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Arbeitsaufenthalt im Ausland

Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Arbeitsaufenthalten im Ausland

Möglicherweise haben Sie beruflich öfter im Ausland zu tun. Das ist schön! Allerdings sind die Arbeits- und Umgebungsbedingungen nicht immer mit denen bei uns vergleichbar. Die dortigen Bedingungen können für uns zur Belastung werden, weil

  • wir sie nicht gewohnt sind (Klima, Temperatur, Luftfeuchte) oder vielleicht, weil
  • andere (geringere oder keine) Hygienestandards gelten oder vielleicht, weil
  • uns andere Erreger das Leben schwer machen, weil unser Immunsystem darauf nicht vorbereitet ist.

Dies betrifft die Länder zwischen 30° nördlicher und 30° südlicher Breite und insbesondere die Subtropen und Tropen. Nicht selten "fängt man sich was ein", Malaria, Bilharziose, Hepatitis, etc. Die Liste ist lang. Deshalb sollten Sie gut vorbereitet sein und die arbeitsmedizinische Vorsorge ist für diese Länder Pflicht! Allerdings nicht nur dort, sondern überall, wo besondere, teils extreme, klimatische Bedingungen herrschen oder besondere Infektionsgefahr besteht. Länder bzw. Kontinente wie Europa, USA und Kanada sowie Australien gelten dagegen als unbedenklich.

Nach der Rückkehr aus "problematischen" Regionen haben Sie das Recht auf eine Angebotsvorosrge.

Weitere Details zur arbeitsmedizinischen Vorsorge finden Sie im DGUV Grundsatz G35 - Auslandsaufenthalt - und natürlich auf unserer Webseite.


Die Vorbereitung

Gut vorbereitet zu sein, bedeutet automatisch, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern Erfahrung, besonders die der Unfallkassen. Überlegen Sie sich, was passieren kann und treffen Sie Vorbereitungen, um dies möglichst zu verhindern. Malaria oder Heapatitis sind kein Spaß. Ziehen Sie auch Unfälle und die medizinische Vorsorge vor Ort mit ein.

  • Nehmen Sie eine betriebsärztliche Beratung in Anspruch und / oder nehmen Sie kontakt mit dem Tropeninstitut auf.
  • Checken Sie Ihre Impfungen. Welche Impfungen sind nötig? Planen Sie ausreichend Zeit für einen vollständigen Impfschutz vor Reiseantritt ein. Häufig benötigen Sie für vollständigen Schutz bis zu 3 Durchgänge im Zeitraum von bis zu 6 Wochen.
  • Klären Sie die Einreisebedingungen wie z.B. HIV-Test, Gelbfieber-Impfung, ärztliche Bescheinigungen für Medikamente
  • Suchen Sie zuhause nochmal Ihren Zahnarzt oder Frauenarzt auf
  • Nehmen Sie Kopien von ärztlichen Befunden (z.B. EKG) mit
  • Befüllen Sie Ihre Reiseapotheke (Desinfektionsmittel, Pflaster, Verband, ggf. Malariaprphylaxe, verschriebene Medikamente, etc.)
  • Packen Sie Sonnen- und Mückenschutz, Sonnenbrille, Ersatzbrille ein. Als Sonnenschutz sind Cremes mit Lichtschutzfaktor ab 30 empfehlenswert. Und: Ein geeigneter Hut ist auch Sonnenschutz, genauso wie lange Ärmel und Hosenbeine!
  • Schließen Sie eine Auslands-Krankenversicherung mit Rücktransport ab.
  • Beschaffen Sie sich Informationen über die medizinische Versorgung vor Ort z.B. über die Hotline der Krankenversicherung.

Wichtige Impfungen

Bei fast allen Reisen werden die sogenannten Standardreiseimpfungenein mit Schutz vor

  • Tetanus,
  • Diphtherie,
  • Keuchhusten,
  • Hepatitis A und B empfohlen.
  • Kinderlähmung (Polio) braucht nach einer Grundimmunisierung in der Regel für Reisen in Europa oder nach Amerika nicht aufgefrischt werden, aber nach (Süd-Ost) Asien und Afrika.
  • Eine Tollwut-Impfung ist bei Einsätzen in abgelegenen Regionen und zu erwartendem Kontakt mit Tieren zu empfehlen.
  • Die Gelbfieber-Impfung ist bei Reisen ins tropische Afrika und Südamerika zu empfehlen, teilweise sogar vorgeschrieben. Hier sind auch die Flugrouten wichtig, bzw. die Zwischenstopps.
  • Eine Cholera-Schluckimpfung ist nach aktuellen Untersuchungen auch für Menschen von Vorteil, die sehr leicht an Reisedurchfall erkranken.
  • Die Meningokokken-Impfung kommt im afrikanischen Meningitisgürtel („Sahel-Zone“) und für Reisen auf der arabischen Halbinsel zu Zeiten des Haij in Betracht.
  • Eine Grippe-Impfung ist jederzeit in Erwägung zu ziehen.

Womit Sie im Ausland rechnen müssen...

Malaria

Malaria ist bei Tropenreisen der Top Level Kandidat unter den schweren Infektionen!

Die Aktivität der Malaria übertragenden Mücken beschränkt sich überwiegend auf die Dämmerungs- und Nachtstunden. Da es keine Impfung gibt, wird je nach Risiko evtl. eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen. Sinnvoll sind immer ein

  • Mückenschutz in der Nacht mit Moskitonetz, am besten imprägniert (Permethrin), Maschendurchmesser max. 1,2 mm, besser 0,6 mm als Schutz gegen z.B. Sandmücken, auf ausreichende Größe (Unterschlagen um Matratze muss möglich sein) und
  • Mückenschutz zum Auftragen (DEET, z.B. in Antibrumm forte®).

Werden Sonnenschutz und Mückenschutz gleichzeitig benötigt, ist es sinnvoll zuerst den Sonnenschutz und nach 20 Minuten den Mückenschutz aufzutragen. Ein sehr wirksamer Schutz ist Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen!

In den meisten Großstädten ist das Malaria-Risiko sehr gering. Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel mindestens 7 Tage, das heißt, wer kürzer im Land ist und Fieber bekommt hat eher keine Malaria. Nach der Rückkehr ist bei jedem Fieber oder unklaren Befindlichkeitsstörungen eine Malaria ärztlicherseits unverzüglich auszuschließen.

Allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Insekten

Das Klima begünstigt das Vorkommen und die Vermehrung von Insekten als Krankheitsüberträger. Durch tag- und nachtaktive Mücken werden Dengue- (hier keine ASS-Einnahme!), Gelbfieber und Japanische Enzephalitis übertragen. Malaria wird ebenfalls durch Mücken verbreitet, die jedoch eher dämmerungs- bzw. nachtaktiv sind (sehe oben). Wesentliche Vorbeugungsmaßnahmen sind körperbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel“ und der Aufenthalt in klimatisierten Räumen, sowie Moskitonetze (s.u.)

Mangelhafte Hygiene

Das Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist in der Regel als Trinkwasser ungeeignet. Selbst zum Zähneputzen ist in vielen Regionen besser Mineralwasser zu benutzen.

Lebensmittel können mit Keimen belastet sein, daher empfehlen sich die folgenden (Ess)regeln – auch wenn Sie manchmal schwer einhaltbar sind:

  • Nur durchgegarte Speisen, (selbst) geschältes rohes Obst oder Gemüse essen (Vorsicht ist auch z.B. bei Melonen geboten, die „angebohrt/angestochen“ und in Wasser gelegt werden, um das Gewicht und damit den Verkaufspreis zu erhöhen)
  • Keine Getränke mit Eiswürfeln trinken
  • Kein offenes Eis, keine offenen Getränke

Desinfizieren und verbinden Sie auch kleine Wunden. Sorgen Sie bei Fieber baldmöglichst für eine Abklärung. Auch nach der Rückkehr in die Heimat müssen Sie ihre betreuenden Ärzte auf Ihren Auslandsaufenthalt hinweisen, insbesondere bei gesundheitlichen Problemen.

Flüssigekeitsverlust

Um verstärkte Flüssigkeitsverluste (Schwitzen) zu ersetzen, müssen Sie unbedingt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2-3 Liter) achten, vorzugsweise Mineralwasser (aus geschlossenen Flaschen) und warmer Tee!

Baden in stehenden Gewässern der Tropen

Beim Baden in Binnengewässern können z.B. Saugwürmer durch die Haut aufgenommen werden, die die Erkrankung Bilharziose auslösen. Die Gewässer können Fäkalien enthalten und über die orale Aufnahme zu Durchfallerkrankungen führen. Auch im Sand können über Flöhe Erkrankungen ausgelöst werden.( z.B. Melioidosis, seltener Leptospirose etc.)

Reisebeschwerden

Damit sind nicht Beschwerden ÜBER die Reise gemeint, sondern die, welche während der Reise (Flugreise) auftreten können.

Hier sind insbesondere Langstreckenflüge erwähnenswert, die durch langes Sitzen das Thromboserisiko erhöhen. Tipps zum Flug:

  • Regelmäßig Füße und Beine bewegen (Gangplatz wählen)
  • Viel Wasser, Tee oder Säfte trinken (Alkohol vermeiden)
  • Reisestrümpfe tragen
  • eine medikamentöse Thrombosevorbeugung kann bei einigen chronischen Erkrankungen oder Risikofaktoren sinnvoll sein – eine betriebsärztliche Beratung ist angezeigt.

Bei Medikamenteneinahmen (z.B. Insulin, Hormone) ist ggf. die Zeitverschiebung zu beachten. Da der Innendruck der Kabine bei einer Flughöhe von ca 10.000 Metern einer Höhe von ca. 2.500 Metern über Meeresspiegel entspricht, kann die Sauerstoffversorgung für Menschen mit erheblichen Herz-Lungenerkrankungen kritisch sein.

Medikamente gegen Reisekrankheit und regelmäßig einzunehmende Medikamente gehören ins Handgepäck!


Hinweis zu Arzneimitteln im Handgepäck

Arzneimittel im Handgepäck können bei Flugreisen zum Problem werden. Haben Urlauber keine Bescheinigung über die Notwendigkeit der Medikamente in englischer Sprache dabei, laufen sie Gefahr, sie bei einer Kontrolle abgeben zu müssen.
Bei Reisen bis 30 Tage in Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens reicht nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Dokument, das vom Arzt ausgefüllt und von der obersten Landesgesundheitsbehörde beglaubigt wurde. Für Reisen in andere Länder rät die Bundesopiumstelle, sich eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung gemäß den Richtlinien des International Narcotics Control Board (INCB) ausstellen zu lassen.

Wer hilft im Ausland, wenn doch etwas passiert ist?

Die Auslandskrankenversicherung kann in der Regel eine Auswahl von Kliniken nennen (Kontakt über Hotline). Internationale 5-Sterne-Hotels können manchmal helfen. Bei schwerwiegenden Erkrankungen, Unfällen oder Überfällen kann die Deutsche Botschaft angesprochen werden.

Es macht zudem ggf. Sinn vorab die Notfallsituation durchzuspielen. Also Notfalltelefonnummern zusammenstellen, Anfahrtswege zu Krankenhäusern, Medikamentenbesorgung etc..

Wichtige Medikamente und medizinische Befunde immer ins Handgepäck nehmen! Für das Einchecken im Flughafen die Medikamente in durchsichtige Plastikbeutel packen.


Allgemeine Sicherheitsinfo

  • Größere Geldbeträge wenn möglich im Hotelsafe hinterlegen.
  • Immer nur kleinere Geldbeträge mit sich führen. Wenig oder gar keinen Schmuck oder teure Uhren tragen.
  • Nur in gekennzeichnete Taxis einsteigen.
  • Nicht alleine ausgehen und Tageszeiten beachten. Provokationen vermeiden.
  • Die wichtigsten Reisedokumente in Kopie an getrenntem Ort lagern.
  • Landesspezifische Hinweise auf der Internetseite des Auswärtigen Amts beachten!