Jochen Klein, Therese Gottschalk, Universität Konstanz

Zeitungen sind Druckschriften, die periodisch, also in täglicher oder wöchentlicher Wiederkehr, erscheinen. Der sprachgeschichtliche Ursprung lässt sich im 13. Jahrhundert im Angelsächsischen finden (tidan = sich in der Zeit ereignen). Zeitung bedeutete ursprünglich Botschaft, Kunde oder Nachricht von einem Ereignis in der Gegenwart.

Man kann differenzieren zwischen Tages- und Wochenzeitungen, sowie zwischen lokalen- und überregionalen Zeitungen. Auch inhaltliche Unterschiede können als Differenzierungskriterien betrachtet werden, so kann eine Trennung zwischen Nachrichtenblättern, Generalanzeigern, Wirtschaftszeitungen, Parteizeitungen, Kirchenblättern usw. gesetzt werden.

Wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung der Zeitungen sind die Herstellung von Papier und die Erfindung der Druckerpresse.
 

Als erste Zeitung im heutigen Sinne kann die erstmals 1605 in Straßburg erschienene „Relation: Aller Fürnemen vun gedenckwürdigen Historien“ gesehen werden, als erste Tageszeitung gilt die „Einkommende Zeitungen“ (ab 1660 in Frankfurt).

Zum Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Zeitung zu einem wichtigen Faktor in der Herausbildung des Bürgertums und der bürgerlichen Öffentlichkeit.

Unterstützt durch die Entwicklung der Rotationspresse (1845) und die stetige Verbesserung des Verkehrs- und Nachrichtenübermittlungsnetzes im 19. und 20. Jahrhundert entstand die Massenpresse, die eine zunehmend dominante Rolle in der Informationsbeschaffung der Bevölkerung spielte.

Zeitungen sind als Quellen für Historiker vielfach verwendbar. Neben Auskünften über die Entwicklung des Pressewesens lassen sich hier Informationen über Politik-, Sozial-, Mentalitäts- und Alltagsgeschichte finden, da Zeitungen die jeweils aktuellen Problemlagen und das geistige Klima der Bevölkerung abbilden.

Rotationspresse in London aus der Zeit um 1850, zeitgenössische Abbildung.

Bei der Verwertung von Zeitungen als wissenschaftliche Quelle gilt es allerdings Vorsicht und Sorgfalt bei der Recherche walten zu lassen. Beachtet werden müssen vor allem der Stellenwert der einzelnen Zeitung, die Höhe der Auflage, das Umfeld der Leserschicht und nicht zuletzt die ideologischen Intentionen der beteiligten Journalisten. Auch darf die jeweilige Zensurregelung zum Erscheinungsdatum und Ort nicht aus den Augen verloren werden.

 

Übersicht ‘Quellenarten’