Letzt Änderung: 27.10.2003 (c) Georg Lind | home | dilemma discussion

Just Community School - Gerechte Gemeinschafts-Schule

Gestaltungsprinzipien nach Oser & Althof

 

a) "Entwicklung als Ziel der Erziehung ... die Urteilsbildung wird an realen Problemen des Schul- und Klassenlebens angeregt." (S. 238)

b) "Das Verhältnis von Urteil und Handeln verbessern. ... Damit keine Kluft zwischen beiden Größen entsteht, werden schulische Garantien eingebaut, und jeder Beteiligt weiß, dass ein Beshclussimmer einen Zwang zum Handeln beeinhaltet. ... ein gewählter Vermittlungsausschuss [kontrolliert] in stützender Weise die Handlungsausführung." (S. 239)

c) "Geteilte Normen entwickeln. Indem Normen durch Partizipation und gemeinsame Beschlüsse entstehen, werden sie auf ganz andere Weise integriert." (S. 239)

d) "'Abfälle des Lebens' als Eigenerfahrung. ... Wird 'abweichendes' Verhalten, etwa das Beschädigen von Tischen, zum Thema einer Versammlung der Gerechten Gemeinschaft gemacht, ohne diese zu einem Kindergericht werden zu lassen, dann besteht die Chance, das Verhalten und seine Folgen aus einer Gemeinschaftsperspektive zu sehen." (S. 242)

e) "Demokratisierung als soziales Prinzip und Lernangebot. ... die sehr langsame, aber wohldurchdachte Übergabe von Entscheidungsmacht an die Schüler." (S. 243)

f) "Rollenübernahme praktizieren. ... Die vielfältigen klassen- und schulübergreifenden Aktivitäten in einer Gerechten Gemeinscahft sind darauf angelegt, dass die einzelnen Mitglieder sowohl die Motive als auch die Intentionen, Gefühle und Handlungsstrategien anderer zum einen Urteil in Beziehung setzen und so das Argument, der Standpunkt, die Bedürfnisse von anderen (a) 'verstehbar', (b) 'nachvollziehbar' und schließlich (c) sogar 'akzeptierbar' für sie sind." (S. 244)

g) "Eine Welt möglicher Selbstwirksamkeit schaffen. ... Das System wird als veränderlich erfahren, und es wird die Überzeugung herausgebildet, es gäbe durchaus die Möglichkeit, einen ungerechten Zustand zu verändern, ein Problem
der Gemeinschaft zu lösen und eine an äußere Autoritäten gebundene, bislang immer wieder realisierte, aber unsinnige Verhaltensgewohnheit aufzulösen." (S. 245)

h) "'Zu-Mutung' praktizieren. ... Lehrpersonen tauen somit ihren Kindern zu, beim 'großen Palaver' der Gerechten Gemeinschaft zu argumentieren, aufmerksam und vorurteilsfrei zuzuhören, authentisch zu votieren und auf diese Weise moralisch und sozial überzeugend das Leben der Schule mitzugestalten -- obwohl sie wissen,d ass dieses Zutrauen oft kontrafaktischer Natur ist." (S. 245-246)

 

Literatur

Oser, F. & Althof, W. (2001): Die Gerechte Schulgemeinschaft. Lernen durch Gestaltung des Schullebens. ... mehr