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Clemens Wischermann, Universität Konstanz

Die Problemstellung:die ‘historische Frage’

Deko

Die klassische ‘historische Frage’ meint, dass Menschen die Selbstverständlichkeit des Verständnisses ihrer Gegenwart und einer darin vorgefundenen Sinnorientierung in Zweifel ziehen, und sie ihnen schließlich abhanden kommt. Sie suchen folglich nach einer neuen ‘Ordnung’, die den Zusammenhang der Vielfalt (‘Totalität’) ihrer Erfahrungen wiederherstellen kann.

Anders ausgedrückt: Die ‘historische Frage’ “entspringt stets von neuem aus problematisch gewordener Totalität des Erfahrungszusammenhanges menschlichen Lebens in seiner geschichtlichen Bestimmtheit” (Benner, 1969, S. 85).

Damit ist gemeint, dass gerade in gesellschaftlichen oder individuellen Krisenzeiten nach dem Zusammenhang eigener Erfahrungen in der Zeit gefragt wird. Für die Unübersichtlichkeit möglicher Erfahrungen, Wahrnehmungen und Handlungsmöglichkeiten wird nach neuen zusammenfassenden Antworten gerufen, die auch die eigene Stellung zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem klären helfen sollen. Dass es darauf mehr als eine Antwort gibt, sollen die folgenden Legitimierungsmodelle von Geschichte beispielhaft zeigen:

1.1 Geschichte im Paradigma der Kontinuität und Totalität

1.2 Geschichte im Paradigma der Kollektivität

1.3 Geschichte im lebensgeschichtlichen Paradigma

Bezug genommen wird nur auf Alternativen, die dem Menschen eine zentrale Position im historischen Geschehen einräumen; Geschichtsauffassungen, die die Frage nach der Wirkungsmacht anderer Faktoren (z.B. sozio-ökonomische, in Diskursen begründete u.a.) in den Mittelpunkt stellen, werden nicht behandelt.

Eine
Zusammenfassung und Literaturhinweise (1.4) finden Sie am Ende des Beitrages.

 

Übersicht ‘Grundlagen’