Lothar Burchardt, Universität Konstanz

Trotz der enormen historischen und gegenwärtigen Bedeutung der USA fristet die Geschichte des nordamerikanischen Kontinents an den meisten deutschen Hochschulen nur ein Schattendasein. Sprachbarrieren, eine gewisse europäische Irritation gegenüber dem gelegentlich etwas rüpelhaft daher kommenden ‘Aufsteiger’ USA und die traditionelle Germanozentrik der deutschen Historie sind dafür in erster Linie verantwortlich zu machen.

Demgegenüber werden am Fachbereich Geschichte/Soziologie der Universität Konstanz seit langem regelmäßige spezielle Lehrveranstaltungen zu US-Geschichte angeboten und diesbezügliche Forschungsarbeiten durchgeführt. Seit einigen Jahren schließen sie verstärkt auch Kanada ein, das an anderen deutschen Universitäten so gut wie unbeachtet zu bleiben pflegt. Im Mittelpunkt stehen dabei die zwanziger, dreißiger und vierziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, außerdem die Beziehungen zwischen den USA und Kanada sowie zwischen den nordamerikanischen Staaten einer- und Deutschland und Großbritannien andererseits. Dass im übrigen Themen wie die Geschichte des Zweiten Weltkriegs oder des Kalten Krieges gar nicht ohne Einbeziehung der US-Geschichte erforscht oder gelehrt werden können, versteht sich von selbst. Enge Kontakte zu verschiedenen US-amerikanischen und kanadischen Universitäten, aber auch zum Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. gewährleisten, dass in Konstanz Forschung wie Lehre auf diesem Gebiet nicht den Anschluss an die amerikanische Entwicklung verlieren.

 

Die Freiheitsstatue.