50 Jahre – 50 Gründerjahre?

Die Gründung von Reformuniversitäten war in den 1960er Jahren auch ein Ausdruck der Suche nach neuen Organisationsmodellen. Reformkonzepte mit Leben zu füllen, war für die Universität Konstanz immer wesentlich. Bis heute.

<figure> <img title="Grundsteinlegung " alt="Grundsteinlegung" class="caption-media colored" src="https://www.uni-konstanz.de/typo3temp/secure_downloads/64370/0/7df237e9ae4b8acbd38310a9e1e43952e76070a7/csm_121a_071_958d2b4834.jpg" /> <figcaption> <button> <span class="icon-info"></span> <span class="hidden">Bildbeschreibung anzeigen</span> </button> <span>Grundsteinlegung </span> </figcaption> </figure>

Eine „Reformuniversität“ zu sein, war für die Universität Konstanz von Anfang mehr als bloße Etikettierung, die Bezeichnung wirkte tatsächlich nachhaltig identitätsstiftend. Der verstorbene Ralf Dahrendorf, Soziologe und Wissenschaftspolitiker von Weltruf und Gründungsmitglied der Universität Konstanz, bestätigte dies anlässlich der Feier zum 40. Geburtstag eindrücklich: „Konstanz ist unzweifelhaft eine Erfolgsgeschichte, doch ist sie es nicht durch die Umsetzung eines Plans, sondern durch die Fortsetzung einer Grundhaltung“. Eine Einschätzung, die jüngst in den Gutachten der Exzellenz-Initiative wieder aktuell anklang.

3.000 Studierende sollte die Universität als Modelluniversität ursprünglich beherbergen, heute sind es fast 12.000 auf dem Campus, der unweit von Bodensee und historischer Konstanzer Altstadt errichtet wurde.

Grundgedanke war, eine Universität der kurzen Wege zu errichten, und das in doppelter Hinsicht: Zum einen sollten die Hierarchien flach gehalten und dadurch ein offenes Miteinander gefördert werden – auch interdisziplinär, weshalb auf Institute zugunsten dreier Fakultäten verzichtet wurde, die in den 1990er Jahren im „Modell Konstanz“ dann zu Sektionen wurden, die in noch größerem Umfang der Profil- und Schwerpunktbildung sowie der Stärkung von Internationalität, Wissenstransfer und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen. Ein erfolgreiches Modell, wie sich zeigt: Pro Wissenschaftler und Wissenschaftlerin erreichte die Universität Konstanz 2015 gemäß Förderatlas der DFG Platz 1 in der Höhe der Drittmittelförderung.

<figure class="single left"> <img title="Bau der Universität Konstanz" alt="Bau der Universität Konstanz" class="grayscale" src="https://www.uni-konstanz.de/typo3temp/secure_downloads/64370/0/a82bf76c87e0ca9b9ceb124d5e392b03604e2b45/csm_121a_081_c78b41a86b.jpg" /> <figcaption> <button> <span class="icon-info"></span> <span class="hidden">Bildbeschreibung anzeigen</span> </button> <span>Bau der Universität Konstanz</span> </figcaption> </figure>

Zum Gedanken einer Universität der kurzen Wege zählt konkret auch das Campus-Konzept, bei dem die Architektur Offenheit und Verbindungen schafft und diese umgekehrt auch widerspiegelt. Wesentliche Gebäudebereiche sind um Foyer, Bibliothek und Mensa herum gruppiert – man trifft sich, man tauscht sich aus, die Bibliothek ist rund um die Uhr geöffnet. Und auch Künstler wurden von Anfang an in die Planung einbezogen. Sie haben Zeichen gesetzt. (Mehr dazu unter „Gut in Form“)

Was 1966 mit dem Spatenstich auf dem Gießberg und einer ersten Vorlesung im Inselhotel (einem ehemaligen Dominikanerkloster in der Altstadt) nach außen sichtbar wurde, gehört zu den „ersten Gründerjahren“ der Reformuniversität Konstanz. Zur Gründungszeit zählt auch eine Auseinandersetzung im Jahr 1972, die als „Grundordnungskonflikt“ in die Geschichte der Universität Konstanz einging und ein Beispiel für die Beharrungskräfte etablierter hochschulpolitischer Kreise war. Die Konstanzer Literaturwissenschaftler Klaus Oettinger und Helmut Weidhase legen in ihrem Band „Eine feste Burg der Wissenschaft“, der 1986 zur Geschichte der Universität im Verlag Stadler (Konstanz) erschien, zum Teil augenzwinkernd Zeugnis ab von den frühen Verfassungskämpfen. 1972 gipfelte der Konflikt darin, dass Rektor und Prorektor zurücktraten.

Eine zweite Phase von „Gründerjahren“ ging einher mit der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bei der die Universität in allen drei Förderlinien erfolgreich war. Durch fächerübergreifendes Forschen in Schwerpunkten und die daran anknüpfende Lehre war der Boden für das Zukunftskonzept einer „Kultur der Kreativität“ längst bereitet. „Die Gutachter haben gemerkt, dass hier die Kriterien der Exzellenzinitiative schon lange gelebt werden“, sagt der heutige Rektor Prof. Dr. Ulrich Rüdiger.

2016 feiert die Universität Konstanz ihren 50. Geburtstag mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm von der Party bis zu Festakt und Sommerfest. „Ein Model(l) wird 50“ – das passende Motto dazu spricht Bände. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten zum Jubiläum – 50 Jahre Universität Konstanz.

Lesen Sie mehr zur Exzellenzinitiative unter „Exzellent unterwegs“.


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  • Bau der Universität Konstanz
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  • Historisches Bild der Uni Konstanz
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  • Grundsteinlegung
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