Eliten, Kommunikation, Medien
Technologien der Macht im sowjetischen und postsowjetischen Russland, der DDR und der Bundesrepublik

 



TP Literatur
TP Geschichte
TP Politik



 

 

Kontakt

 

Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg

 

 

 

 

 

Dieses deutsch-russische Forschungsvorhaben geht auf eine Anregung der DFG an die RGGU zurück, die Förderinitiative der DFG bezüglich einer internationalen Vernetzung zu nutzen. Der Forschungsverbund Eliten, Kommunikation, Medien besteht aus drei Teilprojekten, die jeweils zwei bis drei Unterprojekte umfassen. Die Teilprojektleiter sind disziplinär der slavischen Literaturwissenschaft, der Politik- und Verwaltungswissenschaft und der Osteuropäischen Geschichte zugeordnet. Dieser interdisziplinäre Verbund (Forschergruppe) wird in einer komparatistischen, systematisch vergleichenden Perspektive Technologien der Macht im sowjetischen und postsowjetischen Russland, der DDR und der Bundesrepublik untersuchen. Das medientheoretisch-literaturwissenschaftliche Teilprojekt fragt nach der medialen (verbalen und visuellen) Repräsentation von politischen Führern und Eliten und analysiert, auf welche Weise bestimmte intermediale Konstellationen (Presse/Rundfunk/Film/TV) zur Generierung bestimmter Herrschertypen beitragen. Das politologische Teilprojekt beschäftigt sich mit der Entstehung von Elitegruppen und wird mit Hilfe systematischer Befragungen die Karrieremuster, Werthaltungen und das Entscheidungsverhalten von außenpolitischen Eliten in Deutschland und Russland vergleichen. Das historische Teilprojekt untersucht an ausgewählten Beispielen die Kommunikation von nationalen Eliten und fragt dabei, wie dadurch in bestimmten Phasen außenpolitische bzw. transnationale Konzepte entwickelt und in Entscheidungsprozessen und Handlungsstrategien umgesetzt werden.

Der Vergleich zwischen zwei politischen Systemen, Gesellschaften oder Nationalkulturen ist sowohl in der Geschichtswissenschaft, der Literaturwissenschaft und der Politikwissenschaft eine übliche Vorgehensweise. Vor allem für die Politikwissenschaft gilt, dass gewisse Vergleichspaare besonders in der westlichen Welt oft untersucht werden. Was jedoch fehlt, - und dies gilt für alle drei am Projekt beteiligten Disziplinen - sind interdisziplinär angelegte und theoriegeleitete Vergleiche zwischen westlichen Industriestaaten und Transformationsländern. Das angestrebte Forschungsprojekt will die offensichtliche Lücke schließen und aus der Perspektive dreier Disziplinen den Umgang mit Technologien der Macht in Russland bzw. der UdSSR und Deutschland (BRD und DDR) beleuchten. Das Projekt beschäftigt sich mit zwei großen europäischen Staaten und Gesellschaften, deren Politik von unterschiedlichen Traditionen geprägt ist, die ihr politisches Personal zum großen Teil entsprechend anders rekrutieren und sich im Staatsaufbau ebenfalls grundlegend unterscheiden. Ferner ergeben sich Differenzen in der Art und Weise, wie Macht in der Öffentlichkeit dargestellt und durch verschiedene Medien kommuniziert wird. Das Projekt will untersuchen, wie sich die Technologien der Macht manifestieren, worauf Unterschiede im Gebrauch von Machtmitteln zurückzuführen sind und ob sich in den letzten Jahrzehnten und Jahren eine Konvergenz in dieser Dimension abzeichnet.


zurück