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Andreas Lipowsky
[andreas.lipowsky@uni-konstanz.de]

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KollegiatInnen
Koordinator
HochschullehrerInnen



Formalästhetische Innovation kulturanthropologischer Forschungen im 20. Jahrhundert


Projektskizze

Die Geschichte epistemischer und methodischer Umwälzungen in den Geisteswissenschaften im 20. Jahrhundert ist auch eine Geschichte formalästhetischer Innovation und zunehmender Akzeptanz alternativer narrativer Formen in diesen Wissenschaften oder zumindest ihrer peripheren Duldung. Dies führt nicht nur zu einer Ausdifferenzierung und Pluralisierung von Texten, die innerhalb kritischer Geisteswissenschaften Geltung erlangen können, sondern betrifft den Kern des jeweiligen Wissenschaftsbegriffs: Zugespitzt ließe sich sagen, dass mit der ›teilnehmenden Beobachtung‹ der Ich-Erzähler Eingang sowohl in den wissenschaftlichen Text als auch in den epistemischen und methodologischen Horizont von Kulturanthropologie und qualitativer Sozialwissenschaft findet.

Der Kulturanthropologie und den mit ihr verwandten Wissenschaften (Ethnologie, Postcolonial Studies) kommen in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, die im Rahmen dieser Untersuchung herausgearbeitet werden soll. Diese Bedeutung liegt einerseits im hohen Reflexionsgrad über Schreibprozesse (›Writing Culture‹-Debatte) als auch in einer großen Ausdifferenzierung schreibpraktischer Strategien begründet. Solche Strategien werden als formalästhetische, in gewisser Weise ›künstlerische‹ Avantgarde innerhalb der geisteswissenschaftlichen Fächer verstanden und sind Teil der übergeordneten Bewegung, die im 20. Jahrhundert dazu führt, dass sich der Wissenschaftsstatus des Schreibens und der als wissenschaftlich zugelassenen Narrationsformen ändert.