3.1

Man muss versuchen herauszufinden, welche Notations- und Aufbewahrungsform für die angefertigten Exzerpte der eigenen Arbeitsweise am besten entspricht.

Der PC und insbesondere der Laptop, den man auch mit in Bibliotheken und Archive nehmen kann, hat diese Möglichkeiten noch um Textdatenbanken und Exzerpte, die mit Textverarbeitungsprogrammen angefertigt werden, erweitert. Mit ihnen verbinden sich eine Reihe von Vorteilen. Sie sind (zunächst) platzsparend und man kann die Exzerpte mit Suchfunktionen erschließen. Die Nachteile liegen aber ebenso auf der Hand: Die Textfelder, wie sie Datenbanken zur Verfügung stellen, sind häufig zu begrenzt, um ausführliche Exzerpte aufnehmen zu können. Außerdem binden Datenbanken die Recherchemöglichkeiten (wenn sie keine Volltextsuche zur Verfügung stellen) an Stichworte, die man im Lauf der Arbeit vergeben muss. Sie sind dann fest mit den Exzerpten verbunden und lassen sich nachträglich nur noch mit großer Mühe ändern. Solche Stichwortregister sind daher außerordentlich unflexibel, nur beschränkt entwicklungsfähig und behindern damit gerade das, was den Kern wissenschaftlicher (Lese-)Arbeit ausmacht: in ihrem Verlauf klüger zu werden und auch die Organisation des Materials an diesen Wissensfortschritt anzupassen. Etwas tauglicher sind in dieser Hinsicht Programme, die eine Volltextrecherche zur Verfügung stellen, weil dann die Bindung an ein starres Stichwortregister entfällt.

Dieser Umstand gibt dem konventionellen Exzerpt auf der Basis eines Textverarbeitungsprogramms sogar einige Vorteile gegenüber Datenbankprogrammen. Hier wird dann allerdings noch deutlicher spürbar, dass auch Volltextrecherchen insbesondere für Historiker ihre Grenzen haben. Mit ihnen lassen sich Zitate aus Texten vergangener Jahrhunderte meist kaum erfassen, weil sie sich nicht nur in der Orthographie von der gegenwärtigen unterscheiden, sondern in Schreibweise und Lautgestaltung fast immer einen außerordentlichen Variantenreichtum aufweisen.

Karteikasten

Wer dann mit der Auswertung von PC-Exzerpten – auf welcher Programmplattform sie auch vorliegen und wie immer sie auch erschlossen sind – beginnt, der bemerkt zudem sehr schnell, dass der Bildschirm weitere Einschränkungen mit sich bringt Allein auf Grund seiner Größe schränkt er alle Versuche ein, Exzerpte nebeneinander zu arrangieren. Er legt ihre Sichtung auf das Nacheinander fest und eignet sich deswegen nur sehr beschränkt dafür, Gedanken und Argumente aus Exzerpten in unterschiedliche Beziehungen zueinander zu setzen und sich diese unterschiedlichen Arrangements auch sinnlich vor Augen zu führen.

PC und Laptop sollten allerdings keineswegs aus dem wissenschaftlichen Arbeitsprozess und der Materialsammlung verbannt werden. Sie sind sehr hilfreich. Es spricht aber vieles dafür, das virtuelle Exzerpt durch einen Ausdruck auf Papier zu materialisieren, so dass es in einen Ordner oder Karteikasten eingefügt werden kann. Allein der Gedanke an einen Festplattenabsturz oder eine Diskettenunfall sollte dazu motivieren.

 

Aufbewahren und Ordnen