Sophia Prinz, M.A.

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FB Geschichte & Soziologie, Fach: D 41
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Biografisches

Mai 2006- Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie, Prof. Dr. Andreas Reckwitz
2005-2006 Lehrauftrag an der Universität Lüneburg: „Die Regierung”. Internationales Symposium zum Projektabschluss
2005-2006 Konzeption und Koordination eines Abschlusssymposiums und -publikation zur Ausstellungsserie „die Regierung”
2004-2005 Internship am Witte de With. Center for contemporary art (Rotterdam)
2003-2004 Projektmitarbeit „ATLAS. Spaces in Subjunctive”, Projekt im Rahmen von „republicart”, gefördert von der EU am Kunstraum der Universität Lüneburg unter der künstlerischen Leitung von Alice Creischer und Andreas Siekmann (Berlin): Neuauflage des historischen Atlas „Gesellschaft und Wirtschaft” von Otto Neurath, der in der Ausstellung „Ex-Argentina. Schritte zur Flucht vor der Arbeit zum Tun”, kuratiert von Alice Creischer und Andreas Siekmann im März 2004 im Museum Ludwig, Köln gezeigt wurde.
2003-2004 wissenschaftliche Hilfskraft bei PD Dr. Ulf Wuggenig
2002-2006 Mitarbeit bei der internationalen Ausstellungsserie „die Regierung” von und mit den KuratorInnen Ruth Noack und Roger M. Buergel (Wien/ Kassel) am Kunstraum der Universität Lüneburg. (http://dieregierung.uni-lueneburg.de), gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Allianz Kulturstiftung.
2002 Unter der Leitung von PD Dr. Ulf Wuggenig und Dr. Christoph Behnke: Ausstellungsevaluation „Wiedervorlage documenta 5” (Kassel), Projekt im Rahmen von „vektor” gefördert von der EU.
2001-2003 wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Christoph Jamme
2000 Unter der Leitung von PD Dr. Ulf Wuggenig und Dr. Christoph Behnke: Evaluation des EXPO-Themenparks „Umwelt” (Hannover)
1998-2004 Studium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg Thema der Magisterarbeit: „Visuelle Stigmatisierung. Fotografie und Physiognomik als biopolitische Technologien der Normalisierung.”

Publikationen

(2009d) Mit Ulf Wuggenig: Kunst und Praxistheorie, in: Bildpunkt. Zeitschrift der IG BILDENDE KUNST, H. 3, 2009
(2009c) Review: Dietmar Kammerer: Bilder der Überwachung, (Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008), in: Foucault Studies, Nr. 7, 2009, S. 159-163
(2009b) Stichwort: „Geschmack (goût)“, in: Rehbein, Boike (u.a.)(Hg.): Bourdieu-Handbuch, Stuttgart: Metzler, S. 104-110 (im Erscheinen).
(2009a) Designing working conditions, in: Glynne, Jonathan et al. (eds.): Networks of Design, Boca Raton (Florida): Universal Publishers, 2009, S. 198-206.
(2008) mit Hilmar Schäfer: Kunst und Architektur: materielle Strukturen der Sichtbarkeit, in: Moebius, Stephan; Reckwitz, Andreas (Hg.): Poststrukturalistische Sozialwissenschaften, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 382-400
(2007) mit Ulf Wuggenig: Das unternehmerische Selbst? Zur Realpolitik der Humankapitalproduktion, in: Krasmann, Susanne; Volkmer, Michael (Hg.): Michel Foucaults „Geschichte der Gouvernementalität” als Paradigma in den Sozialwissenschaften, Bielefeld: transcript, S. 239-266.
(2005 c) Peter Friedl: Out of the Shadows. What is written cannot be unwritten, in: springerin, Bd. 11, H. 1, Wien, S. 65-66.
(2005 b) Hoe willen we geregeerd worden? Foucault inspireert tentoonstellingspraktijk, in: Metropolis M, H. 2, Amsterdam, S. 38-45.
(2005 a) mit Ruth Noack und Roger M. Buergel: Figure and Ground, in: Buergel, Roger M.; Noack, Ruth (ed.): How do we want to be governed? (Figure and ground), Miami, S. 11-15.
(2004 b) mit Roger M. Buergel und Gregor Jansen: ExArgentina, in: springerin, Bd. 10, H. 2, Wien, S. 46-49.
(2004 a) mit Larissa Buchholz: Kartographische Repräsentationen, in: Wuggenig, Ulf (u.a.) (Hg.): ATLAS. Space in subjunctive, Lüneburg, S. 33-36.

Übersetzungen

(2008) Reckwitz, Andreas: Der Ort des Materiellen in den Kulturtheorien. Von sozialen Strukturen zu Artefakten, in: ders.: Unscharfe Grenzen. Perspektiven der Kultursoziologie, Bielefeld 2008, S. 131-156.
(2007) Knorr Cetina, Karin: Postsoziale Beziehungen: Theorie der Gesellschaft in einem postsozialen Kontext, in: Bonacker, Thorsten; Reckwitz, Andreas (Hg.): Kulturen der Moderne. Soziologische Perspektiven der Gegenwart. Frankfurt a. M./New York, S. 267-300.

Vorträge

(2009b) Büros zwischen Disziplin und Design: Postfordistische Ästhetisierung der Arbeitswelt, Jahrestagung der Sektion Kultursoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS): Ästhetisierung des Sozialen in Geschichte und Gegenwart am Beispiel der visuellen Kulturen, Historisches Museum Hannover
(2009a) Visuelle Typologien – Zur Geschichte der Fotografie in den Humanwissenschaften, Workshop „Zwischen Dokumentation und Interpretation. Zum Gebrauch der Fotografie in Soziologie und Ethnologie“, Universität Konstanz
(2008d) Das historische Apriori der Sichtbarkeit. Theorie des Visuellen nach Michel Foucault, Tagung „Präsenz und Entzug der Bilder“, Universität Konstanz
(2008 c) Designing working conditions, Networks of Design – Design History Society Conference ‘08, University College Falmouth, Falmouth/Cornwall
(2008 b) mit Hilmar Schäfer: Documenta 12 – analysis of an aesthetic dispositive, Van Abbemuseum, Eindhoven
(2008 a) Ordnungen des Sehens. Michel Foucaults Begriff kultureller Sichtbarkeit als Instrument der Sozial- und Kulturwissenschaften, „Bildanalyse – interdisziplinär“. Bildverständnis in den Wissenschaften, Villa Vigoni, Loveno di Menaggio (Como)
(2007 b) mit Hilmar Schäfer: Dispositivanalyse von Ausstellungen am Beispiel der documenta 12, Doktorandenkolloquium Universität Basel, Basel
(2007 a) Towards a Sociology of Aesthetical Form, 4th Interim Conference of the ESA Research Network for the Sociology of the Arts, Univerität Lüneburg, Lüneburg/ Hamburg
(2006) ästhetische Relationalität als Ästhetik der Existenz, Abschlusssymposium „die Regierung” Kunstraum der Universität Lüneburg, Lüneburg
(2005) Forms of Being, Kunstraum der Universität Lüneburg, Lüneburg

Sonstige Aktivitäten

(2009) mit Patricia Holder (Universität St. Gallen): Konzeption und Leitung des Workshops „Den Blick erwidern. Visuelle Konstruktionen des Fremden“, Konstanz
(2008/2009) Ko-Konzeption des wissenschaftlichen Begleitprogramms zur Ausstellung „Zeugnisse der Entwurzelung. Pierre Bourdieu in Algerien“, Konstanz

Lehre

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2008/09

Gendered Objects I. Theoretische Grundlagen

Masterseminar: Mo 16:00-18:00 Uhr, Raum: F 429
Beschreibung

Bisher haben sich die Gendertheorien vornehmlich auf die diskursiv-performative Herstellung von Geschlechtlichkeit konzentriert und dabei herausgestrichen, dass Verkörperung von Geschlecht untrennbar mit Sprache verbunden ist (Butler). In Ergänzung dieser Perspektive arbeitet das Seminar heraus, inwiefern genderspezifische Praktiken durch materielle Strukturen, d.h. Architekturen, Räume und Gegenstände ko-konstituiert werden: Wie vermittelt ein Gegenstand allein durch seine materielle Beschaffenheit, seine affektive Aufladung oder aufgrund seines spezifischen Nutzungszusammenhangs „Männlichkeit“ oder „Weiblichkeit“? Ziel dieser theoretischen Perspektivverschiebung ist, die filmische Repräsentation von Gender hinsichtlich der interobjektiven Praktiken und der räumlichen Situiertheit von Männern und Frauen zu analysieren. Dabei geht es nicht darum, die „phallischen Symbole“ zu identifizieren, wie es in manchen Zirkeln der feministischen Filmtheorie eine Zeit lang en vogue war, sondern vielmehr darum, zu untersuchen, wie der Film die materielle Einbettung von Geschlecht in der Welt sichtbar macht. Um eine solche praxeologische Analyseperspektive auf Geschlecht im Film zu entwickeln, werden wir uns neben den klassischen Gendertheorien und der feministischen Filmtheorie auch mit Theorien materieller Kultur auseinandersetzen. Darüber hinaus werden wir uns verschiedenen Methoden der visuellen Soziologie und der Filmanalyse aneignen, die in dem daran anschließenden Seminar „Gendered Objects 2“ vertieft und angewendet werden sollen.

Seminarplan:

Literatur

Voraussetzungen

Regelmäßige Teilnahme, Lektüre englischsprachiger Texte


Gendered Objects II

Seminar: Mo 18:00-20:00 Uhr, Raum: F 429

Aufbauend auf dem theoretischen und methodologischen Überlegungen, die im Seminar „Gendered Objects I“ erarbeitet werden, sollen in diesem Seminar Methoden eine praxeologische Filmanalyse entwickelt und erprobt werden. Anhand von konkreten Filmbeispielen, die von den SeminarteilnehmerInnen vorgestellt und diskutiert werden sollen, gehen wir detailliert auf die genderspezifische Bedeutung von Objekten ein. Ziel des Seminars ist, eine vergleichende Analyse von „gendered objects“ in Filmen aus verschiedenen Genres, Zeiten und Regionen durchzuführen und objektbasierte interfilmische Bezüge herauszuarbeiten. Neben den Filmen, die im Semesterapparat zur Verfügung gestellt werden, können auch Vorschläge der SeminarteilnehmerInnen berücksichtigt werden.

Seminarplan:

Literatur

Voraussetzungen

Besuch des Seminars „Gendererd Objects 1. theoretische Grundlagen“ , regelmäßige Teilnahme, Lektüre englischsprachiger Texte

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2008

Psychoanalyse als Kulturtheorie

Seminar: Mo 16:00 - 18:00 wöchentl., Raum D 432
Beschreibung:

Von Seiten der Soziologie wird der Psychoanalyse zumeist unterstellt, daß sie die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Subjektbildung weitestgehend vernachlässige und statt dessen die psychologische Entwicklung des Individuums in erster Linie auf irreduzible Triebe und Verdrängungsmechanismen zurückführe. Dieses Vorurteil greift jedoch zu kurz: Abgesehen davon, dass bereits Sigmund Freud eine eigene kulturtheoretische Perspektive entwickelte, gelang es vor allem den Vertretern der zweiten psychoanalytischen Generation sich von den engen theoretischen Parametern ihres Gründungsvaters zu lösen und die kulturelle und historische Bedingtheit des Unbewussten, heraus zu arbeiten. In diesem Sinne vertrat der Strukturalist Jacques Lacan die These, dass das Unbewusste wie eine Sprache strukturiert sei und sich das Begehren aus den Leerstellen des vorherrschenden symbolischen Systems speise. Eine soziologische Adaption von solchen psychoanalytischen Theorieelementen ermöglicht, das Moment der Affektivität sowohl in seiner historischen Kontingenz als auch in seiner subjekt- und gesellschaftskonstitutiven Wirksamkeit soziologisch zu fassen.

Im Seminar sollen zunächst die Grundlagen einer psychoanalytischen Kultur- und Subjekttheorie gemeinsam erarbeitet werden. Ein Schwerpunkt bildetet dabei Lacans Theorie kultureller Blickregime. Daran anschließend werden die wichtigsten Rezeptionslinien der Psychoanalyse sowohl im Bereich der Soziologie (Marcuse, Zizek), der feministischen Filmtheorie (Mulvey, de Lauretis, Silverman) als auch den Genderstudies (Butler) diskutiert und wichtige Positionen der poststrukturalistischen Psychoanalysekritk (Foucault, Deleuze) besprochen. Zum Abschluss soll anhand von filmischen oder künstlerischen Arbeiten die Perspektive einer psychoanalytisch inspirierten Kulturwissenschaft beispielhaft erprobt werden.

Seminarplan:

Literatur:

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2007/08

Kultur der Materialität

Seminar: Mi 16:15 - 17:45, Raum D 432
Beschreibung:

Die Objektwelt wird von der klassischen Soziologie, die sich vornehmlich auf subjektive Sinnzuschreibungen oder strukturelle gesellschaftliche Beziehungsgefüge konzentriert, weitgehend vernachlässigt oder im Sinne des Basis-Überbau-Prinzips einem außerkulturellen Bereich zugeordnet. Der linguistic turn bewirkte zwar eine analytische Hinwendung zu symbolischen Formen der Alltagswelt, aber die Realität von Objekten wurde hier nicht unter ihrem materiellen Aspekt, sondern vornehmlich unter semiotischen Gesichtspunkten im Sinne von Bedeutungszuschreibungen betrachtet. Dass aber nicht nur inter- und intrasubjektive Verhältnisse und symbolische Strukturen, sondern auch die konkrete Materialität und der körperliche Umgang mit (Alltags-)Objekten das allgemeine kulturelle Wissen, spezifische Selbstverhältnisse und Vergesellschaftungsprozesse beeinflussen, hat in den letzten Jahren die Wissenschafts- und Techniksoziologie herausgearbeitet. Aber auch die sich jüngst etablierende Architektursoziologie und die Medienwissenschaften zeigen, dass Artefakte und interobjektive Relationalitäten eine zentrale gesellschaftliche Rolle spielen. Im Seminar sollen sowohl klassische als auch neuere Texte erarbeitet werden, die für einen “material turn” in der Kultursoziologie grundlegend erscheinen.

Seminarplan:

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2007

Projektseminar: documenta 12

Seminar: Mi 16:00 - 20:00, Raum P 603
Beschreibung:

Die documenta gilt als die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Die diesjährige documenta 12 widmet sich drei inhaltlichen Leitfragen: „Ist die Moderne unsere Antike?”, „Was ist das bloße Leben?” und „Bildung: Was tun?”. Dabei legt die Ausstellung einen besonderen Schwerpunkt auf die spezifische Wissensvermittlung im Medium der Ausstellung und die Bildung lokaler Öffentlichkeiten, sie versteht sich auch als Bildungsinstitution mit anspruchsvollem Kunstvermittlungsprogramm: „Am Ethos der Vermittlung erkennt man den Unterschied zwischen einer bloßen Konsumhaltung und einem emanzipatorischen Anspruch. Hier unterscheidet sich die Ausstellung von Disneyland, vom Uniseminar, von der Diskothek, vom Louis Vuitton-Shop. Oder sie unterscheidet sich eben nicht.” (Infofolder documenta) Das Phänomen documenta soll im Seminar aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Dabei werden wir uns auf ausgewählte Themenkomplexe wie die visuelle Konstruktion von Bedeutung und Subjektpositionen (Display, Ausstellungsarchitektur, Betrachter) und das Verhältnis von Kunstfeld und Öffentlichkeit (Kunstvermittlung, lokale und globale Öffentlichkeit) konzentrieren. Vor diesem Hintergrund werden im ersten Teil theoretische Fragestellungen entwickelt und spezifische methodische Herangehensweisen erarbeitet. Im Rahmen einer Exkursion zur documenta 12 nach Kassel ist ein gemeinsamer Ausstellungsbesuch und ein Workshop geplant, zu dem die Kurator/innen, das Team der documenta 12 und andere Praktiker/innen aus dem Kunstfeld eingeladen werden, ihre Arbeit vorzustellen und zu diskutieren. Dabei werden die studentischen Arbeitsgruppen vor Ort empirisches Material für ihre Forschungsprojekte sammeln. Im letzten Teil des Seminars haben die Arbeitsgruppen Gelegenheit, sich über methodische und theoretische Probleme auszutauschen und ihre Ergebnisse vorzustellen.

Literatur:

Gilian Rose: Visual Methodologies. London 2001; Martina Löw: Raumsoziologie. Frankfurt a.M. 2001; Reesa Greenberg (u.a.)(Hg.): Thinking about Exhibitions. London 1996, documenta Magazine 2007 (i.E.)

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2006/07

Soziologie der Kunst

Seminar: Di 12:00 - 14:00, Raum M 630
Beschreibung:

Das Seminar beschäftigt sich mit Theorien, die sich die Bedeutung der Kunst für Gesellschaft, Politik und Alltag zum Thema gemacht haben. Im Anschluss an eine kurze theoriehistorische Einführung in ausgewählte klassische Positionen der Kunstsoziologie bildet die Analyse des ‘Betriebssystems Kunst’ einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt des Seminars: Vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund entsteht das moderne ‘autonome’ Kunstfeld und welche kulturellen Codes, Konventionen und Ausschlussmechanismen prägen das Spiel zwischen kunstfeldinternen Akteuren und Institutionen (Bourdieu, Becker)? In diesem Zusammenhang spielen auch folgende Fragen eine Rolle: Warum ist die bürgerliche Vorstellung vom ‘Künstlergenie’ nicht haltbar (Barthes, Foucault)? Ist Kunst und Nicht-Kunst wesentlich zu unterscheiden oder hängt die Definition des Kunstwerks lediglich von der Zuschreibung durch die Kunstwelt ab (Danto)? Und: Welchen Einfluss hat die Ausstellungsarchitektur auf das Rezeptionsverhalten des Publikums (O'Doherty, Crimp)? Demgegenüber widmet sich die zweite große theoretische Einheit dem genuin kritischen Potential der Kunst: neben den klassischen Ansätzen der kritischen Theorie (Adorno, Benjamin) und der Situationisten (Debord) werden hier vor allem neuere Theorien erarbeitet, die der Kunst jenseits des klassischen Autonomie-Begriffs eine kritische Funktion zuschreiben (Ranciere, Silverman, Clark u.a.). In diesem Zusammenhang werden einige zeitgenössische künstlerische Strategien vorgestellt, die sich auf eben jenen Diskurs berufen und diesen von der Kunst aus weitertreiben. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, ob sich das moderne kritische Künstlersubjekt entgegen seines ökonomiekritischen Impetus als role-model der neoliberalen Arbeitswelt eignet (Chiapello/Boltanski).

Literatur:

u.a:
Becker, Howard S.: Art Worlds. Berkeley, Los Angeles, London 1992.
Bourdieu, Pierre: Die Regeln der Kunst. Frankfurt/ Main 1999
O'Doherty, Brian: In der Weißen Zelle, Berlin 1996
Ranciere, Jacques: The Politics of Art, London/ New York 2005
Christian Kravagna (Hg.), Privileg Blick. Kritik der visuellen Kultur, Berlin 1997, S. 41-64.

Seminarplan:

Forschung

Magisterarbeit

„Visuelle Stigmatisierung. Fotografie und Physiognomik als biopolitische Technologien der Normalisierung.”, Nov. 2004

Dissertationsvorhaben

Visualität, Materialität, Affekt. Anschlüsse an Michel Foucault

Michel Foucault hat stets die Eigenlogik der kulturellen Sichtbarkeiten gegenüber dem Diskurs betont, aber außerhalb seiner Schriften zum Panoptismus und zur bildlichen Repräsentation nie einen systematischen Begriff von Bildlichkeit, Visualität oder visuellen Praktiken entwickelt. Ein solcher Begriff scheint aber deshalb notwendig, um auch visuelle Phänomene, die jenseits des Überwachungs- oder Repräsentationsparadigmas anzusiedeln sind, in ihrer wahrheits- und subjektkonstitutiven Wirkung kultursoziologisch analysieren zu können. So besteht etwa die visuelle Kultur der Moderne nicht nur aus rationalistisch organisierten panoptischen Apparaten, die das Invididuum disziplinieren, sondern ebenso aus ästhetischen Arrangements, die das Subjekt affizieren und zu einer kontemplativen Wahrnehmungspraktik anhalten. An diesen Leerstellen ansetzend, soll herausgearbeitet werden, wie aus Foucaultscher Perspektive der Zusammenhang zwischen den historisch kontingenten Anordnungen von Visualität und den visuellen Praktiken des Subjekts allgemein theoretisch gefasst werden kann. Einige wichtige Dimensionen von visuellen Ordnungen, die Foucault nur andeutet oder ganz vernachlässigt – wie etwa Fragen der Materialität und Medialität, der visuellen Affektivität und der Wahrnehmungsdisposition des Subjekts – können dabei nur in Rekurs auf verwandte Theorien expliziert werden.

Ausführliche Beschreibung:

Forschungsinteressen

Visual Studies und visuelle Soziologie; poststrukturalistische Soziologien; Theorien des Raums und Stadtsoziologie; Theorien der Moderne; Psychoanalytische Kulturtheorien; Subjekttheorien; Performativität, Theatralität und Inszenierung; Biopolitik; Governmentality Studies und Kulturtheorien der Ökonomie