4.2.6

Didaktische Grundprinzipien zur Anwendung im historisch-politischen Unterricht
Die Karikatur bietet keine Sachinformationen, also Fakten, sondern sie spricht eindeutige Werturteile über das behandelte Sachthema aus. Hieraus erwächst ihr spezifischer Quellenwert, aus dem sich wenige, aber wichtige Grundprinzipien ihrer Verwendung im Unterricht ableiten lassen.

  • Die Karikatur eignet sich nicht, als Informationslieferant in der Erarbeitungsphase eines Themas im Unterricht benutzt zu werden, da sie keinen Gewinn für den faktischen Kenntniserwerb über das Sachthema hat.
     
  • Stattdessen eignet sie sich zum Einsatz in der Motivationsphase, in der es darum geht, die Lernenden mit dem Thema bzw. dem Problemfeld bekannt zu machen und eine interessierte Grundhaltung zu erzielen. Unabdingbare Voraussetzung bei diesem Einsatz ist es allerdings, dass die Karikatur nur sehr wenige, leicht zu entschlüsselnde ikonographische Aspekte enthält. Wählt man eine zu komplexe Karikatur aus, wird man die Lernenden überfordern und somit das intendierten Ziel in dieser Unterrichtsphase nicht erreichen.
     
  • Komplexere Karikaturen dagegen bieten sich an, um den Kenntnisstand nach der problemorientierten Erarbeitungsphase zu überprüfen. Schnell wird deutlich, inwieweit die im Unterricht erarbeitete Fakten- und Problemlage gelernt bzw. verstanden wurde.
     
  • Karikaturen eigenen sich zudem hervorragend im Bereich der Werturteilbildung, z.B. in einer Abschlussdiskussion über den erarbeiteten Sachverhalt. Da Karikaturen stark meinungsbildend wirken, fordern sie vom lernenden Betrachter Zu- oder Ablehnung ein und bieten somit ein Forum, eine eigene Meinung zu bilden und zu verteidigen.