Diversity-Glossar

Von Ableismus bis Trans*

Ableismus
"[…] eine Diskriminierungspraxis gegenüber Menschen, denen körperliche und/ oder geistigen "Behinderungen" und/ oder Einschränkungen zugeschrieben werden“ (Gender Institut Bremen 2018)

Ageismus
„Altersfeindlichkeit als Form sozialer und ökonomischer Diskriminierung. Die negative Wahrnehmung des Alters und die damit zusammenhängende Stigmatisierung des Alterungsprozesses, des Altseins und der davon betroffenen Gruppe von Menschen führen zu gesellschaftlichen Ausgrenzungs- und Diskriminierungspraxen“ (Gender Institut Bremen 2018)

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Vom Bundestag 2006 beschlossenes Gesetz zur Verhinderung und Beseitigung von Benachteiligungen aus Gründen der Hautfarbe oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Behinderungen
„[…] langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchti-gungen, die das Individuum in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können“ (Definition von Behinderung der UN Behindertenrechtskonvention Artikel 1)

Diskriminierung
„[…] eine Ungleichbehandlung einer Person aufgrund einer (oder mehre-rer) rechtlich geschützten/r Diskriminierungskategorie[n] ohne einen sachlichen Grund, der die Ungleichbehandlung rechtfertigt“ (Antidiskriminierungsstelle des Bundes)

Diskriminierung, individuelle
„Person handelt aus eigenen diskriminierenden Beweggründen“ (Büro für Antidiskriminierungsarbeit Stuttgart)

Diskriminierung, institutionelle
„Diskriminierung als Ergebnis des Handelns einer Organisation (Gesetze, Verordnungen, Handlungsweisungen, institutionelle Routinen oder Unternehmenskultur)“ (Büro für Antidiskriminierungsarbeit Stuttgart)

Diskriminierung, mittelbare
„Folgen scheinbar neutraler Vorgaben und Verfahrensweisen, die im Effekt gleichwohl zu Benachteiligungen bestimmter Personenkategorien und sozialer Gruppen führen“ (Bundeszentrale für politische Bildung)

Diskriminierung, unmittelbare
Liegt vor, „wenn Regelungen und Praktiken einen direkten Bezug zu Diskriminierungsmerkmalen (wie Geschlecht oder Religion) haben“ (Bundeszentrale für politische Bildung)

Diversität
Vielfalt, gelegentlich auch als Synonym verwendet für „Diversity“, verstanden als ein Konzept

Diversity
Aus den US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen entlehntes Konzept, das die Anerkennung von Vielfalt, den Abbau von Diskriminierungen und die gleichberechtigte Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen beinhaltet

Diversity-Dimensionen
Persönliche Merkmale gemäß rechtlicher Vorgaben (insbesondere im AGG) wie Geschlecht, Alter, religiöse oder ethnische Hintergründe, soziale Herkunft, sexuelle Orientierung und Behinderung

Diversity-Kodex
Strategien und Methoden demokratisch verfasster Organisationen, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken, die Diversity-Belange wie Antidiskriminierung und Chancengleichheit betreffen

Diversity-Mainstreaming
Integration des Prinzips „Diversity“ in bestehende Strukturen, Prozesse und Inhalte einer Organisation (Stuber 2002)

Diversity-Management
Untersuchung und ggf. Anpassung bestehender Verfahren, Regelungen und Richtlinien im Hinblick auf ihre Durchlässigkeit und Angemessenheit für unterschiedliche Talente (mehr...)

Gender
Geschlecht als soziale Kategorie, als das Produkt gesellschaftlicher und kultureller Zuschreibungen und Festlegungen

Inter*
„Inter* Personen sind Menschen, die im Hinblick auf ihr Geschlecht nicht eindeutig einer der medizinischen ‚Normkategorien‘ eines entweder ‚männlichen‘ oder ‚weiblichen‘ Körpers zugeordnet werden können. Dies kann sowohl durch sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Muskelmasse, Haarverteilung oder Gestalt als auch durch primäre Geschlechtsmerkmale (innere und äußere Geschlechtsorgane, chromosomale und hormonelle Struktur) zum Ausdruck kommen und sich in verschiedenen Lebensphasen (bei der Geburt, im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter) zeigen. […] Der Begriff Inter* ist ein Überbegriff, der alle vielfältigen intergeschlechtlichen Realitäten und Körperlichkeiten mit einschließen soll“ (Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2018)

Intersektionalität (engl. intersection: Überschneidung, Kreuzung)
Die Intersektionalitätsforschung, ebenso wie eine intersektionale Perspektive im Bereich der Diversity-Arbeit, berücksichtigt die Überschneidungen verschiedener persönlicher Merkmale und die damit einhergehende größere Wahrscheinlichkeit von Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Insbesondere werden berücksichtigt soziale Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht.

Klassismus
„[…] die Diskriminierung und Stereotypisierung entlang sozialer ökonomischer Gruppenzugehörigkeit und –prägung“ (Gender Institut Bremen 2018)

Lookismus
„[…] strukturelle Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausschluss mit Bezug auf zugeschriebene Formen von Körper, Aussehen, Kleidung etc.“ (Gender Institut Bremen 2018)

Queer
„[…] Überbegriff für alle sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten […], die nicht der gesellschaftlichen Norm von Geschlecht und Sexualität entsprechen“ (Quelle)

Rassismus
„Handlungen, Redeweisen oder Einstellungen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft bevorzugen oder benachteiligen“ (Gib Rassismus keine Chance e.V.)

Sexismus
„[…] jede Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts sowie die diesem Phänomen zugrunde liegende Geschlechterrollen festschreibende und hierarchisierende Ideologie (vgl. IDA, 2013)“ (Redaktion Gender Glossar)

Trans*/Transgender
Überbegriff für „Menschen, die in einem anderen Geschlecht leben, als ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, und Menschen, die sich keiner Geschlechterkategorie zuordnen, die Geschlechter wechseln oder sich mehreren Geschlechtern zugehörig fühlen“ (living diversity 2017)