http://www.uni-konstanz.de/FuF/Jura/heinz/hinweise1.htm

Prof. Dr. Wolfgang Heinz, Universität Konstanz

Konstanz, 22. Februar 2006

Hinweise zur Anfertigung von  Hausarbeiten und Klausuren 

I. Hausarbeiten in Übungen und Seminaren

1. Allgemeines

Der Hausarbeit ist ein Titelblatt voranzustellen, auf dem anzugeben sind:

Danach folgen Aufgabentext (bei Übungen), Gliederung, Literaturverzeichnis und der ausgearbeitete Text nebst eigenhändiger Unterschrift des Verfassers sowie der Matrikelnummer.

Die Hausarbeit (in der Übung bzw. im Seminar) ist darüber hinaus mit der Versicherung zu versehen, dass die Anfertigung ohne fremde Hilfe erfolgt ist und dass die verwendeten Quellen vollständig ausgewiesen sind. Die Blätter (DIN A4) sind einseitig zu beschreiben und fest (!) zusammenzuheften.

Sind auf dem Aufgabenblatt keine speziellen Hinweise gegeben, die insoweit Vorrang haben, dann sollten Sie die Arbeit möglichst mit Computer (oder Schreibmaschine) erstellen, die Schriftart Times New Roman (12 Pkt.) benutzen und anderthalbzeiligen Zeilenabstand (1,5 zg) einhalten. In der Regel genügen 20 bis 25 Seiten zur Behandlung der Problematik des Falles einer Hausarbeit in der Übung. Bei Hausarbeiten in Übungen ist ein ausreichend breiter Rand - mind. 1/3 der Seite - ist für Korrekturen freizulassen. Bei handschriftlicher Ausarbeitung ist auf eine gut lesbare Handschrift zu achten!

Im Prüfungsseminar soll die Ausarbeitung (Text einschließlich Fußnoten, ohne Deckblatt, Gliederung, Literatur- und ggf Abkürzungsverzeichnis) nicht mehr als 30 maschinengeschriebene Seiten DIN A4 mit folgenden Vorgaben umfassen:     
Schrift: Times New Roman, Schriftgröße 12, normales Schriftbild       
Zeilenabstand: 1 ½  (1,5 zg)  
Zeilenbreite: 16 cm
Rand: links und rechts jeweils 2,5 cm.

2. Gliederung 

Die Gliederung soll in einem Überblick die einzelnen gedanklichen Schritte und damit die Prüfungspunkte des Falles deutlich machen. Angegeben werden sollen die Themen (nicht Thesen) der Abschnitte und Unterabschnitte der Arbeit. Zur Gliederung gehört ferner die Angabe der Seiten, auf denen der jeweilige Gliederungspunkt im Text behandelt wird. Empfohlen wird eine Gliederung nach dem Schema A. I. 1. a, aa); stattdessen kann auch nach 1.1, 1.1.1 gegliedert werden), ggfs. mit Bildung von Handlungsabschnitten (Beispiel: A. Strafbarkeit des A, I. Versuchte Erpressung z.N. des X (§§ 253, 255, 22, 23 StGB). Eine zu starke Zergliederung sollte vermieden werden.

3. Literaturverzeichnis 

Das Literaturverzeichnis hat über die vom Bearbeiter verwendete Literatur vollständigen Aufschluss zu geben. Es umfasst daher alle - aber auch nur die - Werke, mit denen sich der Bearbeiter im Text der Arbeit erkennbar auseinandergesetzt hat. In das Literaturverzeichnis gehören Lehrbücher, Kommentare, Einzelschriften (Monographien), Aufsätze - auch Festschriftbeiträge -, Urteilsanmerkungen und Dissertationen. Rechtsprechungsnachweise werden nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen; diese sind ausschließlich in den Fußnoten der Ausarbeitung anzuführen (z.B. BGHSt 46, 321 [328]). Sie erleichtern sich die Erstellung des Literaturverzeichnisses erheblich, wenn Sie gleich beim Kopieren darauf achten, sämtliche bibliographischen Angaben zu erfassen (wichtig vor allem bei Kopien aus Büchern oder Sammelwerken: Titelblatt ebenfalls kopieren und Erscheinungsjahr ggfs. auf Kopie vermerken), d.h. auch gleich eine entsprechende Datei anlegen. 

Das Literaturverzeichnis wird nach Verfassernamen (Nachnamen) alphabetisch geordnet. Eine Aufgliederung nach Literaturgattungen (Lehrbücher, Kommentare usw.) empfiehlt sich nicht; sie erschwert dem Leser die Übersicht und belastet den/die VerfasserIn mit unnützer Arbeit. Bei Lehrbüchern, Kommentaren und Monographien muss auch die Auflage (möglichst die neueste) genannt werden, da innerhalb mehrerer Auflagen nicht selten die Ansichten und auch die Bearbeiter wechseln. Bei jeder im Literaturverzeichnis angeführten Veröffentlichung sind anzugeben:

a)      Zuname und Vorname des/der Verfasser(s) (ohne akademische Grade),
b)      genauer und vollständiger Titel der Schrift, des Aufsatzes, Festschriftbeitrages usw.,
c)      bei Büchern: Auflage, Erscheinungsort und -jahr (in dieser Reihenfolge), zusätzlich evtl. die abgekürzte Zitierweise (z.B. zit.: Rengier, BT II),
d)      bei Aufsätzen usw. die Angaben unter a), b), ferner die genaue Fundstelle in der jeweiligen Fest­schrift oder Zeitschrift, d.h. Name der Zeitschrift (in der üblichen Abkürzung) bzw. der Fest­schrift oder des Sammelwerkes, Erscheinungsjahr, Anfangsseite (z.B. Graul, Eva: Zum Tier als Sache i.S. des StGB, JuS 2000, 215). Entsprechend ist mit Urteilsanmerkungen zu verfahren (z.B. Mitsch, Wolfgang: Festnahme mit Todesfolge – BGH, NJW 2000, 1348, JuS 2000, 848). 

Hat ein Werk mehrere Verfasser, dann sind alle Autoren vollständig aufzuführen und durch Schräg­strich zu trennen (z.B. Wessels, Johannes/Hettinger, Michael: ...). Wird von einem mehrbändigen Werk nur ein Band verwendet, wird nur dieser erwähnt (z.B. Rengier, Rudolf: Strafrecht. Besonderer Teil II, 4. Aufl., München 2002). 

Die für Zeitschriften gebräuchlichen Abkürzungen sind als bekannt vorauszusetzen (vgl. Kirchner, Hildebert / Butz, Cornelie: Abkürzungs­verzeichnis der Rechtssprache, 5. Aufl., Berlin/New York 2003, oder das in der JuS abgedruckte Abkürzungsverzeichnis). Bei Verwendung der dort aufgeführten Abkürzungen ist ein Abkürzungs­verzeichnis in der Hausarbeit entbehrlich.

4. Ausarbeitung 

In der Ausarbeitung muss die (bei der Hausarbeit) vorangestellte Gliederung wiederkehren. Es empfiehlt sich, nicht nur die Gliederungsbuchstaben oder -ziffern, sondern auch den zugehörigen Gliederungstext als Abschnittsüberschrift zu übernehmen. 

Die zum Text gehörenden Fußnoten sollten jeweils auf derselben Seite stehen. Sie werden entweder (so bei Erstellung mit Schreibmaschine vorteilhaft) seitenweise nummeriert oder (bei Verwendung eines Textverarbeitungsprogramms) fortlaufend durchgezählt. Da im Literatur­verzeichnis die verwendeten Werke vollständig ausgewiesen sind, können sie in den Fußnoten abgekürzt werden. Bei Monographien genügt die Angabe von Autor, Titel oder Kurztitel und Seitenzahl (z.B. Roxin, Täterschaft, 21). Kommentare werden nach Paragraphen und Rand­nummern (Rdnr.) bzw. Anmerkungen (Anm.), Lehrbücher – wenn möglich - nach Kapitel/Para­graph bzw. der sonstigen Gliederung (z.B. Randnummern) zitiert, ansonsten nach Seiten (z.B. Lackner/Kühl, § 253 Rdnr. 1, Rengier, BT II, § 22 Rdnr. 3). Bei Gemein­schaftskommentaren muss der Name des Bearbeiters genannt werden (z.B. Eser, in: Schön­ke/Schröder, § 211 Rdnr. 7, oder abgekürzt: S/S-Eser, ...). Bei Aufsätzen wird nur der Verfasser, die übliche Abkürzung der Zeitschrift, das Erscheinungsjahr, die Anfangsseite und die Seite zitiert, auf die konkret Bezug genommen wird (z.B. Graul, JuS 2000, 215 [218]). Entsprechendes gilt bei der Zitierung von Entscheidungen (z.B. BGHSt 46, 321 [328] – wenn Sie nur die erste Seite angeben, haben Sie die genaue Stelle nicht genannt; geben Sie nur die genaue Stelle an, dann ist diese Fundstelle in JURIS nicht ohne weiteres aufzufinden). Grundsätzlich sollten Entscheidungen nach den sog. amtlichen Sammlungen (z.B. BGHSt) zitiert werden. Wenn die Entscheidung dort nicht (oder nicht mit der für die Zitierung relevanten Stelle) veröffentlicht wird, dann ist die Zeitschriften­veröffent­lichung – z.B. BGH JZ 2000, 627) oder der Nachweis in JURIS (Aktenzeichen [juris])zu zitieren. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Zitierung von Ent­scheidungen außerhalb der amtlichen Sammlungen das einzige eindeutige Identifikations­merkmal anzugeben, nämlich das Aktenzeichen (z.B. BGH 4 StR 284/99, JZ 2000, 627 oder BGH 4 StR 284/99 [Juris]). Wird eine sich über mehrere Seiten/Rdnrn. erstreckende Stelle zitiert, dann ist dies durch den Zusatz „ff.“ (fortfolgende) oder f. (folgende) kenntlich zu machen. 

Hausarbeiten dienen dazu, die Studierenden zu einer eigenständigen Beschäftigung mit einigen strafrechtlichen Problemen zu veranlassen. Hierzu ist es erforderlich, sich einen Überblick über den gegenwärtigen Diskussionsstand zu verschaffen, um auf diesem Hintergrund eine eigene Meinung entwickeln zu können. Deshalb wird die Auswertung der gängigen Lehrbücher und Kommentare erwartet, in denen man auch Hinweise (insbesondere auf einschlägige Aufsätze und Rechtsprechung) findet. Die Auswertung nur eines Lehrbuches oder nur eines Kommentars genügt deshalb nicht. Andererseits wird – schon aus Gründen der Verfügbarkeit während der Bearbeitungszeit - die Durchsicht von Monographien regelmäßig weder in einer Anfängerhaus­arbeit noch in einer Fortgeschrittenenhausarbeit erwartet.  Erwartet wird dagegen, dass bei allen Werken die neuesten Auflagen verwendet werden – Sie möchten auch nicht von einem Arzt behandelt werden, dessen medizinisches Wissen veraltet ist.

Selbstverständlich können zum Einarbeiten auch ältere Auflagen benutzt werden, soweit sie nicht durch Gesetzesänderungen überholt sind. Auf jeden Fall ist aber vor der endgültigen Niederschrift die neueste Auflage zu prüfen; hierzu finden sich ggf. in der UB Konstanz Exemplare „an der Kette“. 

Als Grundsatz gilt, dass sich der/die VerfasserIn nicht „mit fremden Federn“ schmücken darf. Das heißt, dass zum einen Belege immer dann erforderlich sind, wenn fremde Standpunkte wiedergegeben werden. Wörtliche Zitate (in Anführungszeichen) sind nur selten angebracht, zumeist genügt die indirekte Rede. 

In Hausarbeiten sind zumeist mehrere zentrale, in Rechtsprechung/Literatur umstrittene Probleme Gegenstand der Bearbeitung. Die Aufgabe des/der VerfasserIn besteht darin, die wichtigsten Argumente zusammenzutragen, zu erörtern, sich für eine der Ansichten zu entscheiden und diese Ansicht dann auch zu begründen. Entscheidend ist weniger das Ergebnis – zumeist werden die verschiedenen Standpunkte gut vertretbar sein -, sondern die nachvollziehbare Darstellung des Diskussionsstandes und die Begründung der eigenen Ansicht. 

Für Hausarbeiten – erst recht für Klausuren – gilt, dass es darauf ankommt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Unproblematisches ist kurz abzuhandeln; hier darf auch der Urteilsstil verwendet werden. Der Schwerpunkt der Bearbeitung ist auf die umstrittenen und für die Falllösung wichtigen Probleme zu legen. Diese Streitfragen sind im Gutachtensstil zu erörtern. Ob der/die VerfasserIn zu einer von der h.M. oder der Rspr. abweichenden Meinungen gelangt, ist für die Bewertung unerheblich, entscheidend ist die Qualität der Begründung.

II. Klausuren

Die Klausur sollte ein Deckblatt besitzen, das die entsprechenden Angaben, wie oben unter I. aufgeführt, enthält. Es wird dringend empfohlen, nur die Vorderseite eines jeden Blattes zu beschriften; (vermeintlich) misslungene Seiten können leichter ausgewechselt werden und die Arbeit des Korrektors wird erleichtert. Ein ausreichend breiter Rand - mind. 1/3 der Seite - ist für Korrekturen freizulassen. Die Blätter sind fortlaufend zu nummerieren und zusammenzuheften. Bitte achten Sie auf Lesbarkeit: Was nicht gelesen werden kann, kann auch nicht korrigiert und bewertet werden! 

Einer Klausur wird (im Unterschied zur Hausarbeit) keine gesonderte Gliederung vorangestellt. Im Text selbst muss aber eine Untergliederung erfolgen, die durch entsprechende Gliederungspunkte bezeichnet wird. Je nach zu beurteilendem Sachverhalt orientiert sich die Gliederung an Handlungsabschnitten, Personen und geprüften Tatbeständen. 

Eine Klausur wird als Übungsleistung nur anerkannt, wenn sie die eigenhändige Unterschrift (auch in Form der Matrikelnummer) ihres (wirklichen) Verfassers trägt. Die Klausur muss selbständig angefertigt sein; als Hilfsmittel ist lediglich der unkommentierte Gesetzestext zugelassen. Täuschungsversuche, zu denen auch die Verwendung nicht zugelassener Hilfsmittel zu rechnen ist, haben die Bewertung der Klausur mit "ungenügend" zur Folge.

III. Hinweise auf weiterführende Literatur

Zu Arbeitsmethode, Darstellungsform und inhaltlicher Gestaltung kann auf zahlreiche Fallsammlungen und Anleitungen verwiesen werden.
Zu Seminararbeiten findet sich Weiterführendes bei

Strafrechtliche Klausuren und Hausarbeiten mit Musterlösungen sind ferner in den Ausbildungszeitschriften (Juristische Schulung, Juristische Arbeitsblätter, Juristische Ausbildung) veröffentlicht. Aufbauschemata sind auch in einigen Lehrbüchern (z.B. Wessels, Johannes; Beulke, Werner: Strafrecht, Allgemeiner Teil, 32. Aufl., Heidelberg 2002, Rdnr. 872 ff.) enthalten. 

Auf folgende Anleitungswerke zur Falllösung und auf Fallsammlungen soll – in Auswahl – hingewiesen werden: 

IV.    Teilnahme an Klausuren und Hausarbeiten/Voraussetzung für den Erwerb des Übungsscheines

Angeboten werden eine Hausarbeit und zwei Klausuren. Es besteht das Recht (aber keine Verpflichtung), beide Klausuren mitzuschreiben.

Leistungsnachweise werden erteilt, wenn an je einer Hausarbeit und Klausur in einer Übung oder zwei unmittelbar aufeinander folgenden Übungen erfolgreich teilgenommen wurde, d.h. die Leistung mit mindestens 4 Punkten (ausreichend) bewertet worden ist.

Die Hausarbeiten werden nur in der vorlesungsfreien Zeit ausgegeben. Zuständig ist derjenige Übungsleiter, der die Übung in dem auf das der vorlesungsfreien Zeit folgenden Semester anbietet. Die Hausarbeit wird der vorangehenden und der folgenden Übung zugerechnet.

Ab sofort werden die Übungsklausuren für eine Bearbeitungszeit von 3 Stunden angeboten und an Freitagnachmittagen durchgeführt.

V.    Remonstration

Auch Korrektoren sind Menschen, denen Fehler unterlaufen können. Von der deshalb eingeräumten Möglichkeit, Einwände gegen die Bewertung einer Hausarbeit/Klausur zu erheben, ist binnen einer Woche nach Rückgabe der Arbeit/Besprechung durch schriftliche Darlegung der Gründe, in denen auf die Besprechung der Arbeit Bezug genommen wird, Gebrauch zu machen. Die Vorlage einer Vergleichsarbeit ist deshalb ungeeignet.

VI.    Übungsscheine – Ausgabe und Inhalt

Die Übungsscheine werden in der letzten Stunde der Übung ausgegeben. Bei Studienortwechsel ist anzugeben, der Schein werde am Semesterende nachgereicht.

In die Übungsscheine werden nur die Note in der Hausarbeit und die erzielte beste Note in den Klausuren aufgenommen. Wer sämtliche schriftlichen Leistungen aufgenommen haben möchte, kann dies bis zur vorletzten Übungsstunde formlos im Sekretariat des zuständigen Übungsleiters beantragen.

© Prof. Dr. Wolfgang Heinz, FB Rechtswissenschaft der Universität Konstanz
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