4.3.2

Anführungszeichen
Anführungszeichen sind sprachspezifisch. Im Deutschen können sie “so” oder »so« aussehen. In Frankreich setzt man sie stets « so », wobei zu beachten ist, daß hier ein Leerzeichen zwischen Anführungszeichen und Text steht, das von Textverarbeitungsprogrammen wie MS Word automatisch eingefügt wird – wie übrigens auch vor den Satzzeichen ; und : . Die Angelsachsen setzen ihre Anführungszeichen “so”, wobei die Briten auch gern ‘einfache’ Anführungszeichen verwenden.

Anführungszeichen

In einem auf deutsch geschriebenen Text sollte man sich durchgängig an das deutsche Schema halten. Der Duden mag empfehlen, bei längeren fremdsprachigen Zitaten die Anführungszeichen der Originalsprache zu verwenden, doch in wissenschaftlichen Texten, in denen bisweilen Zitate in drei und mehr Sprachen vorkommen, führt diese Pedanterie zu einer optisch wenig ansprechenden typographischen Leistungsschau.

Für Zitate im Zitat können Sie einfache Anführungszeichen verwenden. Also:

“Er sagte unter Anderm in der Discussion: ‘vous avez le cauchemar des coalitions’, worauf ich erwiderte: ‘nécessairement’.”

»Er sagte unter Anderm in der Discussion: ›vous avez le cauchemar des coalitions‹, worauf ich erwiderte: ›nécessairement‹.«

(Die Zitate stammen aus: Otto Fürst v. Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, Volks-Ausgabe, Bd. 2, Stuttgart/Berlin 1909, S. 253.)

Leerzeichen
Leerzeichen dienen der Trennung der Wörter und Satzzeichen voneinander. Auch ihr Einsatz unterliegt prinzipiell kontingenten Konventionen, die es dennoch zu beachten gilt. Dies erleichtert dem Leser das Verständnis und dem Textverarbeitungsprogramm die automatische Formatierung.

Im deutschsprachigen Text stehen Leerzeichen

  • vor der öffnenden Klammer und dem öffnenden Anführungszeichen,
  • nach Punkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt, schließender Klammer
  • vor und nach dem Gedankenstrich.

Gleiches gilt für englischsprachigen Text. Wie schon erwähnt, stehen im französischen Text Leerzeichen vor und nach « Anführungszeichen », vor und nach ; vor und nach : – aber nur nach Punkt und Komma.

Beim Tippen werden bisweilen aus Versehen doppelte Leerzeichen in den Text eingefügt. Dies läßt sich bei der
Korrektur schnell überprüfen.

Bindestrich

Bindestriche
Bindestriche sind etwas anderes als Gedankenstriche. Der Bindestrich ist kurz und steht ohne Leerzeichen zwischen den zu verbindenden Bindestrich-Ausdrücken. Der Gedankenstrich ist länger als der Bindestrich und wird  - so wie hier - durch Leerzeichen abgesetzt. Wenn Sie

Glück haben, verwandelt Ihr Textverarbeitungsprogramm einen Bindestrich zwischen zwei Leerzeichen in einen Gedankenstrich. Es wird dies aber erst dann tun, wenn Sie die Eingabe des darauffolgenden Wortes abgeschlossen haben. Wenn Sie nachträglich Gedankenstriche einfügen, müssen Sie das Programm dazu bringen, diesen Schritt auszuführen, indem Sie z.B. nach dem zusätzlich eingefügten Strich einen Buchstaben und ein Leerzeichen eingeben und beides dann wieder löschen. Sonst entsteht — wie Sie hier sehen - eine unschöne Asymmetrie.

Auch Gedankenstriche sind wieder sprachspezifisch: die Briten bevorzugen besonders lange Gedankenstriche, die—wie in diesem Beispiel—ohne trennende Leerzeichen benutzt werden.