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Der Senat der Universität Konstanz hat die drei Prorektoren
neu gewählt. Wiedergewählt wurden der Informatiker Prof.
Marc Scholl als Prorektor für Allgemeine Vertretung und der
Biologe Prof. Albrecht Wendel als Prorektor für Forschung.
Für den Wirtschaftswissenschaftler Prof. Oliver Fabel, der
nicht mehr antrat, wurde die Juristin Prof. Astrid Stadler von den
Senatsmitgliedern zur Prorektorin für Lehre bestimmt. Damit
bekleidet ab Wintersemester 2002/2003 erstmals eine Frau ein Prorektorenamt
an der Universität Konstanz. Rektor Prof. Gerhart von Graevenitz
zeigte Verständnis für die Entscheidung des Wirtschaftswissenschaftlers
Fabel und dankte ihm "für enormen Einsatz".
Es sei kein Zufall, sagte von Graevenitz, dass gerade der Prorektor
für Lehre an Grenzen des Leistbaren gestoßen sei. Diesem
obliegt die Entwicklung der neuen Studiengänge, die alle vor
Ort erarbeitet werden müssen. So konnte Astrid Stadler bei
ihrer Vorstellung als Nachfolgerin Fabels auch auf ein "gut
bestelltes Feld" verweisen, das sie im Oktober übernimmt.
Die Juristin hat seit 1993 den Lehrstuhl für Bürgerliches
Recht und Zivilprozessrecht an der Universität Konstanz inne.
Sie war u.a. Studiendekanin, Dekanin der ehedem Juristischen Fakultät,
Wahlmitglied des Senats und ist aktuell Mitglied des Fachbereichsrats
und der Studiengangkommission des Fachbereichs Rechtswissenschaft.
Ihre vornehmste Aufgabe als Prorektorin für Lehre sieht sie
in der "Fortsetzung des in die Wege Geleiteten". Soll
heißen: Schaffung von BA/MA-Studiengängen sowie von Promotionsstudiengängen.
Zu letzteren stellte sie fest, dass die Wege zur Promotion je nach
Fach sehr unterschiedlich seien. Es gehe nun darum, die "Promotionskultur"
unter ein Dach zu bringen. Als weitere große Aufgabe nannte
die künftige Prorektorin die Reglementierung eines Auswahlverfahrens
für Studierende.
Rektor von Graevenitz, der die Juristin Stadler als "glänzende
Ergänzung" des Rektoratsteams begrüßte, sprach
sich auch für eine gewisse Kontinuität in der Besetzung
der Ämter aus. Angesichts der hier inzwischen notwendigen Professionalisierung
sei ein öfterer Amtswechsel eine Verschwendung von Ressourcen.
Für die Umsetzung des Struktur- und Entwicklungsplans, die
er als wichtigste Aufgabe in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit
nannte, sei ein erfahrenes Team beste Voraussetzung. So dankte er
den Prorektoren Scholl und Wendel, die sich für weitere zwei
Jahre zur Verfügung stellen. Marc Scholl wird weiterhin als
Stellvertreter des Rektors fungieren. Die besonderen Aufgabengebiete
des Informatikers sind nach wie vor die elektronische Infrastruktur
an der Universität und die Öffentlichkeitsarbeit. Die
Schwerpunkte des Biologen Wendel, des alten und neuen Prorektors
für Forschung, lauten: Drittmittelförderung, Bewertung
von Forschungsleistungen, Bemühen um Stiftungslehrstühle
und Technologietransfer.
Die Prorektoren werden jeweils nach der Hälfte der Amtszeit
des Rektors vom Senat neu bestimmt. Da Rektor von Graevenitz noch
nach der alten Grundordnung der Universität Konstanz gewählt
wurde, dauert seine Amtszeit vier Jahre. Die der Prorektoren somit
zwei Jahre. Ab 1. Oktober 2004 wird eine Wahlperiode für den
Rektor gemäß neuer Grundordnung sechs Jahre betragen.
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