4.3.1

Typographie

Schriftzeichen

Für die typographische Gestaltung von Schriftsätzen gibt es einige Regeln. Schauen Sie sich einmal den Schriftartenvorrat Ihres Textverarbeitungsprogramms an und überlegen Sie sich (oder probieren Sie aus), wie ein und derselbe Text in verschiedenen Schriftarten wirkt. Natürlich beruht diese Wirkung auf Abmachung und Gewöhnung und ist prinzipiell kulturellem Wandel unterworfen.

Zunächst einmal gilt aber, dass Texte, deren primäres Ziel das Informieren und Argumentieren ist, im Druck in Antiquaschriften wie Times Roman oder Garamond präsentiert werden, in Manuskripten, Entwürfen und Hausarbeiten möglicherweise auch in einer (am Bildschirm leichter lesbaren) serifenlosen Schrift wie Arial oder Helvetica. Die Verwendung imitierter Schreibschriften und sonstiger Frivolitäten verführt den Betrachter zu Rückschlüssen auf den Inhalt Ihrer Arbeit, zu denen Sie ihn nicht verleiten wollen.

Für die Verwendung von Festbreitenschriften wie auf der Schreibmaschine (Courier z.B.) gibt es keinen Grund mehr, seit der Computer die Verwendung von Proportionalschriften erlaubt.

Wählen Sie für den Textkörper eine Proportionalschrift von 12 Punkten, für Fußnoten 10 Punkte. Der Zeilenabstand sollte im Text 1½ Zeilen und in den Fußnoten 1 Zeile betragen. Kapitelüberschriften können Sie fett und 14 Punkt groß setzen, Unterkapitelüberschriften fett und in 12 Punkt.  

Das sind keine Vorschriften– achten Sie lediglich darauf, dass Sie Ihre Arbeit durchgängig in derselben Schriftart setzen und dass die Funktion eines Textes als Überschrift, Text, Fußnote etc. auch schon aus der Schriftgestaltung erkennbar wird.

Schriftsatz

Beim Schreiben mit dem Textverarbeitungsprogramm, das sich im Layout an gedruckten Büchern orientiert, müssen Sie einige Dinge beachten, die beim Schreiben mit der Hand und zum Teil auch auf der Schreibmaschine irrelevant sind. Ausführliche Regeln finden Sie in den “Richtlinien für den Schriftsatz” und “Hinweisen für das Maschinenschreiben”, die in jedem Duden abgedruckt sind.

Für das Aussehen Ihres Textes besonders wichtig ist der richtige Umgang mit Leerzeichen und Anführungszeichen, Binde- und Gedankenstrichen (siehe:
Schriftsatz). Moderne Textverarbeitungsprogramme setzen Anführungszeichen und Bindestriche automatisch in das richtige Format – oder in ein Format, das das Programm dem Kontext nach für das richtige hält. Dieser Kontext wird durch die umgebenden Zeichen bestimmt, d.h., ein auf einen Buchstaben folgendes Anführungszeichen wird in ein schließendes umgewandelt und ein auf ein Leerzeichen folgendes in ein öffnendes. Und ein Strich wird ein Gedankenstrich, wenn er von zwei Leerzeichen umgeben ist, aber ein Bindestrich, wenn er zwischen zwei Buchstaben steht.

Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Ihr Textverarbeitungsprogramm bestimmte Änderungen selbständig vornimmt, und dass es dies nach bestimmten Regeln tut. Sie vermeiden so typische Koordinationsfehler wie folgenden, der entsteht, wenn der Schreiber zwischen Anführungszeichen und Text eigentlich überflüssige Leerzeichen einfügt: Er sagte: „Bescheid. „
Natürlich muss dort stehen: Er sagte: „Bescheid.“

Wie die Anführungszeichen richtig verwendet werden und weitere Regeln für den Schriftsatz finden Sie
hier.

Gliederung

Die formale Gliederung der Arbeit spiegelt die inhaltliche Gliederung. Vermeiden Sie nutzlose Gliederungspunkte. Hier gilt: “wer A sagt, muss auch B sagen”. Kommt in “Kapitel 1” nur ein einziger Unterabschnitt (“a”) vor, so kann man auf das “a” verzichten – eine Untergliederung ist eben nur dann nötig, wenn mehrere Punkte unter einer Überschrift abzuhandeln sind.

Der Zusammenhang zwischen formaler und inhaltlicher Gliederung bietet Ihnen auch die Möglichkeit der Selbstkontrolle: wenn Sie drei Kapitel auf einer Seite unterbringen, sind Sie dabei, Fakten unverbunden aneinander zu reihen. Überlegen Sie sich, warum Sie diese Fakten anführen wollen, und welche Verbindungen zwischen Ihnen bestehen. Ziehen Sie dann die Kapitelchen zu einem zusammenhängenden Abschnitt zusammen, wobei Sie diese Überlegungen als Einleitung und Überleitungen verwenden können.

Graphik