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Rudolf Schlögl, Universität Konstanz

Wie man liest, hängt entscheidend davon ab, warum man liest. Warum liest man also, wenn man Wissenschaft betreibt (also auch, wenn man eine Hausarbeit anfertigt), wissenschaftliche Texte?

Man liest, um Informationen zu erhalten, wäre eine mögliche, aber tatsächlich mindestens unvollständige Antwort. Sie läßt nämlich nicht erkennen, dass die Art zu lesen von den Zielen und Funktionen, die sich mit ihm verbinden, abhängt. Demnach macht es (für die Art des Lesens) einen Unterschied, ob man eine Zeitung liest – um sich zu informieren – , oder einen Roman – um sich zu unterhalten – , oder eben wissenschaftliche Texte –  um Wissenschaft zu betreiben. (Das bedeutet nebenbei, daß man auch einen Roman als Wissenschaftler lesen kann und sich dieses Lesen dann vom unterhaltenden Lesen unterscheidet.)

Verleger Eichborn

Der Verleger Vito von Eichborn (Quelle: Spiegel Spezial, 10/1999).

 

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