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Uwe Goppold, Universität Konstanz

Die Numismatik beschäftigt sich mit dem Geld- und Münzwesen. Wird beispielsweise bei Ausgrabungen ein Münzschatz gefunden, so ist es Aufgabe der Numismatiker zu bestimmen, wo und wann diese Münzen geprägt worden sind. Für den Historiker können diese Befunde dann von erheblicher Bedeutung sein, lassen sie doch Rückschlüsse auf zeitgenössische wirtschaftliche Verflechtungen und Fernhandelsbeziehungen zu.

Münzen

Werden beispielsweise zahlreiche arabische Münzen aus dem 12. Jahrhundert im nördlichen Europa gefunden, so kann davon ausgegangen werden, dass im 12 Jahrhundert zwischen der arabischen Welt und eben der Region, in der man die Münzen gefunden hat, wirtschaftliche Beziehungen bestanden haben. Hält man sich vor Augen, dass Münzen seit dem 7. vorchristlichen Jahrhundert bis zum heutigen Tage geprägt werden und wirtschaftliche Bedeutung haben, lässt sich erahnen, welchen Stellwert die Numismatik für die Geschichtswissenschaft hat.

Münze

Doch über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit materialiter vorliegenden Münzen hinaus, beschäftigt sich diese Hilfswissenschaft auch mit Fragen, die im Zusammenhang mit dem Geldverkehr im allgemeinen stehen: Neben der Erforschung des Münzrechts und der Münzsysteme, stehen die historische Preisentwicklung, die Entwicklung der Wechselkurse und die Entstehung und Ausbreitung des Bankwesens im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses.

Münze, ca. 1640.

 

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