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Monika Danner, Universität Konstanz

Jetzt geht’s los!
Das Semester ist zu Ende, die Ferien stehen vor der Tür: unendlich viel Freizeit liegt vor einem... Das bisschen Hausarbeitschreiben kann man ja am Ende der Ferien erledigen. Mit diesem Start in die vorlesungsfreie Zeit wird man sicherlich ein paar wunderbare Wochen am Bodensee erleben – bis man feststellt, dass der Abgabetermin der Arbeit immer näher rückt und es jetzt nur noch mit durchgemachten Nächten und viel Kaffee möglich ist, rechtzeitig ‘irgendetwas’ abzuliefern..

Diese Schilderung eines etwas nachlässigen Studierenden mag übertrieben sein. Aber dennoch wird das Schreiben der ersten Hausarbeit etwas einfacher, wenn man bestimmte Dinge bei der Zeiteinteilung beachtet. Das heißt nicht, dass man sich penibel an ein einmal definiertes Schema halten muss. Aber gerade wenn man noch keine Hausarbeit geschrieben hat, unterschätzt man oft den Arbeitsaufwand, der für die einzelnen Schritte notwendig ist.

Terminplaner

Zunächst einmal hat es wenig Sinn, die ersten Semesterferien mit drei bis vier Hausarbeiten auszuplanen. Zwei dürften das Maximum sein, wer nur eine Hausarbeit schreibt, hat damit vermutlich auch genug zu tun (und kann dazu tatsächlich noch einen Urlaub dranhängen!). Je früher man in den Ferien damit anfängt, desto mehr Zeit hat man vor allem für die Endkorrektur: man kann die fertige Arbeit dann auch getrost ein bis zwei Wochen liegen lassen, bis man sie noch einmal durchliest, eventuell nachkorrigiert und abgibt.
Da in der Regel zum gleichen Thema auch schon ein mündliches Referat gehalten wurde, ist die Literatur, die man dafür vorbereitet hatte, am Beginn der Ferien noch präsenter und man muss bei der
Recherche nicht wieder bei null anfangen.

Das sorgfältige Recherchieren und Bibliographieren von Quellen und Sekundärliteratur nimmt bereits einige Tage in Anspruch. Auch wenn man das Material vom Referat zu Hause hat, werden doch ein paar Bücher und Aufsätze noch zu besorgen sein. Hier liegt schon das erste ‘Verzögerungsmoment’: Bücher können ausgeliehen oder gar nicht in der Bibliothek vorhanden sein. Im ersten Fall merkt man sie vor, im zweiten Fall schickt man eine Fernleihbestellung los – in beiden Fällen muss man warten! Deswegen empfiehlt es sich, diese Dinge auf jeden Fall rechtzeitig, also noch vor Semesterende zu erledigen.

Ist die Literatur vorhanden, so ist das Lesen, Verarbeiten und Ordnen der Information der nächste und wohl zeitintensivste Schritt, der noch vor dem eigentlichen Schreiben steht. Hier bestimmt das individuelle Lesetempo den Zeitrahmen. Dazwischen wird man immer wieder die Bibliothek konsultieren müssen, weil zusätzliche Literatur benötigt wird. Das eigentliche Schreiben selbst braucht in der Regel am wenigsten Zeit, aber auch hier gilt: langsam und sorgfältig arbeiten bringt mehr. Mehr als 2-4 Seiten Text pro Tag sind auch für geübte Schreiber nicht drin!

Uhr

Wichtig ist, sich für die Endkorrekturen nochmals genug Zeit zu nehmen. Das gilt sowohl für das Äußere der Arbeit, die Formalia. Aber auch der Text (und natürlich die Fußnoten!) selbst sollte nochmals, wenn die Arbeit fertig gestellt ist, sorgfältig redigiert werden. Diese Arbeiten benötigen etwa zwei bis drei Tage! Sinnvoll ist es, vor der Abgabe einen Kommilitonen die fertige Arbeit lesen zu lassen (und gegebenenfalls Korrekturen nachzutragen) – wenn man sich lange mit einem eigenen Text beschäftigt, sieht man selbst bestimmte Fehler nicht mehr.

Routine ist natürlich beim Zeitmanagement einer Hausarbeit alles. Durch die mit den Semestern zunehmende Übung eignet man sich bestimmte Arbeitstechniken an, mit deren Hilfe man schneller fertig wird. Fest einplanen sollte man am Anfang, je nach gefordertem Umfang, mindestens vier Wochen. Bei der Einteilung der Arbeitstage gibt es kein Grundrezept: meistens hat jeder einen sehr individuellen Arbeitsrhythmus, sei es dass er lieber um 7 Uhr morgens anfängt, oder erst um 14 Uhr am Nachmittag. Mehr als sechs Arbeitsstunden volle Konzentrationsleistung sind selten zu schaffen – was einen dann aber am Abend berechtigt, guten Gewissens noch ein Bier trinken zu gehen!

 

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