Clemens Wischermann, Universität Konstanz

Die Grundfrage der modernen Wirtschaftsgeschichte ist diejenige nach der Erklärung des wirtschaftlichen Aufstiegs Europas in der Neuzeit ein, wo in einem langen Prozess der Übergang in eine Wettbewerbs- und Wachstumswirtschaft gelang. Die Wirtschaft Westeuropas lieferte das heute zumindest ökonomisch konkurrenzlose Modell für die Welt. Der wichtigste Erklärungsansatz der Wirtschaftsgeschichtsschreibung der letzten Jahrzehnte war das Konzept der ‘Industriellen Revolution’. Es bestimmt anhaltend die Darstellung in unseren Hand- und Lehrbüchern, ist allerdings in die Kritik geraten. Die gegenwärtig wichtigste Herausforderung ist eine institutionenökonomisch orientierte Wirtschaftsgeschichte, die der Gestaltung und historisch-kulturellen Entwicklung von

Fabrik

Institutionen eine dominierende Rolle beim Übergang in die moderne Wirtschaft (‘Institutionelle Revolution’) zuschreibt. Diese Debatte greift die Lehr- und Forschungsorientierung der Konstanzer Wirtschaftsgeschichte unter verschiedenen Themenstellungen auf.

Auswahlbibiographie zur Einführung in die Neuere Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Gerold Ambrosius, Dietmar Petzina, Werner Plumpe (Hg.): Moderne Wirtschaftsgeschichte. Eine Einführung für Historiker und Ökonomen, München 1996

Christoph Buchheim: Industrielle Revolutionen. Langfristige Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, Europa und in Übersee, München 1994

Christoph Buchheim: Einführung in die Wirtschaftsgeschichte, München 1997

Michael North (Hg.): Deutsche Wirtschaftsgeschichte, München 2000

Toni Pierenkemper: Umstrittene Revolutionen. Industrialisierung im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1996

Toni Pierenkemper: Unternehmensgeschichte. Eine Einführung in ihre Methoden und Ergebnisse, Stuttgart 2000

Rolf Walter: Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Paderborn u.a. 1994

Rolf Walter: Wirtschaftsgeschichte vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, Köln u.a. 1995