Clemens Wischermann, Universität Konstanz

Die Urbanisierungsforschung ist eines der zentralen Untersuchungsfelder des Wandels der Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts trat Deutschland wie andere fortgeschrittene Industriestaaten auch in einen Wirtschaft und Gesellschaft umwälzenden Prozess der Urbanisierung ein. Eine anhaltend hohe Migration wurde zum Signum einer Überformung der Arbeits-, Wohn- und Familienverhältnisse, deren Folgen bis in die Gegenwart anhalten.
Unter Urbanisierung ist also mehr als ein quantitativer Städtewachstums- und Verstädterungsprozess zu verstehen, sondern der historische Wandel hin zu einer zunehmend ‘urban’ verfassten Gesamtgesellschaft. Die Forschungsrichtung Urbanisierungsgeschichte untersucht die Verbindungslinien von sozialräumlichem Wandel, der sozialen Lage und dem kulturellen Verhalten und versucht, Grundlagen der Entstehung heutiger urbaner Lebenswelten sichtbar zu machen.

 
Frankfurt am Main

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