Rainer Lindner, Universität Konstanz

1. Den Erfolg der Arbeit nicht gefährden
Eine Hausarbeit ist eine Art Kommunikationsmedium zwischen Seminarteilnehmer und Seminarleiter. Sie können und müssen in der Arbeit zeigen, dass Sie während des Semesters nicht nur träumend aus dem Fenster geschaut und sich an den Strand oder ins Kino gewünscht haben, sondern eben gelegentlich auch dem Gang der Diskussion gefolgt sind. Mit der Hausarbeit, in die Sie viel Zeit und Mühe investiert haben, soll nun die Ernte für die Entbehrungen des Seminars eingefahren werden. Jetzt nur keinen taktischen Fehler begehen, der den ganzen Fleiß zunichte machen oder den Erfolg schmälern könnte. Jetzt will jeder Schritt überlegt sein.

Bürotür

2. Wenn es sich einrichten lässt, natürlich persönlich
Wenn man den Zeitrahmen eingehalten hat, dann kommt es jetzt darauf an, die Arbeit in der angemessenen Form dem Seminarleiter oder der Seminarleiterin zu übermitteln. Eines ist natürlich klar: Jeder der Wissenschaftler hat bestimmt seinen eigenen Stil im Umgang mit den jährlichen Hausarbeiten, die alle gelesen, beurteilt, korrigiert und benotet werden müssen. In jedem Fall ist es aber günstig, nicht zuletzt für spätere Prüfungen oder ähnliches, seiner Arbeit auch ein ‘Gesicht’ zu geben und sie möglichst persönlich einzureichen.

Dazu muss zunächst in Erfahrung gebracht werden, ob der Seminarleiter überhaupt an der Universität ist oder nicht gerade irgendwo am Strand liegt und an alles andere als an Hausarbeiten irgendwelcher Studierender denkt. Je nachdem, ob er oder sie den Seminarteilnehmern eine Kontaktadresse an der Universität oder bei Abwesenheiten zu Hause hinterlassen hat, kann man ja zunächst die Verbindung herstellen. Dabei kündigt man am besten an, die Arbeit verfasst und fertiggestellt zu haben und sie gern persönlich abgeben zu wollen. Es ist natürlich immer gut, dem Seminarleiter Hintertüren offen zu halten und ihm anzubieten, die Arbeit bei zeitlicher Überlastung seinerseits auch per Post zu schicken oder aber in seinem Postfach an der Universität zu hinterlegen.

3. Was tun, wenn es aber nicht persönlich geht?
Natürlich geht das nicht immer; oftmals werden Hausarbeiten zwar an der Uni vorbereitet und die Literatur dort gesichtet und ausgewertet. Zum Schreiben ziehen sich Studierende aber gern in die eigenen vier Wände zurück, vielleicht sogar an den Schreibtisch der Eltern zu Hause in den Semesterferien. Dann extra zur Abgabe der Arbeit an die Universität reisen. Unmöglich. In diesem Fall brauchen Sie natürlich nicht die Flinte ins Korn und die Arbeit ins Altpapier zu werfen. Mit einem ordentlichen Begleitbrief lässt sich vieles ebenso gut zum Ausdruck bringen. Aber was sollte da drinstehen? Natürlich die notwendigen Mitteilungen, etwa (neben Namen und Semester) aus welchem Seminar die Arbeit entstanden ist, welches Thema gewählt wurde und warum es sich nicht einrichten ließ, die Arbeit persönlich abzugeben. In jedem Fall sollte aber der Wunsch zum Ausdruck gebracht werden, bei der Nachbesprechung der Arbeit persönlich in die Sprechstunde zu kommen.

Dann den Brief mit der Arbeit zur Post . Am sichersten natürlich per Einschreiben an die Universitätsadresse senden. Die Privatadresse sollten Sie nur dann wählen, wenn es ausdrücklich so vereinbart wurde. Und dann heißt es warten!

 

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