1.3.1.2

Für die gezielte Suche nach Rezensionen zu einem bestimmten Buch eignet sich vor allem  folgendes Recherchemedium: die Internationale Bibliographie der Rezensionen (IBR). Über die Universitätsbibliothek ist die IBR online verfügbar:

http://www.ub.uni-konstanz.de/_redi/ibr.htm

Dort ist der Zugriff auf die Jahrgänge 1983 bis heute möglicht und der Datenbestand wird permanent aktualisiert. Ebenso finden sich dort zahlreiche Benutzerhilfen wieder. Da es sich aber nur um eine Bibliographie handelt, sind dort keine Buchbesprechungen abgedruckt. Wer abgedruckte Rezensionen sucht, wird in wissenschaftlichen Zeitschriften und in überregionalen Tageszeitungen fündig. Fast jedes wissenschaftliche Publikationsorgan enthält einen Rezensionsteil. Es gibt sowohl thematisch übergreifende als auch spezialisierte Zeitschriften. Die hier aufgeführten Publikationen sind nur exemplarisch und nicht erschöpfend.

Reine Rezensionsorgane
Wie die Überschrift schon deutlich macht, haben die reinen Rezensionsorgane nur eine Aufgabe: Sie stellen ausschließlich neue Publikationen vor und haben dafür meist etwas mehr Platz zur Verfügung als wissenschaftliche Zeitschriften, welche noch Aufsätze und ähnliches abdrucken.

Neue – Politische Literatur (NPL): Der Untertitel dieser Zeitschrift „Berichte über das internationale Schrifttum“ ist Programm. Die Hälfte des Umfangs einer Ausgabe enthält Literaturberichte, also einen Überblick über die jüngsten Veröffentlichungen zu einem Thema. Der Rest, um die 90 Seiten, besteht aus Einzelrezensionen, zumeist Kurzrezensionen (s. Rezensionsarten). Die NPL erscheint drei mal im Jahr.

Das Historisch-Politische Buch (HPB): In einer Ausgabe dieser Zeitschrift befinden sich sowohl Rezensionsaufsätze (Leitbesprechung, Sammelrezension) als auch einzelne Buchbesprechungen in Form von Kurzrezensionen. Dabei sind die Einzelrezensionen in zeitliche, geographische und sachliche Kategorien untergliedert. Sechs mal pro Jahr gibt es eine neue Ausgabe

Wissenschaftliche Zeitschriften
Für fast jedes historische Forschungsfeld gibt es eine thematisch zugeschnittene Zeitschrift - von der Agrargeschichte, über Sozialgeschichte bis hin zur Wirtschaftsgeschichte. Hier nun zwei Beispiele:

Historische Zeitschrift (HZ): Die HZ ist eine der bekanntesten historischen Fachzeitschriften. In jeder Ausgabe befinden sich zwei bis drei Aufsätze, ein bis zwei Literaturberichte und rund 150 Seiten Einzelrezensionen in Form von Kurz- und ausführlichen Rezensionen (s. Rezensionsformen).  Thematisch handelt es dabei um eine übergreifende Zeitschrift. Der umfangreiche Rezensionsteil gliedert sich in Allgemeines, Altertum, Mittelalter, Frühe Neuzeit und 19. und 20. Jahrhundert. Der Erscheinungszyklus beträgt 4 Monate.

Der Staat: Im Gegensatz zur HZ ist „Der Staat“ eine thematisch begrenzte Zeitschrift. Gemäß dem Untertitel „Zeitschrift für Staatslehre, öffentliches Recht und Verfassungsgeschichte“ befasst sie sich mit der Rechtsgeschichte. Schwerpunkt ist die deutsche Historie, doch im Zuge der Entwicklung der Europäischen Union hat sich der Fokus der Zeitschrift auf die europäische Rechtsgeschichte erweitert. Die hier veröffentlichten Rezensionen können eine Länge von ein bis drei Seiten haben, wie bei der HZ also Kurz- und   ausführliche Rezensionen. Alle drei Monate erscheint eine neue Ausgabe.

Weitere ‘Fundorte’
Neben den wissenschaftlichen Zeitschriften werden Rezensionen auch in überregionalen Tageszeitungen und wöchentlichen Zeitungen veröffentlicht. Der große Vorteil bei diesen Publikationsorganen ist in der Aktualität der besprochenen Bücher zu sehen, denn eine auf das weltpolitische Tagesgeschehen ausgerichtete Zeitung bespricht kein Buch, welches keine Aktualität mehr hat. Hier ist der Adressat in der Regel nicht das Fachpublikum, sondern die interessierten Leser. Daher kann der Stil dieser Buchbesprechungen auch deutlich anders sein als in den wissenschaftlichen Zeitschriften.  Auch auf dieser Seite werden nur Beispiele genannt.

Im world wide web sind ebenfalls unzählige Rezensionen platziert. Bei der Recherche gibt es aber ein Problem: Sie sind nicht auf einer Webseite zentralisiert, sondern im ganzen Netz verstreut. Wer also das Medium Internet für die Rezensionssuche benutzen will, der sollte sich viel Zeit nehmen.