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Rudolf Schlögl, Universität Konstanz

Wissenschaftliches lesen, wurde gesagt, dient dazu, die eigene ‘neue’ wissenschaftliche Erkenntnis in ihren Grundlagen nachprüfbar zu machen, sie gleichzeitig mit der bisherigen Forschung zu verknüpfen als auch neu abzugrenzen. Deswegen sollte man beim Lesen Notizen machen, die es erlauben, das Gelesene später zu ‘zitieren’.

Zitieren bedeutet, daß man die Herkunft eines Gedankens, einer Information so angibt, daß sie vom Leser wiedergefunden werden kann.  Man gibt dem Zitat eine “Adresse”. Da die moderne Wissenschaft mit dem Buchdruck entstand und wissenschaftliches Wissen daher hauptsächlich in Büchern und Zeitschriften verfügbar ist, setzt sich diese Adresse zusammen aus den bibliographischen Angaben zum Text (Autor, Titel, Druckort) und der genauen Bestimmung der Seitenzahl oder der Seitenzahlen, auf denen man fündig geworden ist.

Es gibt Sonderfälle, die zusätzliche oder abweichende Angaben notwendig machen. Bei seltenen alten Druckwerken kann es hilfreich sein, wenn zusätzlich noch die Bibliothek und möglicherweise auch die Signatur des benutzten Exemplars vermerkt sind.

Johannes Gutenberg, 1397-1468.

Gutenberg
Setzer

Revolution in der Schriftkultur: Der Buchdruck mit Einzeltypen.

Da Historiker ihre Informationen über die vergangene Wirklichkeit aus Quellen ziehen, die zu einem großen Teil zwar schriftlich vorliegen, aber nicht gedruckt sind und zu einem Teil als ‘Überreste’ aus allen anderen materiellen Hinterlassenschaften der Vergangenheit bestehen, müssen dann entsprechende andere Informationen in die Nachweisadresse eingefügt werden.

Dies sind im Falle von Archivalien Archivort und Archivsignatur; für Museen und andere Fundstellen gilt Analoges. Neuerdings wird der weltweite Verbund elektronischer Medien immer häufiger zur Fundstelle von Informationen und deswegen findet man in Anmerkungen zunehmend auch Internetadressen.

 

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