4.3.3

In studentischen Übungsarbeiten gibt es regelmäßig ein Quellen- und Literaturverzeichnis. Daher kann hier von der Erörterung eines üblichen Verfahrens in Aufsätzen abgesehen werden, bei welchem ein Literaturverzeichnis fehlt und die gesamten Angaben in den Fußnoten erscheinen müssen.

Es geht im folgenden also um das Verhältnis der Literaturangabe in der Fußnote zur Literaturangabe im Literaturverzeichnis.

Der Sinn des Literaturbelegs in der Fußnote ist es, dem Leser die Möglichkeit zu geben, die Angabe zu überprüfen, inhaltlich, zeitlich, personell einzuordnen und so die Transparenz des Textes zu gewährleisten. Da ein Literaturverzeichnis vorhanden ist, reicht in der Fußnote bezüglich der genauen bibliographischen Angaben ein knapper Hinweis auf Autor, Titel und zitierte Stelle aus.

Modell I
Dieser Gedankengang führt zu dem beliebten "Kurzzitatmodell ".

Ein Beispiel:
Ronald Asch nimmt kritisch Stellung zur Position Zagorins, nach der der Hof mit dem Hofstaat weitgehend gleichzusetzen sei und auch alle weiteren Organe der zentralen  und regionalen Verwaltung Bestandteil des Hofes seien.1

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1 Vgl. Asch: Hof, S. 16

Die Angabe in der Fußnote reicht aus, um den Titel im Literaturverzeichnis zu ermitteln und dort die genauen Angaben zur Kenntnis nehmen zu können.

Modell II
Gegen das Modell I ist einzuwenden, dass der Leser beim ersten Zitat eines Textes möglicherweise ohne langes Nachschlagen genaue Informationen wünscht. Das führt zu dem wohl noch beliebteren, aber aufwendigeren Modell: Vollbeleg im ersten Zitat, Kurzzitat in den späteren Zitaten.

Ein Beispiel:
Ronald Asch nimmt kritisch Stellung zur Position Zagorins, nach der der Hof mit dem Hofstaat weitgehend gleichzusetzen sei und auch alle weiteren Organe der zentralen  und regionalen Verwaltung Bestandteil des Hofes seien1. Das entscheidende Argument sieht er in der als "Anachronismus" bezeichneten Gleichsetzung von Hof und Staatsapparat und geht in der Diskussion darüberhinaus besonders auf die Vorstellung vom Hof als einer Art politischer Partei ein2.

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1 Ronald G. Asch: Der Hof Karls I. von England.
Politik, Provinz und Patronage 1625-1640 (Norm und Struktur, Bd. 3), Köln Weimar Wien 1993, S. 16.

 2 Asch: Hof, S. 16-18.

Ein Querverweis in der späteren Fußnote (wie Anm. 1) ist, wenn es ein Literaturverzeichnis gibt, nicht nötig.


Von diesen beiden Grundmodellen gibt es zahlreiche Abweichungen, die aber erst wichtig werden, wenn man strenge Vorgaben bekommt. Mit den beiden Grundmodellen ist man sehr lange gut beraten.

 

Systematik ‘Zitieren’