Armin Müller, Universität Konstanz

In den letzten Jahren bemüht sich die Unternehmensgeschichte, unabhängig von Betriebswirtschaft, Wirtschaftsgeschichte und traditioneller Festschriftprosa als eigenständige wissenschaftliche Disziplin aufzutreten. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen Unternehmen bzw. Betriebe als zentrale, hierarchisch, nicht marktförmig strukturierte Organisationseinheiten der ökonomischen Sphäre seit Beginn der Industrialisierung. Sie werden einerseits in ihrer Funktion als Produktionsstätten, Teile einer Volkswirtschaft und in ihren Beziehungen zum konsumtiven Bereich in den Privathaushalten analysiert, andererseits in ihrer Eigenschaft als soziale und kulturelle Lebenswelt von Unternehmern wie Arbeitnehmern wahrgenommen und in historischer Perspektive beschrieben. Methodisch schöpft die Unternehmensgeschichte aus den unterschiedlichen Ansätzen der systematischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaft. Jüngst wird auch eine Öffnung hin zur aktuellen Geschichtswissenschaft (Stichwort Kulturgeschichte) forciert. Daran anknüpfend verfolgt die Konstanzer Wirtschaftsgeschichte auf der Basis eines institutionenökonomischen Instrumentariums Fragen nach Rolle und Bedeutung von Unternehmenskultur und Unternehmenskommunikation.