Sozialwissenschaftliches Archiv Konstanz
Alfred-Schütz-Gedächtnis-Archiv
Geschäftsführer: Dr. Jochen Dreher
Sozialwissenschaftliches Archiv Konstanz
Geisteswissenschaftliche Sektion
Fachbereich Geschichte und Soziologie
Universität Konstanz
Postfach 5560
D-78457 Konstanz
Tel 07531/88-2342
Fax 07531/88-3194
Email:
jochen.dreher@uni-konstanz.de
Weitere Informationen zur Person finden Sie auf der Webseite von
Jochen Dreher
auf der Homepage der Fachgruppe Wissenssoziologie
der Universität Konstanz.
Über das Sozialwissenschaftliche Archiv
Die mit früheren und aktuellen Forschungen am Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz in
Verbindung stehenden Projekte, die von Jochen Dreher initiiert wurden, werden im folgenden dargestellt:
Editionsprojekt, Alfred Schütz Werkausgabe
Im Mai 2005 begann Jochen Dreher mit der Edition und Herausgabe des Bandes VIII der Alfred Schütz
Werkausgabe: Schriften zur Literatur (Konstanz: UVK) gemeinsam mit Prof. Michael D. Barber
(St. Louis University, USA). Darin werden die bisher unveröffentlichten Manuskripte von
Alfred Schütz „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1948), „Zu Wilhelm Meisters Wanderjahren“ (1948),
„T.S. Eliot’s Concept of Culture“ (1952) und „Sociological Aspects of Literature (1955)
erstmalig herausgegeben. Michael D. Barber war vom 30. Mai bis zum 7. Juni 2005 als Gastprofessor
an der Universität Konstanz. In dieser Zeit wurde das gemeinsame Editionsprojekt organisiert
und begonnen, wobei erste Editionsarbeiten des Manuskripts „Zu Wilhelm Meisters Wanderjahren“ (1948)
bereits durchgeführt wurden. Unter anderem planen der Philosophie-Professor Michael D. Barber und
Jochen Dreher ein interdisziplinäres, internationales Kooperationsprojekt mit dem Titel Phenomenology,
Social Sciences and the Arts, das im Rahmen des deutsch-amerikanischen Transcoop-Programms der
Humboldt-Stiftung beantragt wird.
Jochen Dreher war vom Okt. 1994 bis Juni 1997 als wissenschaftliche Hilfskraft am Sozialwissenschaftlichen
Archiv Konstanz angestellt und im Rahmen der Edition folgender Ausgaben der Alfred Schütz Werkausgabe
(Herausgeber: Richard Grathoff, Hans-Georg Soeffner, Ilja Srubar; Redaktion: Martin Endreß) beschäftigt:
Bd. V.2: Theorie der Lebenswelt 2. Die kommunikative Ordnung der Lebenswelt, hg. v. Hubert Knoblauch,
Ronald Kurt und Hans-Georg Soeffner, Konstanz: UVK, 2003; Bd. V.1: Theorie der Lebenswelt 1.
Die pragmatische Schichtung der Lebenswelt, hg. v. Martin Endreß und Ilja Srubar, Konstanz: UVK, 2003.
Herausgabe der Schriften von Thomas Luckmann:
„Lebenswelt, Identität und Gesellschaft“
Es wurde damit begonnen, die Schriftensammlung von Thomas Luckmann, Lebenswelt,
Identität und Gesellschaft. Schriften zur Wissens- und Protosoziologie.
Hrsgg. und eingleitet von Jochen Dreher, Konstanz: UVK, 2006 zu veröffentlichen.
Jochen Dreher wurde von Thomas Luckmann um die Herausgabe, teilweise Neuübersetzung bzw.
Wiederveröffentlichung der im vorliegenden Band versammelten Aufsätze gebeten.
Die Edierung dieser Schriften soll am Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz durchgeführt werden,
wobei die Publikation des Buches für das Frühjahr 2006 vorgesehen ist.
Abstract zur Schriftensammlung
Die geplante Aufsatzsammlung enthält Schriften des bereits als Klassiker der Soziologie
geltenden Autors Thomas Luckmann, der insbesondere durch seine Neubegründung der
Wissenssoziologie gemeinsam mit Peter L. Berger (The Social Construction of Reality, 1966)
sowie der Etablierung einer phänomenologisch orientierten konstruktivistischen
Soziologie maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Disziplin nahm.
Bei den im Rahmen dieses Bandes zu publizierenden Schriften handelt es sich um eine Kombination aus
älteren einschlägigen - in akademischen Kreisen anerkannten -,
jedoch nicht mehr auf dem Buchmarkt verfügbaren Texte mit neuen,
unveröffentlichten bzw. erstmals übersetzen Aufsätzen,
die nach thematischen Schwerpunkten zusammengestellt werden: Grundlagentheoretische Schriften zur Protosoziologie,
sozialwissenschaftliche Analysen zu den Themenbereichen Sinn und Sozialstruktur, Identität,
Abhandlungen zur Zeittheorie und über Symbole und Rituale werden in dieser Publikation
präsentiert. Diese Aufsatzsammlung ermöglicht Studierenden und Lehrenden den Einblick
sowohl in die Entwicklung als auch in die aktuelle Brisanz des Denkens Thomas Luckmanns, stellt eine
neuartige Basis zur Erforschung seines Werkes zur Verfügung und ist insbesondere anschlußfähig
für materiale soziologische Analysen.
Sammelband „Die Unüberwindbarkeit kultureller Differenz“
Im Frühjahr 2006 wird Jochen Dreher gemeinsam mit Peter Stegmaier (Universität Bochum) den
Sammelband Die Unüberwindbarkeit kultureller Differenz beim transcript-Verlag, Bielefeld
veröffentlichen, wobei die Herausgabe des Buches unter anderem am
Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz stattfinden soll. Die Aufsatzsammlung basiert auf der von
Jochen Dreher und Peter Stegmaier organisierten Sitzung der Ad-hoc-Gruppe Konstruktion und Konstitution
„kultureller Differenz“ - Materiale soziologische Analysen in grundlagentheoretischer Absicht,
die beim 32. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Soziale Ungleichheit -
kulturelle Unterschiede, 4.-8. Okt. 2004 in München statt fand.
Der Sammelband präsentiert zum einen materiale, insbesondere wissenssoziologisch
ausgerichtete Analysen der Konstruktion von ‚kultureller Differenz’ und in diesem Sinne von
‚Kultur(en)’. Die materialen Untersuchungen dienen in erster Linie der Aufdeckung von
Konstitutionsmechanismen von allgemeinem Gehalt. Das soziologische Problem der ‚kulturellen Codierung
sozialer Ungleichheit’ bzw. von ‚Fremdheit’ soll sozusagen mit Hilfe „Angewandter Theorie“
(Alfred Schütz) für eine Grundlagenforschung „entschlüsselt“ werden,
mit dem Ziel, allgemeine Konstitutionsbedingungen dieser Phänomene zu beschreiben,
ohne hierbei eine verwendungsorientierte Sozialtechnologie zu befördern.
Die Aufsatzsammlung wird unter anderem Beiträge von Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner,
Prof. Dr. Ilja Srubar, Prof. Dr. Shingo Shimada, Prof. Dr. Joachim Renn und
Prof. Dr. Norbert Schröer enthalten.
Organisation Arbeitskreis „Sozialwissenschaftliche Potentiale der Phänomenologie“,
Sektion Wissenssoziologie (Deutsche Gesellschaft für Soziologie)
Beim Netzwerk Sozialwissenschaftliche Potentiale der Phänomenologie der Sektion
Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) handelt es sich um eine
Nachwuchsinitiative jüngerer Wissenschafterinnen und Wissenschaftler in Deutschland,
die von Michaela Pfandenhauer (Universität Dortmund), Jürgen Raab (Universität Konstanz),
Bernt Schnettler (TU Berlin), Peter Stegmaier (Universität Bochum) und
Jochen Dreher (Universität Konstanz) organisiert wird.
Die Zielsetzung des Netzwerks konzentriert sich auf die Themenschwerpunkte
(1) Grundlagentheorie, Theorievergleich, Theorieinnovation, wobei der Beitrag der Phänomenologie
und der Analyse der Lebenswelt für die Grundlegung von Sozialtheorien im Mittelpunkt steht und
(2) auf die Forschung, Praxis und Anwendung der Phänomenologie hinsichtlich empirischer Forschung
und Angewandter Theorie, wie beispielsweise die Möglichkeit einer Verknüpfung von Konstruktions-
und Konstitutionsanalysen in konkreten Forschungsvorhaben. Die Organisation folgender Tagungen war
bzw. ist Bestandteil der Netzwerkarbeit:
1) Workshop Sozialwissenschaftliche Potentiale der Phänomenologie, Organisation:
Michaela Pfandenhauer/Peter Stegmaier/Bernt Schnettler/Jürgen Raab/Jochen Dreher,
23./24. Feb. 2005, Konstanz.
2) Tagung der Sektion Wissenssoziologie der DGS:
Die phänomenologische (Neu-) Begründung von Sozialtheorie und Sozialforschung, Organisation:
Michaela Pfandenhauer/Peter Stegmaier/Bernt Schnettler/Jürgen Raab/Jochen Dreher,
24./25. Februar 2006, Berlin.
Aus der Initiative Sozialwissenschaftliche Potentiale der Phänomenologie entwickelte sich ein
offizieller Arbeitskreis der Sektion Wissenssoziologie der DGS.
Internationales Netzwerk “Phenomenology and the Human Sciences”
Dr. Jochen Dreher verfügt über internationale Kontakte innerhalb eines Netzwerks der
Society for Phenomenology and the Human Sciences (SPHS), das wissenschaftliche Forschungen im Grenzbereich
zwischen Sozialwissenschaften und Phänomenologie fokussiert. Im Rahmen dieses Netzwerks besteht eine
Zusammenarbeit unter anderem mit Prof. Hisashi Nasu (Waseda University, Tokyo; Leiter des
Alfred Schütz-Archivs, Tokyo), Prof. Lester Embree (Florida Atlantic University, USA),
Prof. George Psathas (Boston University, USA) und Prof. Michael D. Barber (St. Louis University, USA).
Dieser wissenschaftliche Austausch ist Resultat der aktiven Teilnahme (vgl. unten, Wissenschaftliche Vorträge)
von Jochen Dreher an den Jahrestagungen der SPHS in Boston, Massachusetts, USA, 2003 und Memphis,
Tennessee, USA, 2004; die Teilnahme am diesjährigen Kongress in Salt Lake City, Utah, USA, 2005 steht bevor.
Veröffentlichungen
(in unmittelbarer Relevanz zur Tätigkeit im Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz)
Dreher, Jochen (1997): Die Entwicklung des Symbolbegriffs im Werk von Alfred Schütz. Die Überwindung der Transzendenzen der Lebenswelt durch Zeichen und Symbole, Universität Konstanz, Sozialwissenschaftliche Fakultät, Fachgruppe Soziologie. Computerdatei: .
Dreher, Jochen (2003): ”The Symbol and the Theory of the Life-World: ’The Transcendences of the Life-World and Their Overcoming by Signs and Symbols‘”, in Human Studies, 26, 2, S. 141-163.
Dreher, Jochen (2004): Symbolische Konstruktionen kultureller Differenz. Die Dynamik interkultureller Arbeitswelten im Automobilunternehmen von DaimlerChrysler. Konstanz (Dissertation).
Dreher, Jochen (2005): “The Baroque Formulation of Consciousness - Bridging the “Unbridgeable Gap” through Indicational Representation”, Review Essay zu: Fred Kersten, Galileo and the ‘Invention’ of Opera, A Study in the Phenomenology of Consciousness. Dordrecht, Boston, 1997. In: Human Studies, 28, 1, S. 87-94.
Dreher, Jochen (2005): „Konstruktionsprinzipien ‚kultureller Differenz’ und die unumgängliche symbolische Konstruktion kultureller Ausschlusskriterien“, in: Rehberg, Karl-Siegbert (Hg.) (2005): Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede. Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München 2004. Frankfurt a. M./New York, Campus (im Erscheinen).
Dreher, Jochen (2005): “The Induction of Social Theoretical Concepts: Exploring the General from the Particular”, wird veröffentlicht in: Symbolic Interaction, 2005.
Dreher, Jochen und Peter Stegmaier (Hg.) (2006): Die Unüberwindbarkeit kultureller Differenz. Bielefeld: transcript (in Vorbereitung).
Dreher, Jochen (Hg.) (2006): Thomas Luckmann: Lebenswelt, Identität und Gesellschaft. Schriften zur Wissens- und Protosoziologie. Konstanz: UVK (in Vorbereitung).
Wissenschaftliche Vorträge
(in unmittelbarer Relevanz zur Tätigkeit im Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz)
“The Symbol and the (Auto-)Constitution of the Life-World. The ‘Self-Illumination’ of Society through Symbols”, Kongress: 6th European Sociological Association Conference (Research Network: Social Theory) in Murcia, Spanien, 23.-26. Sept. 2003.
“The Symbolization of the Phenomenon of Friendship. Transcending the Intersubjective Life-World”, Kongress: 2003 Annual Conference of the Society for Phenomenology and the Human Sciences (SPHS), Boston, Massachusetts, USA, 6.-8. Nov. 2003.
“The Induction of Social Theoretical Concepts within the Empirical Research Process: Exploring the General from the Particular”, Kongress: Intermediate Conference of the Social Theory Committee of the European Sociological Association (ESA): “What is theory for?” On the relationship between social theory and empirical research, Sept. 16-17, 2004, Paris, Frankreich.
„Konstruktionsprinzipien kultureller Differenz und die unumgängliche symbolische Konstruktion kultureller Ausschlußkriterien”, im Rahmen der Ad-hoc-Gruppe Konstruktion und Konstitution „kultureller Differenz“. Materiale Analysen in grundlagentheoretischer Absicht, Organisation: Jochen Dreher/Peter Stegmaier, Kongress: 32. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 4.-8. Okt. 2004, München.
“The Temporality of the Life-World. Phenomenological Reflections on the Constitution of ‘Time’”, Kongress: 2004 Annual Conference of the Society for Phenomenology and the Human Sciences (SPHS), Memphis, Tennessee, USA, 28.-30. Okt. 2004.
„Zur wissenssoziologischen Analyse symbolischer Wirklichkeitskonstruktionen in protosoziologischer Absicht“, Workshop Sozialwissenschaftliche Potentiale der Phänomenologie, 23./24. Feb. 2005, Konstanz.
„The Integrative Power of Collective Symbolism vs. Problematic Constructions of Identity: Psychoanalysis in Argentina”, im Rahmen des Workshops The Integrative Power of Collective Symbolism; Konferenz: Identity Constructions in Pluralist Societies/Construcción de Identidades en Sociedades Pluralistas, 6.-8. April 2005, Buenos Aires, Argentinien.