modelle der Wirtschaftswissenschaften vorsehen? Das ist eine der Fragen, die sich Wissenschaftler in der Experimentellen Wirtschaftsforschung stellen. In Laboren und Feldexperimenten versuchen sie, Antworten auf Abweichungen vom Modell des „Homo oeconomicus“ zu finden. Für seine Arbeiten in der Experimentellen Wirtschaftsforschung erhielt Prof. Dr. Urs Fischbacher, Professor für angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Konstanz, den Joachim Herz-Wirtschaftspreis. Weitere Preisträger sind Junior-Professor Dr. Matthias Heinz von der Universität Köln und Associate Professor Dr. Heiner Schumacher von der Universität Leuven (Belgien). Der Preis wurde bei einer Feierstunde mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz im Rathaus der Hansestadt überreicht.

Der Preis wurde in diesem Jahr von der Joachim Herz-Stiftung erstmals ausgelobt. Mit 60.000 Euro ist er eine der höchstdotierten Auszeichnungen in den Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. „Wir wollen mit dem Preis Interdisziplinarität fördern und Forschungsansätze unterstützen, die die Perspektiven in den Wirtschaftswissenschaften erweitern. Das leisten die Arbeiten unserer Preisträger ganz hervorragend. Ich gratuliere ihnen herzlich zu dieser Auszeichnung“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Andrea Pauline Martin im Rathaus.

Der Joachim Herz-Wirtschaftspreis wird in zwei Kategorien vergeben. Urs Fischbacher erhielt 50.000 Euro für das „beste Forschungswerk eines etablierten Wissenschaftlers“. Matthias Heinz und Heiner Schumacher teilen sich 10.000 Euro für den „besten Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern“. Der Konstanzer Wirtschaftswissenschaftler Urs Fischbacher wurde für seine Arbeiten zu sozialen Präferenzen und für die Software „z-Tree“ ausgezeichnet. „z-Tree“ vereinfacht und beschleunigt die Forschung in Laboren deutlich. „Dieser Preis ist eine schöne Bestätigung für das, was mein Team und ich in den vergangenen Jahren gemacht haben. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagte Urs Fischbacher in seiner Dankesrede.

„Der Joachim Herz-Wirtschaftspreis ist ein bedeutender Preis, der in die Zeit passt und dazu beitragen wird, die Wirtschaftswissenschaften zu stärken und noch besser aufzustellen. Deshalb gratuliere ich heute gleich zweifach: der Stiftung zur Ausrichtung des Preises und den Preisträgern, dass Sie die Jury von Ihrer Arbeit so gut überzeugen konnten. Besonders freue ich mich darüber, dass Sie diese bedeutende Auszeichnung in unserer Stadt verleihen. Wir brauchen solche Brücken zur Forschung und gerade auch zu den Wirtschaftswissenschaften, an die sich gegenwärtig besonders viele Fragen richten“, sagte Bürgermeister Scholz in seinem Grußwort im Rathaus.